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Arbeiten am Landgrafenschloss laufen

Umbau und Sanierung Arbeiten am Landgrafenschloss laufen

Die Tourismussaison auf dem Schloss geht zu Ende. Hinter den Mauern läuft die Arbeit aber weiter: Im Museum wird der Grenzgangsraum umgestaltet; im Schlosshof wird saniert; und der „Eiserne Heinrich“ neu gestaltet.

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Wo früher das Toilettenhäuschen stand, stehen nun Pflasterarbeiten an.

Quelle: Susan Abbe

Biedenkopf. Der Landkreis hat einige Baustellen auf dem Schloss abzuarbeiten. Für den Besucher am auffälligsten: Die Lücke, die das Anfang Juli im Schlosshof abgerissene Kassen- und Toilettenhäuschen hinterlassen hat. Der Untergrund ist dort nicht befestigt, der Bereich provisorisch abgedeckt. Und die Schlossmauer, an die das Häuschen direkt angebaut war, bröckelt hier und da. „Nach dem Saisonende gehen wir diesen Bereich an“, kündigt Landrätin Kirsten Fründt (SPD) an. Der Boden werde mit passendem Kopfsteinpflaster versehen und die Schlossmauer saniert.

Überlegen müssen die Fachleute in Absprache mit dem Denkmalschutz noch, was mit einem etwas kuriosen Fund zu tun ist, der beim Abriss des alten Kassenhäuschens ans Licht kam: In der Schlossmauer tauchte eine Nische auf, in die – vermutlich vor 1910 – ein kleines Waschbecken eingebaut wurde. Wer das Becken dort eingebaut hat und warum, ist nicht bekannt. „Dass dort ein Waschbecken ist, hat alle überrascht. Davon wusste niemand“, erzählt Kreis-Kulturreferent Markus Morr.

Landrätin: Haben richtig viel Platz gewonnen

Dieser Fund ist eine kleine Anekdote am Rande. Doch das große Ziel, das der Kreis seit Jahren verfolgt, besteht darin, den Schlosshof insgesamt attraktiver und für Veranstaltungen nutzbar zu gestalten. Der Abbruch des Kassen- und Toilettenhäuschens war dabei ein wichtiger Schritt: Denkmalschützer hatten den Abriss seit Jahren empfohlen, da der 1913 errichtete­ und 1975 erweiterte Fachwerkbau ein architektonischer Fremdkörper im Schlosshof sei.

Tatsächlich präsentiere sich der Hof dem Besucher ohne das Häuschen nun viel ansprechender, sagt Morr. Auch Brautpaaren, die im Schloss heiraten und den Hof nach der Trauung für Empfänge nutzen, komme das entgegen, ergänzt Fründt. „Und wir haben im Schlosshof richtig viel Platz gewonnen“, erklärt die Landrätin weiter und verweist auf Veranstaltungen wie die Schlossfestspiele. Denn im Bereich des abgerissenen Häuschens können zusätzliche Stühle für das Publikum gestellt werden.

Damit der Kreis das alte Toilettenhäuschen abreißen konnte, musste er zuvor aber neue Besuchertoiletten an anderer Stelle bauen. Geschehen ist das im unteren Teil des Schlosshofes: Dort gab es bereits Toiletten, die zum Veranstaltungsraum ­„Eiserner Heinrich“ gehörten. Diese sanitären Anlagen hat der Kreis im Frühjahr saniert und räumlich erweitert. Entstanden sind dabei vier Damentoiletten, zwei Herrentoiletten, zwei Urinale und – erstmals im Schloss – eine Behindertentoilette, zudem ein Wickeltisch steht.

Neue Toiletten kosteten Landkreis 90.000 Euro

Der Umbau habe für die Besucher deutliche Verbesserungen gebracht, betont Fründt und verweist darauf, dass die sanitären Anlagen im alten Toilettenhäuschen in die Jahre gekommen waren.

Dass der Kreis für die Erweiterung der Toiletten den benachbarten Veranstaltungsraum ­„Eiserner Heinrich“ verkleinern musste, halten Fründt und Morr für vertretbar. Ursprünglich maß der Raum rund 45 Quadratmeter. Geblieben sind an die 33 Quadratmeter. Dennoch werde der Raum auch künftig für kleinere Veranstaltungen nutzbar sein, sagt Kulturreferent Morr und betont, dass der „Eiserne Heinrich“ ebenfalls saniert wurde. 90.000 Euro hat der Kreis in den Umbau und die Sanierung der Toiletten und des Veranstaltungsraums investiert.

Hinzu kommt jetzt noch neues Mobiliar. Die schwere Theke, die früher im „Eisernen Heinrich“ stand, bleibt draußen. ­Allein dadurch werde ein Teil des Flächenverlustes ausgeglichen, sagt Morr. Statt der Theke wird eine kleine Küche eingebaut; Tische und Stühle folgen. Wann der „Eiserne Heinrich“ fertig sein wird, ließen Morr und Fründt noch offen.

Sonderausstellung soll auf Grenzgang 2019 einstimmen

Ein dickes Brett hat der Kreis in den kommenden Monaten in der Ausstellung des Hinterlandmuseums zu bohren: Der Grenzgangsraum wird ganz neu gestaltet. In seiner bisherigen Form stammt der Raum aus den 1990er-Jahren. Seither habe sich einiges im Besucherverhalten und damit auch in der ­Museumspädagogik verändert, erklärt Morr.

Dass sich im Grenzgangsraum etwas tut, ist bereits zu sehen: Ein Teil der Exponate ist schon abgebaut. Wie die Ausstellung künftig aussehen wird, erarbeitet der Kreis mit Vertretern des Biedenkopfer Grenzgangvereins. Einbezogen sind auch Fachleute für Museumspädagogik vom Hessischen Museumsverband.

Im neu gestalteten Grenzgangsraum soll es nicht nur Ausstellungsstücke geben, sondern auch eine Medienstation. Dort kann der Besucher Filme zum Grenzgang anschauen und gezielt Informationen suchen. „Wenn ein Besucher sich beispielsweise für den Grenzgang 1956 interessiert, kann er gezielt Bilder und Informationen dazu finden“, erklärt Morr.

2018 – ein Jahr vor dem nächsten Grenzgang – soll der Ausstellungsraum fertig sein. Fründt sagt: „Alle Interessierten haben dann noch ein Jahr Zeit, um sich im Hinterlandmuseum auf den Grenzgang einzustimmen.“

von Susan Abbe

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