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Pächter steht vor zerstörtem Traum

Brand auf der Sackpfeife Pächter steht vor zerstörtem Traum

Ein Raub der Flammen wurde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die Berghütte auf dem Biedenkopfer "Hausberg" Sackpfeife.

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Kaum mehr als der Schornstein blieben von der Berghütte übrig.

Quelle: Nadine Weigel

Biedenkopf. Als die 28 Biedenkopfer Feuerwehrleute der Kernstadtwehr auf der Sackpfeife eintrafen, war die Hütte bereits niedergebrannt. Das Gebäude bestand großteils aus Holz und sei deshalb wohl recht schnell abgebrannt, berichtete Stadtbrandinspektor Kai-Michael Koch. Weil die Hütte relativ frei steht, griffen die Flammen nicht auf den nahen Wald über. „Da hat uns auch das Wetter in die Karten gespielt“, erklärte Koch. Vor den Regenfällen der vergangenen Woche wäre vom Hüttenbrand wohl eine starke Waldbrandgefahr ausgegangen.

Wegen der schlechten Wasserversorgung pendelte ein Tanklöschfahrzeug zur Ludwigshütte, um von dort Wasser aus dem öffentlichen Netz zum Löschen auf das Freizeitgelände zu bringen. Direkt neben der Hütte steht ein großer Flüssiggastank. „Wir haben die Gaszufuhr geschlossen, die Temperatur dort war nicht im kritischen Bereich“, sagte Koch.

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wurde die Berghütte auf dem Freizeitgelände Sackpfeife durch ein Feuer völlig zerstört.

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Am Vormittag begannen Bagger, den Schutt abzutragen. So wollte man möglichst schnell an die teilweise­ unter der schweren Küchenausstattung liegenden Glutnester gelangen. „Es sind noch massive Nachlöscharbeiten nötig. Der Einsatz wird sich wohl bis in den Nachmittag hineinziehen“, vermutete Koch. Mit leichtem Atemschutz gruben Feuer­wehrleute mit Rechen und Schaufeln in den leichteren Trümmern, um auch dort Glutnester zu löschen. Als die ersten Schaulustigen an der Hütte eintrafen, sperrte die Feuerwehr das Gelände weiträumig mit Flatterband ab.

Das Feuer entdeckte ein Mitarbeiter am Freitag kurz vor 7 Uhr und alarmierte umgehend die Feuerwehr. Der Auslöser des Feuers ist noch nicht bekannt. Alles, was diskutiert werde, seien Spekulationen, betonte Polizeipressesprecher Martin Ahlich. Als der Wirt die Gaststätte am Donnerstag um 22 Uhr verließ, fiel ihm nichts auf.

Am Freitag ruhte der Betrieb des Freizeitzentrums, erklärte­ Bürgermeister Joachim Thiemig vor Ort. Die Stadt will kurzfristig entscheiden ob der Betrieb am Wochenende wieder aufgenommen werden kann. Darüber werde man auf der Homepage informieren. Der Bürgermeister war schockiert über das Geschehen. „Ich habe schon die eine oder andere Träne verdrückt“, sagte­ Thiemig. Kommende Woche soll sich ein Krisenstab bilden, der sich mit Plänen zum Wiederaufbau der Hütte samt Gaststätte beschäftigt.

Thiemig bat um Verständnis, dass dies einiges an Zeit in ­Anspruch nehmen werde, denn unter anderem stünden zunächst Gespräche mit der Versicherung an. „Gott sei Dank sind keine Menschen zu Schaden gekommen. Alles andere­ lässt sich regeln“, sagte Thiemig. Mit dem Brand wird sich auch Biedenkopfs ­Stadtverordnetenversammlung am 11. Mai beschäftigen.

Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen

Nach einer Schätzung der Polizei ist an Hütte und Inventar ein Schaden von mindestens 140 000 Euro entstanden. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen. Zeugen, die von Donnerstagabend bis Freitagmorgen etwas beobachtet haben, können sich telefonisch unter 0 64 21 / ­40 60 melden.

Der 56-jährige Marburger ­Michael Funk übernahm die Gaststätte auf dem Biedenkopfer Hausberg vor einigen Wochen als Pächter. Ostern startete der Betrieb.

Bis dahin war er mit Renovierungsarbeiten beschäftigt. Nun wollte der frühere Einzelhändler, der auch gastronomische Erfahrung hat, das Angebot nach und nach ausbauen und optimieren. Hinter der Hütte, wo der Ausblick auf den Hang am schönsten ist, könnten beispielsweise Strandkörbe und Sonnenliegen stehen. Auch Motto-Partys sollten die Berghütte attraktiver machen.

Auch beim neuen Konzept für das Freizeitzentrum wollte Funk Ideen einbringen. Denn es sei gerade die Lage der Hütte auf dem Biedenkopfer Hausberg, die ihn begeistert, sagte er im April. Deshalb habe er sich als Pächter beworben. Nun steht er vor seinem vom Feuer zerstörten Traum.

von unseren Redakteuren

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Auf der Sackpfeife bei Biedenkopf
Feuerwehrleute waren am Freitagmorgen mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Foto: Nadine Weigel

In der Nacht zu Freitag ist die Berghütte auf dem Biedenkopfer „Hausberg“ Sackpfeife abgebrannt.

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