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Mit dem Rundweg dauert’s noch

Schloss Biedenkopf Mit dem Rundweg dauert’s noch

Das Ausgrabungsgelände am Biedenkopfer Schloss ist seit mehr als einem Jahr aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die Stadt plant weiterhin, das idyllische Gelände touristisch zu erschließen. Der Weg dahin ist aber weit.

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Da das Ausgrabungsgelände für Besucher nicht verkehrssicher ist, hat die Stadt die Zugänge zum Areal abgesperrt.

Quelle: Susan Abbe

Biedenkopf. Seit dem Frühsommer 2016 ist der Bereich hinter dem Schloss gesperrt. Mauerreste, Wege und Geländer sind in so schlechtem Zustand, dass die Stadt Biedenkopf als ­Eigentümerin des Geländes die Sicherheit von Besuchern nicht gewährleisten kann. Bereits im vorigen Jahr zeichnete sich laut Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) ab, dass die Sanierung aufwendig werden könnte. Da es sich um eine historische Stätte handelt, hat das Landesamt für Denkmalpflege ein entscheidendes Wort mitzureden.

Inzwischen hat es laut Thiemig diverse Gespräche mit verschiedenen Stellen gegeben. Zwischenstand ist: Die Stadt ist an dem Thema dran – aber es wird noch dauern. Wie lange, steht nicht fest. Auch die Fragen nach Kosten und Fördermitteln sind nicht beantwortet. Und: Offen ist auch, unter wessen Regie die Sanierung am Ende laufen wird. Denn neben der Stadt sind eben auch das Landesamt für Denkmalpflege und der Landkreis Marburg-Biedenkopf, der Eigentümer des Schlosses ist, wichtige Akteure.

Bestandsaufnahme erfolgt in den nächsten Wochen

Fakt ist: Das Gelände ist nach wie vor gesperrt. Seit dem Frühsommer 2016 sind dort auch keine nennenswerten Unterhaltungsarbeiten gelaufen. „Um den Zustand der entsprechenden Verkehrssicherheit zu erreichen, sind umfangreiche bauliche Maßnahmen erforderlich. Diese sind kurzfristig nicht realisierbar“, sagt Thiemig.

Zunächst einmal sei eine Bestandsaufnahme nötig. In Abstimmung mit dem Denkmalschutz müsse untersucht werden, was von der Gesamtanlage überhaupt erhaltenswert ist und wie es erhalten werden kann. Diese Bewertung ist dem Bürgermeister zufolge im Moment „durch die vorhandene dichte Vegetation nicht möglich“, soll aber im Herbst und Winter erfolgen, da dann kein Laub an den Bäumen ist und die Stadt bis dahin wo nötig auch den Bewuchs zurückschneiden will.

Geplant ist, dass nach Sichtung des Geländes in Abstimmung mit dem Denkmalschutz festgelegt wird, was genau die Bestandsaufnahme erfassen soll. Erst ausgehend davon können Kosten ermittelt und der Auftrag für die Bestandsaufnahme vergeben werden. Zu klären ist dabei auch, wer als Träger der „Maßnahme Bestandsaufnahme“ auftritt.

Thiemig: Abstimmungsaufwand enorm

Von dieser erhofft sich Bürgermeister Thiemig dabei nicht nur Informationen zum Sanierungsbedarf, sondern auch zu künftigen Nutzungsmöglichkeiten für das Ausgrabungsgelände. Der Biedenkopfer Schlossverein hat in der Vergangenheit vorgeschlagen, auf dem Gelände einen Rundweg auszuweisen und eine Infotafel mit historischen Informationen aufzustellen. Dieser Gedanke findet auch im Rathaus Anklang. Das Gelände als Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen zu entwickeln, würde die bereits vorhandenen Angebote am Schloss aufwerten, sagt Bürgermeister Thiemig. „Einzelheiten sind nach erfolgter Bestandsaufnahme durch Erarbeitung eines touristischen Konzeptes festzulegen“, kündigt der Bürgermeister an.

Auf einen ungefähren Zeitpunkt, wann es so weit sein könnte, will der Rathauschef sich aber lieber nicht festlegen. Wenn es um die Sanierung historisch bedeutender Objekte geht, sei der Abstimmungsaufwand enorm und die Dauer des Projektes vorab kaum abschätzbar.

Schlossverein 
spendiert Infotafel

Derweil gibt es Neues vom Biedenkopfer Schlossverein. Der prüfte in den vergangenen Monaten, ob sich womöglich erneute archäologische Ausgrabungen auf dem historischen Gelände am Schloss lohnen. Anlass war die geplante Sanierung des Areals. Denn nach der Sicherung und Erneuerung der Mauerreste und des Geländes würden erneute Ausgrabungen vielleicht kaum noch möglich sein, lauten die Überlegungen des Schlossverein-Vorstands.

Ausgrabungen hatte es in den 1930er- und 1960er/70er-Jahren gegeben. Diese seien zum Teil aber ohne wissenschaftliche Begleitung erfolgt, erklärt Schlossvereinschef Jürgen Meyer. Der Verein nahm deshalb Kontakt zu Experten, unter anderem zum Hessischen Landesamt für Denkmalpflege, auf. Ergebnis war dabei, dass aus Sicht der Fachleute zunächst eine zweijährige wissenschaftliche Vorarbeit nötig wäre, um Vorhandenes zu sichten und ein Konzept für neue Forschungen zu erstellen. „Nach Ansicht des Schlossvereinsvorstands wurde das der gebotenen Eile nicht gerecht“, sagt Meyer. Denn der Zustand des Ausgrabungsgeländes verschlechtere sich rasant. Der Verein habe deshalb von der Idee Abstand genommen.

Stattdessen hofft der Club, dass die Stadt die beschädigten Mauerreste möglichst schnell in Ordnung bringen und Verkehrssicherheit auf dem Gelände herstellen kann. Der Verein bietet dabei an, eine Tafel mit historischen Informationen für das Gelände zu stiften.

von Susan Abbe

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