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Ex-Frau belastet Biedenkopfer

Missbrauchsprozess Ex-Frau belastet Biedenkopfer

Im Missbrauchsprozess gegen einen 31-jährigen Biedenkopfer sagte dessen Ex-Frau, ihn einmal in einer verfänglichen Situation mit einem der mutmaßlichen Opfer erwischt zu haben.

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Neuauflage am Landgericht: Zeugin berichtet von verdächtigen Beobachtungen im Schlafzimmer.

Quelle: Peter Steffen / dpa

Marburg. Mit einer letztlich nicht verfolgten Anzeige gegen ihren Ehemann wegen Missbrauchs des gemeinsamen Kindes hatte die Frau 2013 das Verfahren ins Rollen gebracht, als sie bei der Polizei von weiteren mutmaßlichen Opfern berichtete. 2015 wurde der Biedenkopfer freigesprochen und steht nun nach erfolgreicher Revision der Staatsanwaltschaft erneut vor dem Marburger Landgericht. Er soll sich an zwei zu den jeweiligen Tatzeitpunkten 13- und 15-jährigen Jungen vergangen haben.

Im ersten Verfahren trennte das Landgericht den Vorwurf der Vergewaltigung eines zum Tatzeitpunkt 15-Jährigen ab, weil Zweifel aufkamen, ob der Zeuge aufgrund seiner Vorgeschichte nicht ein Erleben mit einem anderen Täter schilderte.

Laut Auskunft von Oberstaatsanwältin Kerstin Brinkmeier 
musste das Verfahren letztlich eingestellt werden, weil der Mann ein aussagepsychologisches Gutachten verweigerte. Ob er im jetzigen Verfahren als Zeuge vernommen wird, steht noch nicht fest. Eine Kriminalpolizistin erklärte, dass sie von diesem seinerzeit lediglich erfahren wollte, was ihm die anderen Geschädigten erzählt hätten. Er habe jedoch nur von seiner Vergewaltigung durch den Angeklagten berichtet.

Prozess wird am 6. Dezember fortgesetzt

Die geschiedene Ehefrau des Biedenkopfers sagte, es sei ihr immer komisch vorgekommen, dass ihr Mann sich ständig mit Jugendlichen umgab, die auch bei ihnen übernachteten. „Ich persönlich kann es mir gut vorstellen“, sagte sie zu den Vorwürfen. Einmal habe sie ihren Mann und einen der Jungen im Schlafzimmer gesehen, beide mit halb heruntergelassener Hose. Der Angeklagte sei sofort zum Kleiderschrank gegangen und habe so getan, als suche er etwas zum Anziehen. Mehr habe sie persönlich nicht wahrgenommen, aber beide Jungen hätten ihr später von Missbrauch berichtet.

Das haben sie laut dessen Aussage auch gegenüber einem heute 23-Jährigen. Er habe ebenfalls häufig bei dem Angeklagten übernachtet, berichtete dieser, der Angeklagte sei ihm aber nie nahe gekommen.

Der Prozess wird am 6. Dezember fortgesetzt. Dann sollen die beiden am ersten Verfahren beteiligten Berufsrichter zu den Zeugenaussagen aussagen. Der Bundesgerichtshof hob das erste Urteil in der Revision auf.

von Heiko Krause

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