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Birgit Krahl walkt 183 Kilometer

Rekordversuch Birgit Krahl walkt 183 Kilometer

Birgit Krahl hat ehrgeizige Ziele: Im September will die 39-Jährige aus Mornshausen einen Nordic-Walking-Weltrekord aufstellen.

Mornshausen/S.. Im September möchte Krahl für 30,5 Stunden auf einer Sechs-Kilometer- Route durch das Gladenbacher Stadtgebiet walken und dabei 183 Kilometer zurücklegen. Geplant ist – mit Blick auf die Gesamtdauer des Laufs – „nur“ eine Laufgeschwindigkeit von zehn Minuten pro Kilometer.

Enthalten sind in den 30,5 Stunden zwei Zehn-Minuten- Pausen. Am Samstag, 7. September, fällt der Startschuss um 12 Uhr vor dem Hotel Spies in Gladenbach.

Der Zieleinlauf soll am Sonntag, 8. September, um 18.30 Uhr am Kornhaus in Mornshausen sein. „Hoffentlich sind viele da, wenn ich ankomme“, sagt Birgit Krahl, deren Vorfreude spürbar ist.

Ihr Ehemann und Trainer Klaus-Dieter Krahl hat den Weltrekordversuch beim Guinness-Buch der Rekorde angemeldet. Eine Antwort hat das Paar noch nicht erhalten. Zwar sind bereits zwei Rekorde im Buch aufgeführt: 2008 lief Thomas Müller aus Tanna in Thüringen 308 Kilometer in 67 Stunden und 2010 schraubte der Österreicher Walter Geckle die Bestmarke für den weitesten 24-Stunden-Lauf auf 175 Kilometer hoch.

Doch Birgit Krahl will sich neben den beiden Herren als beste Frau in das Rekorde-Buch eintragen lassen. Der 30-Stunden-Lauf ist nicht das erste Großprojekt der 39-Jährigen: Schon 2009 absolvierte sie einen Nordic-Walking-Marathon und war zuletzt 2011 Teilnehmerin bei den Berglauf-Weltmeisterschaften.

Im vergangenen Jahr entstand die Idee zum Weltrekord-Versuch. „Ich bin jemand, der Herausforderungen liebt“, sagt Krahl. Im Herbst hatte die Mornshäuserin mit den Vorbereitungen begonnen, hatte durch gezielte „Fettverbrennung“ ihr Gewicht auf 73 Kilogramm reduziert und ihre Ernährung umgestellt. Seit März trainiert Birgit Krahl langsam und stufenweise ihre Fitness und Ausdauer auf dem Crosstrainer oder bei Geh-Einheiten tagsüber zwischen einer und maximal vier Stunden in der Natur. Außerdem stehen mehrstündige Nachtläufe auf dem Programm. Dabei solle der Körper an die nächtliche Belastung gewöhnt werden, verrät Klaus-Dieter Krahl. Er weiß: „Die Stunden in der Nacht sind die heftigsten!“

Ihr Ehemann ist bei allem immer an ihrer Seite, ist Motivator und Unterstützer sowie unter anderem als ausgebildeter Nordic-Walking- und Ernährungstrainer auch kompetenter Fachmann. Meist ist das Duo gemeinsam unterwegs: Während sie mit den Stöcken durch die Landschaft walkt, folgt er auf dem Fahrrad, beobachtet die Technik und liefert Proviant.

Sicher ist Klaus-Dieter Krahl auch ehrgeiziger Antreiber. Doch Birgit Krahl versichert lachend: „Einen Eheberater brauchen wir nicht!“ Sie kenne ihren Mann, der keine halben Sachen mache, und habe sich deshalb bewusst für ihn als Trainer und seine Methoden entschieden. „Das wollte ich so – und das will ich immer noch!“ An zwei Tagen pro Woche pausiert die Sportlerin, um Überbelastungen in der Vorbereitungsphase vorzubeugen. Gern widmet sich die 39-Jährige an den Ruhetagen ihrem zweiten Hobby: der Malerei. Ihre Liebe zum Nordic Walking entdeckte die Mornshäuserin 2009.

Liebe zum Nordic Walking flammte erst 2009 auf

Früher war sie Reitsportlerin, machte danach lange Zeit aber keinen Sport. Dann versuchte sie sich als Joggerin und Radfahrerin. „Doch das war nicht mein Ding“, betont sie – im Gegensatz zum Sport mit den Stöcken: Dabei seien 94 Prozent der Muskeln im Körper in Bewegung. Der Stock-Einsatz entlaste die Beine und unterstütze das Gehen. Durch den Sport hätten sich ihre früheren Rückenprobleme in Luft aufgelöst. „Es geht mir einfach gut“, sagt Birgit Krahl froh. Bei ihrem Rekordversuch in drei Monaten kann die Sportlerin auf breite Unterstützung bauen: Eine Bank und ihr Arbeitgeber, die „DAK Gesundheit“, sind Sponsoren. Auch die Stadt Gladenbach unterstützt das Projekt, für das sogar Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim die Laufschuhe schnüren und die Mornshäuserin auf der ersten und letzten Runde begleiten wird.

Auch dazwischen ist Birgit Krahl nicht allein unterwegs: Befreundete Nordic Walker gehen abwechselnd an ihrer Seite, versorgen die Sportlerin mit Energie – mit Getränken und Essen. Außerdem wird ein Freund mit seinem Fahrzeug die Läuferin begleiten und unter anderem nachts den Weg ausleuchten. „Ich bin wirklich fasziniert, dass mich so viele dabei unterstützen“, betont die 39-Jährige stolz.

von Benedikt Bernshausen

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