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Thiemig: Trinkwasser 
ist „unbedenklich“

Stadtparlament Biedenkopf Thiemig: Trinkwasser 
ist „unbedenklich“

Wie ist es um das Trinkwasser in Biedenkopf bestellt? Konkret: Ist es mit Nitrat belastet? „Nein“, sagt der Bürgermeister.

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Mit der Wasserqualität in Biedenkopf haben sich die Stadtvertreter in ihrer jüngsten Sitzung ­beschäftigt.

Quelle: Franz-Peter Tschauner

Biedenkopf. Der Stadtverordnete Dirk Balzer (UBL) hatte das Thema Trinkwasser auf die ­Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung gebracht. „Wie wir alle seit Jahren und in letzter Zeit vermehrt aus der Presse und den Medien entnehmen konnten, steigt die Nitratbelastung unseres Grundwassers immer stärker an“, schrieb Balzer in seiner Anfrage an den Bürgermeister.

Mittlerweile sei ein Drittel des Grundwassers mit Nitrat verseucht, sagte Balzer, und nur mit enormem finanziellem und technischem Aufwand könne man es in brauchbares Trinkwasser umwandeln. Umso mehr interessierte Balzer sich dafür, wie die Lage denn in Biedenkopf ist.

Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) erläuterte zunächst einmal, wo das Trinkwasser herkommt, das die Biedenkopfer Bürger täglich zu sich nehmen. „Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein liefert uns aus der Obernau-Talsperre rund 540.000 Kubikmeter pro Jahr“, sagte Thiemig. Das seien gut drei Viertel des Wassers, das die Stadt Biedenkopf pro Jahr benötigt. Das verbleibende knappe Viertel, rund 160.000 Kubikmeter (m³), werde von den Biedenkopfer Stadtwerken gewonnen: aus einem Tiefbrunnen im Gonzhäuser Feld in Biedenkopf, einem Tiefbrunnen in Wallau sowie dem Stollen Hassenroth in Dexbach.

„Damit kommt es generell­ ­
zu dem Effekt der Durchmischung“, erklärte der Rathauschef. Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein habe bei der jüngsten Probenanalyse durch ein externes Fachlabor die Nitratbelastung des abgegebenen Wassers mit 5,5 Milligramm pro Liter (mg/l) bescheinigt bekommen. Die Werte für das Trinkwasser, das die Stadtwerke selbst gewinnen, liegen laut Thiemig teilweise etwas höher. So ergaben die jüngsten Proben für den Tiefbrunnen Biedenkopf 8,8 mg/l, für den Stollen Dexbach 3 mg/l und für den Tiefbrunnen in Wallau 22,7 mg/l.

Messwerte auf Webseite der Stadtwerke einsehbar

„Das geförderte Grundwasser des Tiefbrunnens in Wallau wird in den Hochbehälter am Gehnberg in Wallau gepumpt und dort mit dem zugelieferten Wasser vom Wasserverband Siegen-Wittgenstein zusammengeführt“, erläuterte Thiemig. Bereits am Auslauf des Hochbehälters ergebe sich somit ­eine „deutlich geringere Nitratbelastung“.

Das schlägt sich auch in den Messergebnissen nieder, wie die Antwort des Bürgermeisters zeigt. So wird die Nitratbelastung des Trinkwassers in Biedenkopf einmal jährlich gemessen, und zwar an zehn unterschiedlichen Zapfstellen: in Biedenkopf in den Kindergärten Galgenberg und Rathaus, in Breidenstein im Kindergarten, in Dexbach im Bürgerhaus, in Engelbach im Kindergarten, in Katzenbach in der Landgrafenschänke, in Kombach im Kindergarten, in Wallau im Kindergarten, in Weifenbach in einem Privathaus in der Lahn-Eder-Straße sowie auf der Sackpfeife im Sendergebäude des hessischen Rundfunks.

Die Messwerte für Nitrat veröffentlichen die Stadtwerke Biedenkopf auf ihrer Webseite www.stadtwerke-biedenkopf.de. Aktuell betragen sie in der Kernstadt, Eckelshausen, Katzenbach und Kombach 7 mg/l, in Dexbach und Engelbach 2,1 mg/l sowie in Wallau, Breidenstein und Weifenbach 6,4 mg/l. Die Stadtverwaltung sehe daher keine Notwendigkeit, um ­eine weitere Nitratbelastung des Trinkwassers zu unterbinden, erläuterte Thiemig in seiner Antwort. „Die Nitratbelastung unseres Trinkwassers ist gegenwärtig im unbedenklichen Bereich, da insgesamt deutlich unter dem Grenzwert.“ Der liegt nach der gültigen Trinkwasserverordnung bei 50 mg/l.

Aus heutiger Sicht sei daher kein höherer technischer Aufwand nötig, um die Nitratbelastung in Grenzen zu halten. Laut Thiemig stehen aus diesem Grund auch keine Preisanpassungen für die Trinkwasserversorgung in Biedenkopf an.

von Hartmut Bünger

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