Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° Sprühregen

Navigation:
Firma Krug Energie erwägt Windradbau

Vorrangfläche in Engelbach Firma Krug Energie erwägt Windradbau

Für eine Überraschung im Stadtparlament hat eine Anfrage eines FDP-Abgeordneten gesorgt. Er ­wollte wissen, ob Pläne ­eines Investors bekannt seien, in der ­Nähe Engelbachs Windräder zu errichten.

Voriger Artikel
Eckelshausen probt Verkehrsberuhigung
Nächster Artikel
Staatsanwalt stellt Ermittlungen ein

Die Nachricht, dass es Pläne für eine Windkraftanlage im Stadtgebiet gibt, hat Biedenkopfs Bürgermeister überrascht.

Quelle: Archivfoto: Arne Dedert

Biedenkopf. Er habe gehört, die Firma Krug Energie versuche, Grundstücke auf der dortigen Vorrangfläche zu erwerben, sagte Uwe Plack (FDP) während der Sitzung der Stadtvertreter. Überdies sei für diese Woche eine Info-Veranstaltung im Engelbacher Dorfgemeinschaftshaus geplant.

„Ich habe davon erst vor ein paar Minuten erfahren“, sagte Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) während der Sitzung am Donnerstag. Auch der Magistrat habe davon bislang nichts gewusst. In einer früheren Version des Teilregionalplans Energie sei dort oben eine Fläche als Vorranggebiet ausgewiesen worden, sagte Thiemig in einer ersten Reaktion. Er wisse auf Anhieb jedoch nicht, ob die Fläche in der endgültigen Version noch enthalten ist.
Es sei „sehr verwunderlich“, dass die Firma erst mit den Grundstücksbesitzern spreche, ehe sie auf die Stadt zukomme, sagte Thiemig während der Stadtverordnetenversammlung. Das sei in seinen Augen „nicht die richtige Vorgehensweise“. Er sei der Meinung, dass Biedenkopf mit dem Windpark Schwarzenberg das Soll an Windenergieanlagen erfüllt habe.

Der Stadtverordnete Eckhard Müller, zugleich Ortsvorsteher in Engelbach, bestätigte während der Sitzung den Termin der Info-Veranstaltung. In der Tat sei das örtliche Dorfgemeinschaftshaus für Dienstag, 14. März, um 19.30 Uhr an die Firma Krug Energie vermietet.

Michael Meinel, Projektberater bei der Firma Krug Energie, bestätigte auf Anfrage das Interesse des Unternehmens. Das Projekt befindet sich allerdings noch in einem sehr frühen Stadium. In dieser Phase gehe es darum zu prüfen, ob dort oben Flächen verfügbar sind, ob der Bau und der Betrieb eines Windrades technisch möglich sind und ob sich dieses Engagement lohnt.

In der Info-Veranstaltung am heutigen Dienstag wird es ­daher zum einen darum gehen, wie sich solch ein Projekt gestalten würde. Darüber hinaus wolle die Firma Krug Energie erfahren, ob die Besitzer der benötigten Grundstücke bereit sind, ­ihre Flächen zur Verfügung zu stellen. Als „kleine regionale Projektierung“ sei Krug Energie immer bemüht, im Einvernehmen mit den Kommunen, Hessenforst, den Grundstückseigentümern und anderen Beteiligten zu planen. Natürlich seien niemals 100 Prozent der Menschen einverstanden, sagt Meinel, „aber es muss schon so sein, dass man nicht gegen die Leute vor Ort plant“.

Thema in der Stadtverordnetenversammlung war darüber hinaus die Bezeichnung „Hochschulstadt“. Im Jahr 2012 sei die Außenstelle der Technischen Hochschule Mittelhessen (TMH) in Biedenkopf mit 18 Studenten gestartet, erläuterte der FDP-Abgeordnete Uwe Plack den Vorstoß. Die Zahl habe sich seitdem verdreifacht und liege­ aktuell bei 54 Studenten. Bis zum Jahr 2020 solle sie auf mindestens 80 Studenten steigen, möglichst sogar auf 100. Bislang hätten 31 junge Leute ihr Studium in Biedenkopf beendet. Daher wolle die Zählgemeinschaft aus CDU, Bürgerblock und FDP auf Ortsschildern mit dem Titel werben und so den wirtschaftlichen Standort hervorheben.

Während die SPD das Ansinnen aufnahm, kündigte Dieter Spies an, dass die UBL sich enthalten werde. Biedenkopf könne sich sicherlich glücklich preisen wegen der Technischen Hochschule, sagte der Wallauer, aber es sei nun einmal alles andere­ als ein Alleinstellungsmerkmal­ der Stadt. Die UBL sei auch nicht dagegen, dass der Namenszusatz auf den Ortsschildern steht, halte solch ­einen Antrag allerdings für aussichts- und hoffnungslos.

Bürgermeister Joachim Thiemig betonte, dass er inhaltlich ganz nah bei der Zählgemeinschaft stehe. Allerdings habe die Stadt schon vor fünf Jahren versucht, diese Idee umzusetzen – und sei gescheitert. Die TMH  habe eben drei Standorte und sechs Außenstellen – und Biedenkopf sei nur eine davon. Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, die Bedeutung der Hochschule und des 12,5 Millionen Euro teuren Neubaus für Biedenkopf und die Region ­herauszustellen.
Uwe Plack wollte die Hoffnung aber dennoch nicht aufgeben. Andere Außenstellen der THM – darunter Bad Hersfeld als „Bad“ und Limburg als ­„Bischofssitz“ – hätten ja vermutlich aufgrund ihrer anderen Titel gar kein ­Interesse an einem solchen Namenszusatz.

Insofern müsse die Landesregierung nicht befürchten, dass noch ­andere Kommunen, abgesehen vielleicht von Frankenberg, mit den gleichen Ansinnen auf sie zukommen.

von Hartmut Bünger

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr