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Nasenbruch im Streit um Mayo

Aus dem Amtsgericht Nasenbruch im Streit um Mayo

Der Streit um eine Mayonnaiseflasche hat in einer 
Biedenkopfer Wohngruppe für 
Heranwachsende mit dem Bruch des Nasenbeins eines 19-Jährigen geendet. Ein Gleichaltriger muss deswegen nun Arbeitsstunden leisten.

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Eine Rangelei unter Mitbewohnern endete vor Gericht.

Quelle: Tim Reckmann / pixelio.de

Marburg. „Der Streitgrund war eine absolute Lappalie“, stellte Richter Dirk Schauß am Marburger Amtsgericht fest. Er ist sicher, dass sich der 19-Jährige ­einer Körperverletzung schuldig gemacht hat. Der junge Mann selbst sprach von einem Versehen.

Angeklagter und Geschädigter stimmten darin überein, dass es in der Küche zum Streit kam, weil beide die Flasche mit ­Mayonnaise haben wollten. Er habe versucht, sie dem anderen wegzunehmen, sagte der Angeklagte. Sein Opponent habe aber nicht losgelassen. Weil etwas auf seine Kleidung gekommen war, sei er wütend geworden, sagte der 19-Jährige. Beide hätten sich gepackt, es sei zu ­einer Rangelei gekommen.

Ab diesem Zeitpunkt unterschieden sich die Aussagen. Das Opfer sprach von einem gezielten Kopfstoß, dessen Folge ein komplizierter Nasenbeinbruch war, der bis heute behandelt werden muss. Der Angeklagte beteuerte, ausgerutscht zu sein und dabei die Nase des anderen getroffen zu haben: „Ich wollte­ ihm nicht wehtun, und es tut mir wirklich leid.“

Das wollte Staatsanwalt Christian Laubach nicht glauben: „Ich kann mir wirklich nicht vorstellen, wie man so auf Mayonnaise ausrutschen kann, dass dabei eine Nase zu Bruch geht.“ Dagegen spreche auch die Intensität. Ein Zeuge, der bei dem Streit dazugekommen war, bestätigte den Kopfstoß, ob es Absicht war, konnte er aber nicht sagen.

Gleichwohl, so Laubach, sei der Angeklagte sicher kein böser Mensch. Betreuer hatten ihn als impulsiv beschrieben, in letzter Zeit sei er in einer neuen Wohngruppe ruhiger geworden. 60 Sozialstunden seien als Sanktion ausreichend, sagte der Staatsanwalt. Jugendrichter Schauß blieb mit seinem Urteil 20 Stunden darunter. Hinzu kommt ein Täter-Opfer-Ausgleich: Unter Aufsicht der Jugendkonflikthilfe soll ein Gespräch zwischen den beiden Männern stattfinden.

von Heiko Krause

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