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Biedenkopf muss Spielgeräte abreißen

Kernstadt-Ortsbeirat Biedenkopf muss Spielgeräte abreißen

Rutschen, Schaukeln und Klettergerüste: Mehrere Geräte auf Biedenkopfer Spielplätzen sind bei ­einem Sicherheitscheck durchgefallen und wurden sofort abgebaut.

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Die Klettergerüste auf dem Spielplatz am Stadtpark in 
Biedenkopf stehen noch. Aber die Röhrenrutsche, die sich am 
Hang dazwischen befand, wurde kürzlich abgebaut. Kleines Bild: Der Spielplatz in der Untergasse ist komplett gesperrt – seit wann, warum und für wie lange, verrät das Schild nicht.

Quelle: Susan Abbe

Biedenkopf. Betroffen sind sowohl Kernstadt als auch Stadtteile. Mehrere Spielgeräte wurden im Auftrag der Stadt demontiert. Das hat Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) auf Nachfrage des Kernstadt-Ortsbeirats bestätigt. Grund für die Aktion: Die Geräte stellen für die Benutzer ein Sicherheitsrisiko dar.

Wann genau die Überprüfung der städtischen Spielplätze stattfand, welche Plätze und wie viele Geräte im Einzelnen betroffen sind, konnte Thiemig während der Ortsbeiratssitzung am Montagabend noch nicht beantworten. Er selbst sei in der Zeit, in der die Sicherheitsprüfung erfolgte und im Ergebnis die Spielgeräte abgebaut werden mussten, im Urlaub gewesen. Erst als er in der vergangenen Woche zurückkehrte, habe er von den Problemen erfahren. Inzwischen habe er einen groben Überblick, könne aber noch nicht zu Details Auskunft geben, sagte der Bürgermeister.

Ortsbeirat kritisiert Informationspolitik

Wesentliche Eckpunkte des Problems konnte Thiemig dem Ortsbeirat der Kernstadt aber doch bereits erläutern. Betroffen seien „etliche Spielplätze in nahezu allen Stadtteilen“, sagte­ das Stadtoberhaupt. Die Sicherheitsprüfung habe dabei ergeben, dass viele Geräte derart marode waren, dass sie unverzüglich abgebaut werden mussten. „Wir mussten schnell reagieren“, erklärte der Bürgermeister. Die Geräte sind demnach von einem Tag auf den anderen abmontiert worden. Zeit, die Öffentlichkeit vorab über die auf den Spielplätzen nötigen Eingriffe zu informieren, sei deshalb nicht geblieben, erklärte Thiemig auf Nachfrage.

Die Ortsbeiratsmitglieder bedauerten indes, dass die Öffentlichkeit auch im Nachgang nicht informiert worden sei. Das Bauamt habe ihn selbst in seiner Funktion als Ortsvorsteher zwar in der vergangenen Woche in Kenntnis gesetzt, berichtete Ortsvorsteher Heinz Olbert (BB). Seine Anregung, über die Tageszeitung auch die Bürger über den Abbau der Spielgeräte zu informieren, sei aber nicht aufgegriffen worden. Auf zahlreichen Spielplätzen klafften jetzt Lücken, ohne dass Eltern und Kinder wüssten, warum die Geräte entfernt wurden beziehungsweise ob und wann sie ersetzt würden.

Wie es auf den Spielplätzen weitergeht, könne er nicht allein entscheiden, machte Thiemig schließlich deutlich. Das sei Sache der städtischen Gremien. Denn der Ersatz der vielen kaputten Spielgeräte dürfte teuer werden. Durchgerechnet sei das Ganze zwar noch nicht, „aber mein Gefühl sagt mir, dass das mit einem fünfstelligen Betrag nicht getan sein wird“, fürchtet Thiemig.

Gremium geht auf die
 Suche nach Sponsoren

Dass überhaupt so viele Spielgeräte mit einem Schlag solch massive Mängel aufweisen, erklärte Thiemig damit, dass die finanzielle Lage der Stadt über Jahre hinweg schlecht war. „Wir mussten uns in den letzten Jahren auf das Nötigste vom Nötigen beschränken – wir waren defizitär“, wies Thiemig darauf hin, dass diese Sparmaßnahmen letztlich auch Folgen für die Spielplätze hatten.

Er selbst werde sich dafür einsetzen, dass die Lücken auf den Spielplätzen wieder geschlossen werden, betonte der Bürgermeister. „Wenn es nach mir geht, würde ich das gerne wieder aufbauen.“ Deshalb werde er in den anstehenden Haushaltsberatungen für das Jahr 2018 dafür werben, dass „wir richtig Geld für die Spielplätze in die Hand nehmen“. Entscheiden muss darüber dann das ­Biedenkopfer Parlament.

Ortsbeiratsmitglied Gabriele Bastian (BB) schlug angesichts der hohen Kosten vor, heimische Firmen als Sponsoren für die Spielplätze ins Boot zu holen. „Das gab es bisher nicht“, erklärte der Bürgermeister, der bezüglich der Erfolgschancen einer solchen Aktion skeptisch ist. Als Ortsvorsteher Olbert dann aber fragte, ob etwas dagegen spreche, dass der Ortsbeirat selbst aktiv werde und bei Unternehmen anklopfe, hatte Thiemig nichts einzuwenden. Und Gabriele Bastian erklärte: „Die Möglichkeit sollte man zumindest in Erwägung ziehen – ich werde jedenfalls selbst die Trommel dafür rühren.“

von Susan Abbe

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