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„Democrazy“ feiert Abschluss

Kulturprojekt „Democrazy“ feiert Abschluss

Wie ist das Leben in einer Demokratie? Das zeigen junge Menschen diesen Sonntag ab 11 Uhr 
im ­Rathaussaal mit Mode und Musik, in Filmen 
und Fotografien.

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Arbeiten mit Selbstporträts: Um Einheitlichkeit und Vielfalt ging es im Grafikworkshop mit Dirk Steinhöfel.

Quelle: Martina Koelschtzky

Biedenkopf. Sechs Monate­ lang haben die insgesamt 45 jungen Leute in Workshops und bei den Schlossfestspielen ­unterschiedliche Kunstformen ausprobiert. Was sie neben ­ihrer Arbeit als Schauspieler und technische Unterstützung beim Musical „Die Hatzfeldt“ sonst noch gemacht haben, zeigen sie am Sonntag.

„Wir haben so viel gemacht, jede Woche waren wir da“, sagt Sima Yaghobi. Die junge Frau aus Afghanistan lebt seit zwei Jahren in Biedenkopf. Beim Musical hat sie in der Maske mitgeholfen, seit April war sie bei allen Workshops dabei. „Jede Woche vier Stunden, das war schon viel. Aber es war auch toll. Schade, dass jetzt erst mal Pause ist“, findet sie.

Übergreifendes Thema aller Workshops war das Leben in einer Demokratie. Das Projekt „Democrazy“ wurde vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst über den „Kulturkoffer“ der Landesvereinigung kulturelle Bildung gefördert.

Poster aus eigenen Fotos entwickelt

Im Modeworkshop mit Kostümschneiderin Anja Klaus ging es neben den praktischen Aspekten auch um den Ausdruck sozialer Stellung anhand der Kleidung.

Bei der Fotografie war der Blick der jungen Leute auf den Alltag in Deutschland gefragt. Fotografisch hielten sie fest, was ihnen positiv oder auch widersprüchlich am demokratischen Alltag vorkommt. Anschließend konnten die Teilnehmer im Computerraum des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft Grundlagen der digitalen Bildbearbeitung lernen und entwickelten aus eigenen Fotos Poster mit Text. Immer wieder ging es auch darum, dass Fotografien keineswegs die „Wahrheit“ zeigten, sondern Kunstprodukte sind.

Einheitlichkeit und Vielfalt erprobten die Teilnehmer im Grafikworkshop mit Dirk Steinhöfel. Sie erlernten Techniken der grafischen Gestaltung anhand von aus Fotografien erarbeiteten Selbstporträts, die manchmal mit festen Vorgaben, manchmal frei gestaltet werden konnten.

Bei Videofilmer Armin Böhmer ging es um Aufnahmetechnik und Schnitt bei professionellen Videos, um den Einsatz mehrerer Kameras für einen Film und um die Synchronisation. Erste­ praktische Versuche mit professionellen Videokameras wurden von den Teilnehmern auch gemacht.

Kulturreferent hofft auf weitere Förderung

Noch einmal große Begeisterung zum Schluss riefen Silvia und Thomas Salzbauer mit ­ihrem Programm mit Instrumenten und Gesang hervor. Vier Lieder wurden am Ende eingeübt, die an diesem Sonntag den Besuchern präsentiert werden: Das deutsche Herbstlied „Hejo, spann den Wagen an“, den englischen „Cup Song“, ein syrisches sowie ein afghanisches Lied werden die jungen Leute den Gästen nach der Eröffnung um 11 Uhr sowie um 13 und 15 Uhr vorsingen und -spielen.

„Die Förderung durch das Ministerium macht es uns möglich, auch in einer Kleinstadt tolle und vielfältige Veranstaltungen für junge Leute anzubieten“, sagt Biedenkopfs Kulturreferent Frank Wölfl. „Wir haben über das Workshop-Programm hinaus weitere Ideen und Angebote entwickelt: Beim Poetry-Slam haben viele Workshop-Teilnehmer mitgemacht, beim ersten Schauspielkurs für die kommende Saison waren sie ebenfalls dabei“, sagt Wölfl. Für das kommende Jahr habe man große Pläne, „und wir hoffen, dass wir in dieser Arbeit weiter gefördert werden.“

  • Die Abschlusspräsentation kann diesen Sonntag von 11 bis 17 Uhr im Rathaus, Hainstraße 63, besucht werden. Der Eintritt ist frei.

von Martina Koelschtzky

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