Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Ein „buntes Fest“ rund um die Kirche

600-jähriges Bestehen der Hospitalstiftung Ein „buntes Fest“ rund um die Kirche

600 Jahre Hospitalstiftung – dieses Jubiläum feiern die Biedenkopfer an diesem Wochenende. Lange Festreden soll es laut der Pfarrerin nicht geben, dafür aber unterhaltsame und spielerische Einblicke in die Stiftungsgeschichte.

Voriger Artikel
Die Berghütte ist Geschichte
Nächster Artikel
„Sie sitzen in einer Zeitmaschine“

Während des Festes können sich die Besucher unter anderem über die alten Wandbilder in der Hospitalkirche informieren lassen.

Quelle: Susan Abbe

Biedenkopf. Im Jahre 1417 haben Gerlach von Breidenbach zu Breidenstein und Hermann von Löwenstein die Hospitalstiftung ins Leben gerufen. Bis heute widmet sie sich der ­Unterstützung alter und bedürftiger Menschen. Ein Teil der Stiftungsgelder kommt aber auch dem Erhalt der Hospitalkirche zugute, die – erbaut im Jahr 1419 – bis heute zur Stiftung 
gehört.

Die Kirche als heute sichtbarster Teil der Hospitalstiftung steht denn auch im Mittelpunkt des dreitägigen Jubiläumswochenendes. Das geht schon am Freitagabend, 2. Juni, um 19 Uhr mit einem Festkommers in der Kirche los. Kuschelig dürfte es in dem kleinen Gotteshaus werden, das Platz für nur 90 Gäste bietet. Denn neben geladenen Gästen sind alle Bürger, die sich der Kirche beziehungsweise der Stiftung verbunden fühlen, willkommen, wie die Organisatoren betonen. Und auch das Programm soll – bei aller offiziellen Feierlichkeit – kurzweilig und unterhaltsam sein, sagt Pfarrerin Natascha Reuter.

Samstag geht es ab 14 Uhr weiter

Christoph Kaiser – gewandet als Biedenkopfer Tuchhändler – gibt Einblicke in die Geschichte von Stiftung, Kirche und Stadt. Und Gerald Bamberger, Leiter des Hinterlandmuseums, lässt das Publikum teilhaben an den Forschungen, die er gerade in letzter Zeit mit Blick auf das Stiftungsjubiläum noch einmal angestellt hat.  Es werden kurze Wort- und Musikbeiträge sein, verspricht Reuter, die als Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde zugleich Vorsitzende des Stiftungsvorstands ist. Am Ende darf der Festkommers beim Stehempfang in geselliger Runde ausklingen.

Diesen Samstag geht es rund um die Kirche weiter. Um 14 Uhr beginnt ein buntes Familienfest, wie die Pfarrerin sagt. Geplant ist zum Beispiel ein Stationenlauf, bei dem Kinder und Erwachsene nicht nur spielerisch Historisches entdecken können, sondern auch herausfinden, warum die Stiftung eigentlich heute noch besteht. Mitwirkende sind neben der evangelischen Kirchengemeinde das Diakonische Werk, die Tafeln und der Kleiderladen „Jacke wie Hose“.

Abschluss am Sonntag mit Gottesdienst

Darüber hinaus bietet Christoph Kaiser um 15 Uhr und um 17 Uhr Kirchenführungen an. Thema sind dabei unter anderem die alten Wandmalereien im Kirchenchor, die verschiedene Kräuter zeigen. Für Spaß sollen Aktionen wie auch Bastelangebote, Kinderschminken und Spiele sorgen, die der St.-Elisabeth-Verein anbietet. Am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen. Das Familienfest soll abends bei Würstchen und kühlen Getränken ausklingen. Für die Musik sorgt unter anderem die Männergesellschaft Hospitalia.

Den Abschluss des Jubiläums­wochenendes bildet diesen Sonntag ab 11 Uhr ein ­ökumenischer Festgottesdienst mit Pfarrerin Natascha Reuter (evangelische Kirchengemeinde), Pfarrer Christof Hentschel (katholische Kirche) und Pastor Michael Bürger (Freie evangelische Gemeinde).

Während des Jubiläums gibt es zudem zwei Heftchen zur ­Geschichte der Hospitalstiftung zu kaufen: Den Nachdruck eines Heftes, das zum 555-jährigen Bestehen der Hospitalkirche erschienen ist, und ein Heft mit ganz neuen Forschungsergebnissen, die Gerald Bamberger zur 600-Jahrfeier zusammengetragen hat.

  • Verkehr: Für das Jubiläumsfest wird die Hospitalstraße von Samstag, 12 Uhr, bis Sonntag, 14 Uhr, ab der Hospitalkirche in Richtung Marktplatz voll gesperrt.

von Susan Abbe

Mehr zur Hospitalstiftung lesen Sie hier.
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
600 Jahre Hospitalkirche
Der gesamte Bereich von der Hospitalkirche (vorn) bis hin zur heutigen Metzgerei Ruppersberger (ganz im Hintergrund) war seinerzeit mit Hospitalgebäuden – Wohnhaus, Küche, Ställen und Wirtschaftsgebäuden – bestellt. Foto: Susan Abbe

Ein Altenheim im 15. Jahrhundert? Gab es. Und zwar in Biedenkopf. Im „Siechenspital zum Heiligen Geist“ fanden arme wie wohlhabende Menschen im Alter Heimat und Versorgung.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr