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Bieterkampf um den „Pastor-to-go“

Zum einjährigen Bestehen des Kirchenladens Bieterkampf um den „Pastor-to-go“

Die Pastorenversteigerung war am Mittwochnachmittag der Höhepunkt der Jubiläumsfeier im Gladenbacher Kirchenladen. Der „Pastor-to-go“, Mattis Thielmann, erzielte das höchste Gebot.

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Pastor Stefan Bieber erhielt das zweithöchste Gebot. Er wird für „seine“ Höchstbietende ein karibisches Sechs-Gänge-Menü kochen.

Quelle: Silke Pfeifer-Sternke

Gladenbach. Mattis Thielmann war am Mittwochnachmittag der begehrteste von drei Pastoren – obwohl er gar nicht anwesend war. Für 44 Euro kam er „unter den Hammer“. Er hatte angeboten, den Höchstbietenden ins Kino einzuladen und danach noch einen Spaziergang durch die Marburger Oberstadt zu machen, bei dem er als Gesprächspartner für theologische Diskussionen und Gespräche jeglicher Art zur Verfügung stehen will.

Das Team des Gladenbacher Kirchenladens hatte sich zum einjährigen Bestehen mit der Pastorenversteigerung etwas Neues ausgedacht und sogleich drei Mitstreiter gefunden. Die Idee dazu kam aus zwei Gladenbacher Kirchengemeinden. Der Erlös der Versteigerung soll einem guten Zweck zukommen und dazu beitragen, die Arbeit und das Angebot im Kirchenladen aufrechtzuerhalten.

Neben Mattis Thielmann hatten die Bieter noch die Wahl zwischen Heiko Engel 
und Stefan Bieber. Diejenigen, die Biebers Kochkünste 
kannten, boten kräftig mit. Sein Preis lag am Ende bei 40 Euro – für das Kochen eines
karibischen Sechs-Gänge-Menüs.

Babysitterdienst, Computer-Nachhilfe und Koch-Abend

Relativ schnell war klar, dass sein Angebot, in einer Band als Saxophonist „auszuhelfen“, bei den Bietern sehr weit hinten rangierte. Schließlich hatte 
er für sich ordentlich die 
Werbetrommel fürs Kochen gerührt und erklärt, dass er die Gäste an diesem Abend nicht nur bekochen, sondern auch gut unterhalten will.

Engel bot einen Babysitterdienst, Computer-Nachhilfe und ebenfalls einen Koch-Abend an. Er ist, wie er selbst sagt, ein leidenschaftlicher Hobbykoch, der das Zubereitete auch gern verspeist. In die Kochkünste von Engel investierte ein junger Besucher 10 Euro seines Taschengeldes.

Engel hatte noch das Lobpreisen im Wohnzimmer in petto, was der Taschengeldbieter aber nicht in Anspruch nehmen will, ebenso wenig wie einen Fahrdienst. Die Pastorenversteigerung kam bei den Gästen der „Geburtstagsfeier“ sehr gut an, der kleine Raum in der Marktstraße war zum Höhepunkt des Festes gut besucht.

Kirchenladen zieht im August in größere Räume

Angeboten wurde auch ein Bingo-Spiel, und es gab ein Glücksrad mit vielen Preisen. Auch Livemusik wurde gespielt. Pianist Oliver Dörr und Cajon-Spieler Leo Weil unterhielten mit Heike Bierbrauer sowie mit Tina und Heiko Engel die Gäste 
musikalisch.

An den „normalen 
Betrieb“ des Kirchenladens war während der Feier nicht zu denken. Viele Besucher kommen während der Öffnungszeit, um ihre Last und Probleme loszuwerden oder um ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Die seelsorgerische Arbeit nimmt bei den Mitarbeitern einen großen Stellenwert ein. Deshalb soll nun ein größerer Raum mehr Platz für solche Gespräche 
schaffen.

Zum 1. August zieht der Kirchenladen um in ein Nachbarhaus mit größerer Fläche. Dort soll es einen separaten Raum geben, in dem sich die Besucher mit den ehrenamtlichen Mitarbeitern zurückziehen können, um über ihre Ängste und Nöte sprechen zu können.

Im Kirchenladen erfahren die Gäste zudem Wissenswertes über den christlichen Glauben, sie können für sich beten lassen oder einfach auf eine Tasse 
 Kaffee vorbeikommen. Darüber hinaus können sie Secondhand-Artikel kaufen oder verkaufen. Im Kirchenladen arbeiten 13 ehrenamtliche Mitarbeiter aus acht verschiedenen Kirchengemeinden aus Gladenbach und Umgebung.

von Silke Pfeifer-Sternke

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