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Bienen brauchen Kätzchen

Pollenspender Bienen brauchen Kätzchen

Mit dem Frühling kommen die Bienen. Für viele Menschen ist dies die schönste Zeit des Jahres. Die Imker jedoch müssen sich darum sorgen, dass es ausreichend Pollenspender für ihre Bienen gibt.

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Die blühenden Weiden in unserer Region sind für die Bienen im Frühjahr eine wichtige Nahrungsquelle. Die Bienen sammeln bald wieder fleißig Nektar und Pollen.Fotos: Hartmut Berge, Archiv

Gladenbach. Vor allem auf die Weiden kommt es an. Sie werden oftmals allzu leichtfertig von Menschenhand abgerissen oder weggerodet. Dabei bilden die früh blühenden Weiden wegen des hohen Eiweißgehalts ihrer Pollen die Hauptnahrungsgrundlage für die Bienenvölker. Deshalb sollten alle Liebhaber der schönen weichen Weidenkätzchen tunlichst darauf verzichten, Zweige abzuschneiden, um sie zu Hause in eine Vase zu stellen. In der freien Natur, wo sie dringend gebraucht werden, sehen sie ohnehin am schönsten aus

Ge- und Verbote beim Heckenschnitt und bei der Baumpflege regeln in Deutschland das Bundesnaturschutzgesetz und im Detail die Landesnaturschutzgesetze. Die Zeiträume, in denen Rückschnitte verboten sind, variieren von Bundesland zu Bundesland. In Hessen ist es in diesem Jahr zum ersten Mal schon seit 1. März - zum Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen - verboten, Bäume, Hecken, Gebüsch und sonstiges Gehölz sowie Röhrichtbestände zu roden, auf den Stock zu setzen oder auf sonstige Weise zu beseitigen, erklärt Gladenbachs Ordnungsamtsleiter Günter Becker.

Aber auch in der Schutzfrist gibt es Ausnahmen: „So ist ein Rückschnitt möglich, wenn er der Verkehrssicherungspflicht dient“ erklärt er. Auch der Form- und Unterhaltungsschnitt von Hecken ist erlaubt, ebenso der Sommerschnitt bei Obstgehölz. Aber bei all dem darf der Brut- und Lebensraum für die Vogelwelt nicht beeinträchtigt werden. Brüten beispielsweise in einer Hecke, die in einen Gehweg hineinragt, Vögel, dann muss der Rückschnitt verschoben werden.

Es gilt fachlich durchaus als sinnvoll, Hecken in Abständen von mehreren Jahren „auf den Stock“ zurückzuschneiden. Wer von privater Seite größere Hecken zurückschneiden möchte, dem sei empfohlen, mit der Unteren Naturschutzbehörde Kontakt aufzunehmen Alle, die solche Rückschnitte im Auftrag von öffentlichen Institutionen wie Städten und Gemeinden vornehmen, hätten sich an die geltenden gesetzlichen Bestimmungen des Landschafts- und Umweltschutzes zu halten, betont auch Günter Raab, Vorsitzender des Imker-Kreisvereins Biedenkopf und ergänzt: „Diese gelten auch für alle anderen Bürger.“ Er macht darauf aufmerksam, dass unter anderem auch das Abbrechen und Abschneiden von Weiden untersagt ist. „Wer die Weiden wegen ihrer schönen Kätzchen plündert, macht sich strafbar“, mahnt er und erklärt: „Die bald aufblühenden Weidenkätzchen sind die erste und wichtigste Nahrung für die Bienen im Frühjahr.“ Die Weiden gehören zu den ergiebigsten Nektar und Pollen spendenden Pflanzen. „Meistens sind es die Kätzchen der Salweide, deren Blüten, zuerst weiß dann goldgelb, oftmals schon Anfang März hervorkommen“, sagt Raab und erklärt weiter: „Sind die Kätzchen voll erblüht, bilden sie für unsere Bienen die wichtigste Pollennahrung.“ Die Bienen benötigen sowohl den Nektar als auch den Blütenstaub als Starthilfe für die Aufzucht des Nachwuchses. „Pollen sind vor allem für die Aufzucht der Jung-Bienen, die nun nach der langen Winterruhe verstärkt einsetzt, die unentbehrliche Eiweißnahrung“, so der Experte.

Außerdem lieferten die weiblichen Blüten der Salweide bei entsprechender Witterung reichlich Nektar. Die Salweide sei daher die wichtigste Nahrungsquelle für die heimischen Bienen zu einer Zeit, da die Natur sonst wenig Blühendes aufzuweisen habe. Der für die verstärkte Legetätigkeit der Königin und die Aufzucht der Brut so wichtige Blütenstaub wird von keinem anderen Frühjahrsblüher so reichlich angeboten wie von der Salweide.

Die von den Weiden eingetragenen Pollenvorräte reichen gewöhnlich bis zur Obstblüte, die erneut ausreichend Pollen liefert. Die Bienenzüchter appellieren an alle Gartenbesitzer, für die Biene wichtige Futterpflanzen wie die Weide oder die Haselnuss anzupflanzen und somit vor der eigenen Haustür einen Beitrag zum Naturschutz zu leisten.

Wer Interesse daran hat, das Erwachen der Natur im eigenen Garten zu erleben, dem helfen die örtlichen Bienenzuchtvereine bei der Beschaffung von Jungpflanzen gerne.

von Hartmut Berge

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