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Ein halbes Jahrhundert im Einsatz

DLRG Wallau Ein halbes Jahrhundert im Einsatz

Feiern war am Surbachsee angesagt: Die Ortsgruppe Wallau in der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) besteht seit 50 ­Jahren.

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Die künftigen Rettungsschwimmer informieren sich während des Festes schon einmal über die Vorzüge des DLRG-Rettungsboots.

Quelle: Erich Frankenberg

Wallau. In die Freude über die vielen Aktivitäten, mischte sich auch Kritik. So räumte der stellvertretende Landrat Marian Zachow (CDU) ein, dass 40 Prozent der Viertklässler nicht sicher schwimmen könnten. Hier sieht der Politiker Handlungsbedarf.

Carsten Linde, Vorsitzender­ der Ortsgruppe, und Gründungsmitglied Jürgen Wolf gaben einen kurzweiligen Rückblick auf das Vereinsleben. Gegründet wurde die Gruppe am 5. Dezember 1967 im damaligen Gasthof Hildebrand. Die Redner berichteten, dass der Bau eines Hallen- und Freibades in Wallau Hans-Jürgen Berger, Rudi Ganzke und Jürgen Wolf animiert hatte, die Bürger an das Schwimmen heranzuführen. Durch regelmäßiges Training wurden Schwimmer und Rettungsschwimmer ausgebildet.

Seit 1991 bis zur Schließung des Hallenbades im Jahre 2006 erlernten rund 600 Kinder das Schwimmen. Die Vereinsaktivitäten gingen über die reine Ausbildung hinaus: Jugendfahrten führten nach Italien, Österreich, an die Nord- und Ostsee. Seit mehr als 40 Jahren unterstützt die DLRG Wallau die Kurverwaltung Sehlendorf: Die Tauchergruppe kennzeichnet jedes Jahr den Strandabschnitt für die kommende Badesaison mit Bojen. Auch am heimischen Perfstausee waren die Rettungsschwimmer im Einsatz: Von 2002 bis zum Badeverbot 2012 übernahm die DLRG den Wasserrettungsdienst.

Die Schließung des Wallauer Hallenbades brachte zahlreiche Veränderungen mit sich, wie Jürgen Wolf berichtete. So wurde das Material, unter anderem ein Einsatzfahrzeug und zwei Rettungsboote, in Garagen und im Alten Bürgermeisteramt untergebracht.

Drei Viertel der Mitglieder sind Jugendliche

Die Ausbildung durch aktuell elf ehrenamtliche Ausbilder wurde ins Hallenbad nach ­Buchenau verlegt, was den Verein vor finanzielle und organisatorische Herausforderungen stellte. Die zusätzliche zeitliche Belastung der ehrenamtlichen Ausbilder, Trainer und ­Jugendbetreuer mache es nicht leichter, den Übungsbetrieb ­ungeschmälert aufrechtzuerhalten, berichtete der Redner.

Von imposanten Ausbildungszahlen berichtete Carsten ­Linde: Seit dem Jahr 2001 wurden 2247 Ausbildungen vom Jugendschwimmabzeichen in Bronze über das Deutsche Rettungszeichen in Gold bis hin zur Erste-Hilfe-Ausbildung absolviert. Hier wurde auch das aktuelle Dilemma des Schwimmens deutlich: Am Ende der Grundschule hatte nur die Hälfte der Kinder ein Jugendschwimmabzeichen in Bronze erworben. Dieses ist aus Sicht der DLRG-Verantwortlichen das einzige Zeichen, dass ein Kind ein ­sicherer Schwimmer ist.

Der stellvertretende Bezirksleiter Michael Kirch wies auf die gute Jugendarbeit des Vereins und des Verbandes hin. So seien drei Viertel der Mitglieder Jugendliche. Daneben erwähnte Kirch den besonderen Einsatz der Wallauer Rettungsschwimmer bei den Hochwassern 2013 in Brandenburg und 2002 in Sachsen.

Magistratsmitglied Bernd Meißner, Ortsvorsteher Jörg Sperling und Gunhild Krämer-Kornja (DLRG Allendorf) würdigten die Arbeit der Wallauer Ortsgruppe und betonten den gesellschaftlichen Nutzen dieser ehrenamtlichen Arbeit. Die Vorsitzende der befreundeten DLRG-Gruppe kritisierte die zunehmenden bürokratischen Hürden. Der offizielle Teil der Jubiläumsfeier wurde umrahmt durch einen Familiennachmittag mit Kinderprogramm.

von Erich Frankenberg

Ehrungen
Für 60 Jahre Mitgliedschaft in der DLRG: Klaus Plagge. Der langjährige Bademeister war vor Gründung der Wallauer Gruppe in einer anderen DLRG-Gruppe aktiv gewesen. 50 Jahre: Jürgen Wolf, Günter Bergen, Hans Fritschi, Erika Kremer, Manfred Platt, Günther Weber und Michael Schreiber.
Ehrungen für die langjährigen DLRG-Mitglieder der Ortsgruppe Wallau (von links): Jörg Sperling (Ortsvorsteher), Marian Zachow (stellvertretender Landrat), Bernd Meißner, Carsten Linde, Klaus Plagge, Erika Kremer, Günter Bergen, Jürgen Wolf und Michael Kirch (stellvertretende Bezirksleiter). Foto: Erich Frankenberg
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