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Ehrenamtliche verschönern das Lahnauenbad

Förderverein Ehrenamtliche verschönern das Lahnauenbad

Während die Schwimmer ihre Bahnen ziehen und die Kinder im Nichtschwimmerbecken toben, rücken im Lahnauenbad „Heinzelmännchen“ mit Rechen und Gartenscheren an.

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Vereinsvorsitzende Denise Jung kümmert sich um die Blumen im Bad.

Quelle: Erich Frankenberg

Biedenkopf. Besonders in der Zeit, in der Fernreisende Urlaub in anderen Gefilden machen und Daheimgebliebene ihr Schwimmbad zur sportlichen Betätigung, zum Abschalten und Genießen nutzen, ist für die Ehrenamtlichen des Fördervereins Arbeit angesagt.

Da Gras und Äste infolge des Regens kräftig wachsen, sind die Helfer in diesem Sommer besonders oft gefordert. Sie schneiden Hecken und Rosenstöcke, gießen Blumen, mähen Rasen, pflanzen Bäume und Sträucher an und sammeln Unrat auf. Die städtischen Zuschüsse für diese Arbeiten fließen dabei wieder voll in den Erhalt des Schwimmbades, wie die Vereinsvorsitzende Denise Jung betont. Um die große Grünfläche zu bearbeiten, hat der Förderverein im Jahr 2012 einen Mulchaufsitzmäher angeschafft. Der Heckenschnitt wurde an externe Fachleute vergeben, was den Verein 1800 Euro kostet.

Manche Badende fühlen sich durch Arbeiten gestört

Ferner wurden ein Basketballkorb mit Ball beschafft sowie ­eine Werbefläche im Eingangsbereich installiert. Stolz sind die Ehrenamtlichen auf den neuen Rasenroboter – immerhin 5500 Euro Anschaffungskosten –, der einen bestimmten Abschnitt des Freibades nach Badeschluss mäht und somit den Helfern einen Teil der Arbeit abnimmt.

Von den knapp 100 Mitgliedern des Fördervereins beteiligen sich rund zehn an den Arbeitseinsätzen. Vor allem die Pflege der enormen Beet- und Grünflächen stelle eine Mammutaufgabe dar, berichtet Jung. Verärgert seien die Ehrenamtlichen daher über Äußerungen von Badegästen, die sich samstags vom Anblick der Helfer rund um die Badebecken gestört fühlten und zusätzlich deren Arbeitsqualität kritisch kommentierten. So etwas – und die bissigen Kommentare über den Klang des ­Rasenmähers – sorge für Frust bei den Mitgliedern des Fördervereins.

Jung verweist aber auch auf die „zahlreichen positiven Rückmeldungen anderer Badegäste“, die das Lahnauenbad als „Schmuckstück der Stadt und der Region“ sehen – auch dank der Arbeit des Fördervereins. „Unsere Mitglieder leisten bei den Einsätzen rund 400 Arbeitsstunden, dabei sind das Rasenmähen und das Gießen der Blumen noch nicht mit eingerechnet“, sagt die Vorsitzende.

Beim Rasenmähen engagiert sich Joachim Schlie (Foto: Frankenberg) besonders stark. „Bis heute komme ich auf 50 Stunden und bis zum Ende der Saison werden es wohl über 70 Stunden sein“, berichtet der Ehrenamtler. Monika Roßbach, selbst Nutzerin des Schwimmbades, verweist darauf, dass die Frühschwimmer das Gießen der Blumen im Wechsel übernehmen und ihr einen Teil der ­Arbeit abnehmen. Auch Hanni Benner kümmert sich im Laufe­ der Saison um die Pflege der ­Rosenstöcke.

Ziel des Vereins ist es, die Attraktivität des Schwimmbades zu erhöhen. Daher spielen neben den Arbeitseinsätzen auch Investitionen eine Rolle. Dank seiner 15 Sponsoren hat der Förderverein unter anderem Strandmuscheln für den Kleinkinderbereich und Liegestühle­ angeschafft. Um die gefällten Bäume zu ersetzen, will der Verein größere Bäume pflanzen, die Schatten spenden sollen.

„Das schönste­ Schwimmbad weit und breit“

Die Öffnungszeiten und die Länge der Badesaison sind ein weiteres Thema. Offiziell ist das Schwimmbad wieder an 100 Tagen geöffnet. Wenn danach das Wetter noch so schön ist, dass die Badegäste baden könnten, will der Förderverein die Kosten für diese Verlängerung übernehmen. Pro Tag sind das 1000 Euro, sodass der Verein 14.000 Euro für weitere zwei Wochen ausgeben müsste.

Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) hatte in der Jahreshauptversammlung des Vereins erklärt, dass es 2016 aufgrund der Selbstständigkeit des Eigenbetriebes schwierig gewesen sei, die Öffnungszeiten zu verlängern. In diesem Jahr wäre es einfacher, da die Stadt jetzt wieder Träger ist und ihr keine Zahlungsunfähigkeit droht. Er stellte in Aussicht, dass die Stadt eventuell die Hälfte der Kosten für eine 14-tägige Verlängerung der Öffnungszeit übernimmt.

Auf die Frage nach seinem Engagement im Förderverein antwortet Heinz Olbert: „Das Lahn­auenbad ist das schönste­ Schwimmbad weit und breit, und ich möchte, dass es so bleibt.“ Jung ergänzt: „Hier wird vielen Menschen, insbesondere­ Familien mit ihren Kindern, die Möglichkeit gegeben, das Schwimmen in einer schönen Umgebung zu genießen.“

von Erich Frankenberg

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