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Biedenkopfs Salzvorrat ist verbraucht

Keine Reserven Biedenkopfs Salzvorrat ist verbraucht

Der Bauhof Biedenkopf ist zum Streuen von Salz auf Splitt umgestiegen, weil die Reserven an Streumitteln verbraucht sind und die Salzlieferung auf sich warten lässt.

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Auf der Steigung zum Schloss Biedenkopf und zum Restaurant Schlossterrasse können die Mitarbeiter des Bauhofs den Schnee nur von der Straße schieben und auf die Fläche Splitt streuen, weil die Salzvorräte verbraucht sind.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Biedenkopf. Die Salzvorräte in der ehemaligen Kreisstadt Biedenkopf sind ausgeschöpft. Trotzdem sind die Bauhofmitarbeiter bei Schneefall im Einsatz, um die Straßen vom Schnee frei zu schieben. Gestreut wird mit Splitt. Derzeit wird beim Winterdienst eine Prioritätenliste eingehalten. Bevorzugt geräumt werden Straßen, in denen sich Schulen befinden, an wichtigen Kreuzungen, die Zufahrtwege zu den Wintersportgebiete sowie Steigungen. Gerade Strecken stehen auf der Liste weit unten. „Wir können nicht überall gleichzeitig sein“, sagt Hauptamtsleiter Erhard Schmidt, fügt aber hinzu: „Strecken, die nicht geräumt werden, gibt es nicht.“

Für Dirk Wetzlar, Inhaber des Restaurants Schlossterrasse, wird der langanhaltende Winter zum existenziellen Problem. Weil die steile Zufahrt und der Parkplatz vor dem Schloss nicht stets geräumt sind, befürchtet er einen Umsatzeinbruch von 30 Prozent im Dezember. Normalerweise sei der Rückgang bei den Einnahmen abzufedern, vor allem mit Veranstaltungen im Januar. Doch Wetzlar befürchtet, dass viele Gäste wegbleiben, weil sie mit ihren Autos nicht bis zum Schloss hoch kämen.

Ernste Bedenken hatte er aber erst, als in der Woche vor Weihnachten ein Notfall eingetreten ist. Ein Gast erlitt einen Kreislaufzuammenbruch. Die Mitarbeiter leisteten erste Hilfe und alarmierten den Rettungsdienst. Wenig später hat Wetzlar einen Anruf erhalten, in dem angekündigt wurde, dass der Notarzt bald dort sein werde. Die Fahrer des Krankenwagens seien zwar unterwegs, allerdings könnten sie die steile Straße nicht befahren und müssten erst Schneeketten aufziehen. Erst zehn Minuten später sei der Krankenwagen vor Ort gewesen.

Zum Glück habe es sich nicht um einen ernsteren Notfall gehandelt, bei dem jede Minute gezählt hätte. „Aber, was wäre wenn?“, fragt sich Wetzlar. Er hat sich nach dem Ereignis die Bereitschaftsnummer des Bauhofs geben lassen und ruft dort an, wenn der Schnee geschoben werden muss. Beim jüngsten Anruf sei er darauf verwiesen worden, dass kein Salz mehr da ist. „Dann schiebt doch wenigstens habe ich geantwortet“, sagt der Gastronom.

Wann Biedenkopf die nächste Salzlieferung erhält, weiß Hauptamtsleiter Schmidt nicht. „Viele Gemeinden warten darauf“, sagt er. Bisher war Wetzlar nicht klar, dass er mit seinem Geschäft derart wetterabhängig ist. Für ihn ist der Kostendruck der Kommunen und ein offenbar selbst auferlegter Sparzwang der Auslöser dafür, dass die Straßen nicht sofort geräumt werden. Er hofft auf ein Umdenken, damit er seinem Geschäft bei jedem Wetter nachgehen kann.

von Silke Pfeifer-Sternke

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