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Plan für Wallauer Badgelände steht

Parlament Biedenkopf Plan für Wallauer Badgelände steht

Nach jahrelangem Streit liegt nun ein Plan für die Nutzung des alten Wallauer Badgeländes vor, mit dem alle Biedenkopfer Parlamentsfraktionen leben können: Die Fläche wird zweigeteilt.

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Jahrelang hatte die Stadt Biedenkopf keinen mehrheitsfähigen Plan für das Gelände des Wallauer Hallenbades. Im Frühjahr 2016 wurde dann immerhin schon mal das alte Gebäude abgerissen.

Quelle: Bleck

Wallau. Um die Zukunft des Bades gab es viele Diskussionen. SPD und UBL wollten auf der gut 9000 Quadratmeter großen Fläche ein Freizeitgelände anlegen. Wallauer Bürger entwickelten dazu Ideen. Aber dann gab es Streit um die Kosten. 750.000 Euro für die Freizeitanlage waren der Zählgemeinschaft (ZG) aus CDU, BB und FDP zu teuer. Zumal das Freizeitgelände am Wallauer Ortsrand ungünstig gelegen sei. Die ZG wollte deshalb an anderer Stelle im Ort nach einer Fläche für ein Freizeitgelände suchen und am ehemaligen Bad lieber Bauland ausweisen.

Den Durchbruch im Streit schafften die Parlamentarier im Dezember 2016. SPD und ZG verständigten sich – gegen den Willen der UBL – darauf, ein kleineres Freizeitgelände auf nur einem Teil des Badgeländes umzusetzen und die verbleibende Fläche in Bauland umzuwandeln. Diesen Kompromiss hat die Stadt nun in einen entsprechenden Flächenentwurf gegossen. Der Plan sieht vor, das Badgelände in zwei nahezu gleich große Flächen zu teilen.

Bürgermeister nach langem Hin und Her erleichtert

Im nördlichen Bereich, der gut 4150 Quadratmeter misst, soll ein Freizeitgelände für alle Generationen entstehen. Vom Parlament vorgeschlagen war bereits, dort ein Multifunktionsspielfeld, eine Skateranlage, ein Volleyballfeld, Sitzgelegenheiten, Freiluft-Fitnessgeräte und eine Wasserspielanlage für Kinder zu installieren.
Im südlichen Bereich, etwa 4290 Quadratmeter groß, sollen voraussichtlich vier Baugrundstücke entlang der Hallenbadstraße ausgewiesen werden. Zwischen dem Freizeitgelände und der Wohnbebauung soll ein Grünstreifen verlaufen, die bereits vorhanden Pkw-Stellplätze erhalten bleiben.

Den Fraktionen und Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) war im Parlament anzumerken, wie froh sie sind, nach dem Hin und Her eine gemeinsame Lösung gefunden zu haben. „Das Areal beschäftigt mich schon seit 2006 – ich wäre froh und dankbar, wenn wir aus der Phase der hitzigen Diskussionen herauskämen und endlich in die Umsetzung gehen könnten“, sagte Thiemig. Mit dem Flächenentwurf gehe es zunächst um einen Grundsatzbeschluss, der ausschließlich die Aufteilung des Geländes regelt, betonte der Bürgermeister. „Es geht nicht um die Frage, wo welche Spielgeräte stehen werden.“

Entscheiden mussten die Parlamentarier zudem über eine Änderung des Bebauungsplans. Denn der sieht bisher auf dem Badgelände Grün- und Freizeitflächen, aber nicht die angedachte Wohnbebauung vor.

Folgekosten laut Thiemig noch nicht abzusehen

Klaus Dieter Roßbach und Britta Schlenkrich-Schwarz (beide SPD) lobten den Kompromiss und den zugehörigen Flächenentwurf. Schlenkrich-Schwarz verwies auf den Willen der Wallauer Bürger, die sich ein Freizeitgelände wünschten. Und BB-Fraktionschef Michael Miss gestand: Angesichts der Bauplätze, die im Flächenentwurf vorgesehen sind, „kam Freude in mir auf“. Das Einzige, was ihm noch fehle, sei eine Folgekostenberechnung für das Freizeitgelände, sagte Miss.

Was die Unterhaltung der Freizeitanlage jährlich kosten wird, lasse sich vorab nicht ermitteln, entgegnete Biedenkopfs Bürgermeister. Zu viele Faktoren spielten eine Rolle: die Art der Spielgeräte ebenso wie die Art der Nutzung. Sein Eindruck sei, dass Fraktionen die Frage nach Folgekosten immer dann stellten, wenn sie ein Thema kritisch sehen. Das Freizeitgelände sei gut für die Stadt, betonte Thiemig und warb für die Umsetzung.

Nicht ganz so zufrieden mit dem Kompromiss zeigte sich UBL-Fraktionschef Dieter Spies. Er bedauerte, dass nicht das gesamte Badgelände als Freizeitfläche gestaltet wird, „obwohl anderswo sehr wohl die Neigung da zu sein scheint, Geld zu investieren“. Über Geld für „Schrott“ und „abenteuerliche Projekte“ werde diskutiert, während das Wallauer Freizeitgelände reduziert worden sei. Die Mitglieder der UBL bewerteten deshalb den Flächenentwurf unterschiedlich. Er selbst werde aber zustimmen, kündigte Spies an.

Am Ende stimmte ein UBL-Mitglied gegen die Teilung des Badgeländes in Freizeitfläche und Bauland. Alle anderen Parlamentarier sprachen sich in großer Eintracht für den vorliegenden Flächenentwurf aus.

von Susan Abbe

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