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Zoff um Absage des Weihnachtsmarktes

„Treffpunkt“ Zoff um Absage des Weihnachtsmarktes

Die Werbegemeinschaft Treffpunkt sagt den Weihnachtsmarkt ab. Die für 2018 geplante Messe soll aber stattfinden. Vereinschef Jürgen Reh fordert, dass sich mehr Mitglieder im Vorstand engagieren.

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An der traditionellen Treffpunkt-Weihnachtsverlosung will die Werbegemeinschaft festhalten. Nur werden die Gewinner erst im Januar unter notarieller Aufsicht gezogen.

Quelle: Sascha Valentin

Biedenkopf. Eigentlich war für das dritte Adventswochenende ein großer „Weihnachtszauber“ an drei Standorten – Marktplatz, Stadtkirche und Schloss – angedacht. Geblieben von den Plänen sind der Weihnachtsmarkt am Schloss am dritten Adventswochenende, veranstaltet vom Pächter der Schlossterrasse, und Konzerte in der evangelischen Stadtkirche.

Die Enttäuschung über die Absage des eigenen Weihnachtsmarktes war den knapp 25 anwesenden Treffpunkt-Mitgliedern während ihrer Sitzung anzusehen. Über die Frage, wer verantwortlich ist, gab es auch Streit. Vereinschef Reh berichtete, dass von den 63 Treffpunkt-Mitgliedern auf Anfrage des Vorstandes hin nur vier Interesse an einem Weihnachtsmarkt-Stand signalisiert hätten.

Und als der Vorstand die Mitglieder per E-Mail über einen – offenbar hoch ausgefallenen – Kostenvoranschlag für die Weihnachtsmarkt-Elektrik abstimmen ließ, ob der Markt unter diesen Bedingungen durchgeführt werden soll, seien nur zwölf Rückmeldungen gekommen. Deren Ergebnis war deutlich: zehn Nein- und zwei Jastimmen.
Ein Mitglied kritisierte die Entscheidung. Der Vorstand habe den eigenen Weihnachtsmarkt-Arbeitskreis nicht einbezogen und auch nicht um Hilfe gebeten, als es brenzlig wurde. Es wäre möglich gewesen, weitere Standbetreiber und eine kostengünstigere Lösung für die Elektrik zu finden, lautete der Vorwurf.

Vereinschef Reh entschuldigte sich, falls Mitglieder sich nicht einbezogen gefühlt hätten. Er sagte aber auch, dass der fünfköpfige Vorstand im laufenden Jahr aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nur mit halber Kraft hätte arbeiten können. Und: Reh warb händeringend darum, dass sich mehr ehrenamtliche Beisitzer finden, um den Vorstand zu erweitern.

Hoffnung auf versöhnlichen Abschluss

Insbesondere Einzelhändler fehlten im Vorstand. Das fünfköpfige Gremium könne die Arbeit nicht alleine stemmen, sagte Reh und kündigte an, den Vorsitz 2018 niederzulegen, sollte sich die personelle Situation nicht verbessern.

Nur mit genügend Helfern könne es gelingen, das Image der Werbegemeinschaft zu verbessern. „Eigentlich waren wir dazu schon auf einem guten Weg“, sagte Reh und verwies unter anderem auf die erfolgreiche Messe 2016. Die Absage des Weihnachtsmarktes 2017 werfe den Treffpunkt wieder zurück. Reh schlug vor, die traditionelle Weihnachtsverlosung auf jeden Fall weiterzuführen – als versöhnlichen Abschluss eines nicht optimal gelaufenen Vereinsjahres.

Dass die Ziehung der Gewinner nun nicht an den Weihnachtsmarkt gekoppelt ist, könnte sich sogar als Vorteil erweisen, überlegten die Mitglieder. Sie entschieden, dass die Gewinner erst im Januar gezogen werden sollen. So können die Geschäftsleute die Lose bis zum 24. Dezember ihren Kunden als Bonus präsentieren. Immerhin sollen wieder Gutscheine im Wert von 1500 Euro und 1000 Euro als Hauptpreise ausgelobt werden.

Festrednerin für Neujahrsempfang ausgeladen

Einigkeit erzielten die Mitglieder auch in Sachen Neujahrsempfang. Den will der Treffpunkt am 26. Januar wieder gemeinsam mit der Stadt Biedenkopf im Rathaus ausrichten. Die Kosten teilen sich die beiden Veranstalter. Die Auswahl des Festredners darf der Treffpunkt treffen, nachdem im Vorjahr die Stadt dran war. Reh berichtete, dass er Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) gewonnen hatte – sie aber wieder ausladen musste. Die Stadt habe darauf hingewiesen, dass laut einer Vereinbarung keine Politiker als Redner für den Empfang eingeladen werden sollen.

Dies sorgte für Unmut unter den Mitgliedern. Denn nicht nur für den hessischen Finanzminister Thomas Schäfer (CDU), der aus Biedenkopf kommt, seien Ausnahmen gemacht worden. Auch Landrätin Kirsten Fründt (SPD) sei als Rednerin beim Neujahrsempfang aufgetreten – ohne dass die Stadt und Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) Anstoß genommen hätten. ­Eine hessische Ministerin hätte sicher viele Gäste zum Neujahrsempfang angezogen, bedauerten die Mitglieder.

Reh erklärte daraufhin, die Zusammenarbeit mit der Stadt laufe insgesamt gut. Außerdem habe der Treffpunkt-Vorstand bereits einen anderen hochkarätigen Gastredner gewinnen können: Professor Michael Arndt von der Technischen Hochschule Mittelhessen. Reh warb um zahlreiches Erscheinen der Treffpunkt-Mitglieder selbst. In den vergangenen Jahren seien die Biedenkopfer Geschäftsleute nur in geringer Zahl bei ihrem eigenen Neujahrsempfang vertreten gewesen.

Bonus-Karte für Kunden in Planung

Einig waren sich die Mitglieder, dass es am Wochenende des 21. und 22. April 2018 wieder eine Gewerbeschau in der Aue-Eventhalle geben soll. Ziel sei, den Erfolg von 2016, als 30 Stände in der Halle und neun Stände im Außenbereich viele Besucher anzogen, zu wiederholen. Geklärt wird noch, ob dieses Mal ein Zelt aufgestellt werden kann, um die Stände im Außenbereich vor schlechtem Wetter zu schützen. Die Messe soll wieder sowohl für Aussteller aus Biedenkopf als auch aus anderen Kommunen offen sein.

Angehen will der Vorstand die Einführung einer Biedenkopf-Card. Die Idee hatte Einzelhändlerin Jutta Bamberger an den Vorstand herangetragen. Reh stellte in der Mitgliederversammlung einen Entwurf für ­eine solche Bonus-Karte vor.

Die Idee ist, Kunden ein Treffpunkt-Kärtchen auszuhändigen, mit der sie für jeden Einkauf ab 30 Euro in einem Mitgliedsgeschäft Stempel sammeln können. Ist das Kärtchen mit zehn Stempeln voll, erhält der Kunde ein Geschenk. Denkbar wäre laut Reh ein Fünf-Euro-Einkaufsgutschein. Er kündigte an, dass der Vorstand den Mitgliedern demnächst ein fertiges Konzept für die Biedenkopf-Card zur Abstimmung vorlegt.

Ein erster Schritt in Richtung Erweiterung des Vorstands ist dem Treffpunkt während der Sitzung auch noch gelungen. Florian Lettermann signalisierte Bereitschaft, als Beisitzer mitzuarbeiten. Vereinschef Reh hofft nun, dass weitere Mitglieder diesem Beispiel folgen.

von Susan Abbe

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