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OP-Mitarbeiter schnuppert erstmals Bühnenluft

Musical „Die Hatzfeldt“ OP-Mitarbeiter schnuppert erstmals Bühnenluft

OP-Mitarbeiter Benedikt Bernshausen tauscht Block und Stift gegen Mimik und Gestik. Im Musical „Die Hatzfeldt“ schlüpft er in verschiedene Rollen.

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OP-Mitarbeiter Benedikt Bernshausen sammelt auf der Schlossfestbühne in Biedenkopf im Stück „Die Hatzfeldt“ erste Erfahrungen als Musical-Darsteller.

Quelle: Martina Koelschtzky

Biedenkopf. Benedikt Bernshausen ist ein Fan der ersten Stunde der Biedenkopfer Schlossfestspiele. Er erhielt 2013 von der OP-Hinterlandredaktion den Auftrag, Fotos der Generalprobe zu machen. Seitdem ist er während aller Schlossfestspiel-Proben und der -Aufführungen im Einsatz. Doch diesmal steht er nicht mehr vor, sondern auf der Bühne als Sänger und Schauspieler.

Für einen Castingbericht wollte Bernshausen eine authentische Gefühlswelt der Akteure zeichnen und überredete Regisseurin Birgit Simmler und Komponist Paul Graham Brown, das Casting zu durchlaufen. „Ich ging ohne Scheu rein, es ging um nichts“, sagt Bernshausen. Er sollte auf Zuruf seine Freude über einen Lottogewinn spielen und gleich darauf seinen Frust darüber, dass sein Mitbewohner den Lottoschein weggeworfen hat.

Novize ist „Mädchen für alles“

Danach stimmte Brown vier Textzeilen aus dem vorherigen Musical „Der Postraub“ an und Bernshausen sang – alles in allem sein Freifahrtschein für sein Bühnendebüt. Bernshausen erhielt eine Einladung zu den Workshops und erlebte hautnah mit, wie aus Melodien, Textzeilen und Szenen das Musical „Die Hatzfeldt“ quasi vom Papier auf die Bühne gebracht wird. Er lernte die Intensität von Wörtern kennen und wie Gefühle im Kopf entstehen.

„Ich habe mir nicht vorgestellt, dass es so viel Arbeit wird“, sagt Bernshausen. Er hat keine tragende Rolle, siedelt seinen Auftritt in der zweiten und dritten Reihe an. Trotzdem kommt es ihm so vor, als habe er „einen ­Erlebnisurlaub“ gebucht. Während der Proben ist Bernshausen „Mädchen für alles“ – zumindest für diejenigen, die am Probentag fehlen. Er schlüpft dann in deren Rollen, allerdings mit dem Textskript in der Hand. „Ich lese und laufe“, sagt er.

Ob das mit dem Schauspiel und dem Singen eine Option für die Zukunft sein kann, weiß Bernshausen noch nicht. Er soll seine Sache auf der Bühne aber ganz gut machen, obwohl er Auftritte vor Publikum schon während seiner Schulzeit gemieden hat.

Schönes Gefühl, mit Profis zu arbeiten

Nach all den Jahren ein Teil der Produktion zu sein, macht Bernshausen großen Spaß. Im letzten Simmler-Jahr – die Regisseurin wechselt nach Wunsiedel zu den Luisenburg-Festspielen – sei es zudem sehr besonders, sagt Bernshausen. Im Nachhinein stellt er aber fest, dass er etwas zu naiv an das Projekt Musicaldarsteller rangegangen ist. Er sei an den Probenabenden „immer furchtbar müde“.

Die Müdigkeit weiche dann aber schnell dem schönen Gefühl, dass er die Chance erhalten hat, mit Profis zusammenzuarbeiten. Er meint damit nicht nur die Hauptdarsteller ( siehe Artikel hier), sondern auch Simmler, Brown und die anderen Darsteller. Vier von Letzteren hätten 2016 in dem Stück der „Der Postraub“ noch Hauptrollen gespielt. Nun singe er mit ihnen im Chor. „Das zeigt, welch‘ hohes Niveau geboten wird.“

Diesen Donnerstagabend findet im Schlosshof in Biedenkopf die Generalprobe statt, am Freitag, 11. August, feiert das Stück Weltpremiere. Bis zum 27. August sind insgesamt elf Aufführungen geplant, jeweils freitags bis sonntags um 20 Uhr, am 20. August auch um 15 Uhr. Im Schlosshof finden 340 Zuschauer Platz. 90 Prozent der Tickets sind bereits ausverkauft, Kurzentschlossene können sich über das freie Kontingent im Internet informieren.

von Silke Pfeifer-Sternke

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Musical „Die Hatzfeldt“
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