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„Verlassene Räume“ 
in Biedenkopf

„Galerie im Treff“ „Verlassene Räume“ 
in Biedenkopf

„Verlassene Räume“ lautet das Motto einer Ausstellung in der „Galerie im Treff“. Sie hat einen aktuellen Bezug: Die Räume des Ateliers werden, wegen des anstehenden Umzuges der Bürgerinitiative, demnächst „verlassen“.

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Die Collage des Künstlers Thomas Wörsdörfer „Verlassene Räume“ ist Namensgeber für die Ausstellung.

Quelle: Erich Frankenberg

Biedenkopf. Nach acht Jahren und insgesamt 17 Ausstellungen ließen die Werke des Künstlers Thomas Wörsdörfer aus Herborn der Fantasie jedes Einzelnen freien Raum und seien ein würdiger Abschluss, sagte Ortwin Schäfer vom „Treff“ während der Vernissage. Der Künstler selbst führte die Besucher in die Welt der Arbeit mit Collagen ein. Man brauche eigentlich nicht viel, erläuterte er, ein paar alte Zeitschriften, Klebstoff und Schere.

Er selbst hat als Grafiker den Einsatz von Schneidwerkzeugen und besonders mit dem Skalpell in Druckereien gelernt. Aus seinem „Sammellager der vom Fundort losgelösten Bilder“ mit verschiedenen Motiven von Menschen, Bäumen bis hin zu Ornamenten gestaltet er seine Kompositionen. Wie er betonte, arrangiert er die Elemente so lange, bis sich ein geeignetes Thema ergibt. Alles Weitere sei geduldiges Arbeiten.

Dabei scheinen die entstandenen Collagen dem Betrachter Rätsel aufzugeben. Es seien­ aber Bildergeschichten, die sich immer wieder neu interpretieren ließen. So entstünde ­
eine individuelle und universelle Kunstsprache, bei der man nicht immer alles mit logischem Verstand erklären könne.

Die entstehenden Irritationen sind vom Künstler beabsichtigt. Die reale Welt ist in seinen ­Augen oft ernüchternd und frustrierend genug. „Ich versuche der ,Unzulänglichkeit des Realen“ etwas entgegenzusetzen“, griff der Künstler einen Ausdruck von Max Ernst auf. „Und dies mit Fantasie und gerne auch mit einer leichten Prise­ Humor“, sagte Thomas Wörsdörfer. Dieser „Aufruhr gegen die Unzulänglichkeit des Realen“ wird beim Betrachten der fantastisch, surreal und in einem poetisch-erzählenden Stil erstellten Collagen das eine oder andere Mal besonders deutlich und regt zum Nachdenken an.

Thomas Wörsdörfer wies bei der Vernissage die Besucher auf zwei Bücher hin: „Traum. Sphären. Sammlung“, ein ­gemeinsames Buchprojekt der „Schreibwerkstatt Herborn“ und des „Kulturtreffs Lahn-Dill“.

  • Die „Galerie ist bis zum 27. Mai geöffnet: montags bis freitags von 10 bis 12 Uhr, donnerstags von 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung, 06461/95240.
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