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Interesse an Krummacker bleibt

Gewerbegebiet Interesse an Krummacker bleibt

Hat die Firma Elkamet das Gelände von Johnson Controls in Dautphetal gekauft? Dieses Gerücht dementiert Sophie Cyriax als Assistentin der Geschäftsleitung.

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Das Gewerbegebiet am „Krummacker“ in Wallau muss für die Firma Elkamet gewisse Kriterien erfüllen, damit aus dem Kauf noch etwas wird.

Quelle: Hartmut Bünger

Wallau. Im September des vergangenen Jahres begannen die Bauarbeiten am „Krummacker“. Nach fast 20 Jahren Planungszeit schickte sich die Stadt an, das neue Gewerbegebiet zu erschließen. Es werde Zeit dafür, sagte Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) beim ersten Spatenstich. Im Gewerbegebiet „Am Roten Stein“ in Biedenkopf seien fast alle Flächen verkauft - und es gebe kaum eine misslichere Lage für eine Stadt, als einem ansiedlungswilligen Unternehmen keinen Platz bieten zu können.

Damit es in Biedenkopf nicht so weit kommt, wollte die Stadt in mehreren Bauabschnitten rund fünf Millionen Euro in die Entwicklung der 9,6 Hektar großen Fläche investieren.

Drei-Schicht-Betrieb ist laut Cyriax essenziell

Geplant war, mit dem „Krummacker“ für viele Jahre vorzusorgen. Doch schon wenige Monate später trat eine neue Lage ein. Elkamet interessierte sich für eine Fläche von 41.289 Quadratmetern und damit für rund zwei Drittel der bebaubaren Fläche. Aus diesem Grund brachten die Stadtverordneten im Dezember eine Änderung des Bebauungsplans auf den Weg.

Inzwischen liegt der Öffentlichkeit ein Entwurf des Planungsbüros Koch aus Aßlar vom 16. August dieses Jahres vor. Darin wird unter anderem deutlich: Auf dem gesamten Gebiet soll künftig Nachtarbeit möglich sein - auch dort, wo der bisherige Bebauungsplan anderes vorgesehen hatte (wir berichteten). Auf Nachfrage machte Sophie Cyriax als Assistentin der Geschäftsleitung am Donnerstag zweierlei deutlich.

  • Erstens: Elkamet Kunststofftechnik ist weiterhin an dem Gelände in Wallau interessiert. „Selbstverständlich“, sagte die Assistentin der Geschäftsführung. Das Gerücht, die Biedenkopfer Firma habe das Gelände von Johnson Controls in Dautphetal gekauft, verwies sie in das Reich der Fabeln. ­Eine ähnliche Anfrage habe sie auch schon zu einem Gebiet in Breidenbach erreicht. „Wir haben nirgendwo irgendetwas gekauft“, stellte Cyriax klar.
  • Zweitens: Elkamet wird das gewünschte Gelände in Wallau nur kaufen, wenn es bestimmte Kriterien erfüllt. Die „Zweckmäßigkeit“ sei ein wesentlicher Punkt. Dieser ist laut Cyriax momentan nicht gegeben, könne aber durch eine Änderung des Bebauungsplans hergestellt werden. „Wir sind ein Drei-Schicht-Betrieb“, erklärte sie, „an allen deutschen Standorten wird rund um die Uhr produziert.“ Diese Möglichkeit müsse es daher auch in Wallau geben.

Das bedeute nicht zwingend, dass dort nachts Menschen in der Produktion arbeiten. Aber zumindest müsse die Aussicht bestehen, dass nachts etwas geschehen kann - und sei es nur, dass ein 3-D-Drucker läuft, nächtliche Wartungsarbeiten vorgenommen werden oder in Früh- und Spätschicht gearbeitet wird. „Diese Zweckmäßigkeit ist essenziell“, betonte Cyriax. Allerdings ist dies nicht das einzige Kriterium. Die Änderung des Bebauungsplans sollte sich nicht zu lange hinziehen, und auch von der finanziellen Seite her sollte das Investment für die Firma attraktiv sein.

von Hartmut Bünger

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