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Streit um verschlossenes Friedhofstor

Ortsbeirat Biedenkopf Streit um verschlossenes Friedhofstor

Die Frage, wie Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, den Friedhof besser erreichen können, hat erneut den Kernstadt-Ortsbeirat beschäftigt. Das Gremium hofft auf eine einfachere Lösung.

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Das verschlossene Tor des Biedenkopfer Friedhofs beschäftigt den Ortsbeirat.

Quelle: Christian Röder

Biedenkopf. Der Ortsbeirat hatte das Thema im August schon einmal auf der Agenda. Grund war, dass das Friedhofstor laut Ortsvorsteher Heinz Olbert (BB) seit ­einiger Zeit rund um die Uhr verschlossen sei. Während die Stadt früher stillschweigend geduldet habe, dass ältere und gehbehinderte Menschen mit dem Auto vorfuhren, um Erde oder anderes Material zu den am Berg liegenden Gräbern zu bringen, sei die Zufahrt nun versperrt.

Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) hatte daraufhin erläutert, dass es der Stadt um die Friedhofsruhe gehe. Hinzu komme, dass die Stadt das Gelände verkehrssicher ­gestalten müsste, wenn sie dort ­Autos ­zulasse. In begründeten Einzel­fällen könnten Bürger aber Ausnahmegenehmigungen bean­tragen, hatte Thiemig weiter ­erklärt. Diese Genehmigungen hätten eine Geltungsdauer von höchstens ein bis zwei Tagen. Denn Autos auf dem Friedhof müssten „die absolute Ausnahme bleiben“.

Prätorius: Bisherige Regelung hilft wenig

Diese Ausnahmegenehmigun­gen griff nun in der jüngsten Ortsbeiratssitzung Marita Prätorius (BB) noch einmal auf. Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, sei mit den auf einen oder zwei Tage befristeten Sondergenehmigungen nur bedingt geholfen. „Wenn an dem einen Tag das Wetter schlecht ist oder der Betroffene krank ist, verfällt die Ausnahmegenehmigung“, ­sagte Prätorius und verwies darauf, dass ältere Menschen bei Dauerregen schlecht ein Grab bepflanzen könnten. Sie fragte, ob die Stadt nicht doch für einzelne Bürger oder für bestimmte Tageszeiten dauerhaft geltende Sondergenehmigungen einführen könnte.

Alternativ könnte die Geltungsdauer der Ausnahmegenehmigungen wenigstens von einem Tag auf zehn Tage verlängert werden, ergänzte Ortsvorsteher Heinz Olbert (BB). Dass ein und derselbe Bürger diese Sondergenehmigung missbraucht und innerhalb der mehrtägigen Geltungsdauer täglich mehrfach auf den Friedhof fährt, sei eher unwahrscheinlich, merkte auch Detlef Stein (BB) an.

Allzu häufig würden die betroffenen Bürger die Sondergenehmigung gar nicht brauchen, sagte Ortsvorsteher Olbert. „Die Leute pflanzen zweimal im Jahr.“ Einen 20-Kilo-Sack Erde könnten Bürger, die schlecht zu Fuß sind, allerdings nicht auf den Berg wuchten. „Es gibt schon Leute, die die Gräber nicht mehr bepflanzen können, weil sie einfach nicht hoch kommen“, sagte Olbert. Der Erste Stadtrat Gerhard Hesse (CDU) sagte in der Ortsbeiratssitzung zu, das Thema zur weiteren Diskussion mit in den Magistrat der Stadt zu nehmen.

von Susan Abbe

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