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Seilbahnprofi plant für Konzept

Sackpfeife Seilbahnprofi plant für Konzept

Der Biedenkopfer Magistrat hat beschlossen, sich bei den Planungen für 
 das Gelände auf der Sackpfeife Hilfe zu holen. Das Ingenieurbüro Schweiger aus Sonthofen erhält den Auftrag, ein Konzept ­dafür zu erstellen.

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Bunte Mischung, aber in die Jahre gekommen und ohne Gesamtkonzept: Scooter und Bergstation (oben links), Sommerrodelbahn (unten links) und das stillgelegte Tiergehege (unten rechts).

Quelle: Susan Abbe

Biedenkopf. Über die Zukunft der Sackpfeife ist viel geunkt worden. Jetzt mache die Stadt ernst, wie Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) sagt. Der Magistrat beschloss, den Auftrag für die Entwicklung eines Konzeptes für die Sackpfeife zu vergeben. Geplant ist explizit ein Freizeitzentrum mit Ganzjahresbetrieb. Den Rahmen für das Konzept soll dabei die Bürgerbefragung vorgeben, die die Stadt im Frühjahr gestartet hatte. Als möglicher Arbeitstitel für die Zukunft der Sackpfeife hatte sich dabei das Motto „Mit Spaß Natur erleben“ herauskristallisiert.

Das Sonthofener Ingenieurbüro Schweiger, das sich selbst als „Seilbahnprofi“ bezeichnet, soll somit Pläne für ein Freizeitzentrum entwickeln, das sommers wie winters geöffnet ist. Laut Bürgermeister hat sich die Stadt gezielt für ein Büro entschieden, das sich mit Liften und Rodelbahnen „sehr, sehr gut auskennt“, darüber hinaus aber auch in der Lage sei, ein Gesamtkonzept für die Sackpfeife zu entwickeln.

Thorsten Schmack vom Biedenkopfer Bauamt erklärt, dass es ganz unterschiedliche Arten von Rodelbahnen gibt – mit und ohne zugehörige Lifte. Die Seilbahnprofis aus Sonthofen sollen herausarbeiten, welche Lösung die Beste für die Sackpfeife ist – immer mit Blick auf den angestrebten Ganzjahresbetrieb des Freizeitzentrums.

Gutachten kosten die Stadt Biedenkopf 45.000 Euro

Darüber hinaus sollen die Planer auch die Ergebnisse der Bürgerbefragung ins Konzept einfließen lassen. Alle Vorschläge daraus würden auf Umsetzbarkeit geprüft, erklärt der Bürgermeister. Beschäftigen werden die Planer außerdem die Frage, was von den vorhandenen Angeboten auf der Sackpfeife weiter nutzbar beziehungsweise sanierbar ist. Herauskommen soll am Ende ein Gesamtkonzept für das Freizeitzentrum inklusive Kostenberechnung, das die Stadt in den Folgejahren schrittweise umsetzen kann.

Parallel zur inhaltlichen Planung soll ein zweites Fachbüro eine Wirtschaftlichkeitsanalyse für die Sackpfeife erarbeiten. Die Firma Montenius Consult (Köln) bietet laut Internetauftritt „Visionen für Ferienorte und Freizeitunternehmen“ und soll sich mit Themen wie Marktanalyse, Zielgruppendefinition und Wirtschaftlichkeit des Freizeitzentrums beschäftigen.

Für die beiden Planungsaufträge rechnet Thiemig mit Kosten von rund 45.000 Euro. Wie lange die Konzeptphase dauern wird, werde die Stadt noch mit den Planungsbüros abstimmen. Der Bürgermeister betont dabei, dass erstmals in der Geschichte des Freizeitzentrums Sackpfeife überhaupt ein Gesamtkonzept erstellt werde.

Thiemig: Werden richtig Geld in die Hand nehmen

Dass die Konzepterstellung nun beschlossene Sache ist, bezeichnet Thiemig als „wichtiges Signal für die Öffentlichkeit“. In der Vergangenheit seien Gerüchte im Umlauf gewesen, die Stadt wolle die Sackpfeife abwickeln. Hierbei verweist der Bürgermeister konkret auf den ehemaligen Bürgermeister und jetzigen AfD-Politiker Karl-Hermann Bolldorf, der kürzlich einen namentlich nicht genannten SPD-Politiker mit den Worten „Wir werden die Sackpfeife wieder der Natur zurückgeben“ zitiert hatte.

Thiemig sagt dazu, dass ihm keine Person bekannt sei, von der dieses Zitat stammen könnte, und fordert Bolldorf auf, „Ross und Reiter zu nennen“, wenn er solche Behauptungen aufstelle. Thiemig betont, dass zeitgleich auch die Planungen für den Neubau einer Berggaststätte auf Hochtouren liefen. „Jetzt kann wirklich niemand mehr ernsthaft behaupten, wir wollten die Sackpfeife schließen“, sagt der Bürgermeister, „das Gegenteil ist der Fall: Wir werden die Sackpfeife besser aufstellen und dafür richtig viel Geld in die Hand nehmen.“

Wie schnell es mit der Umsetzung gehen wird, liegt indes nicht allein in der Hand der Stadtverwaltung und des Bürgermeisters. Auch die politische Diskussion rund um das Großprojekt wird sicher Zeit in Anspruch nehmen. Grundsätzlich sei aber über die Fraktionsgrenzen hinweg der politische Wille da, die Sackpfeife neu aufzustellen, lautet die Einschätzung von Joachim Thiemig.

von Susan Abbe

Mehr zur Sackpfeife lesen Sie hier.
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