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Biedenkopf: Mehr Licht kostet 1,6 Millionen

Bauausschuss Biedenkopf: Mehr Licht kostet 1,6 Millionen

Intensiv haben sich die Ortsbeiräte in Biedenkopf in den vergangenen Monaten mit der Frage befasst: Wo liegt die Straßenbeleuchtung im Argen? Das Ergebnis bereitet dem Bauausschuss Kopfzerbrechen.

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Biedenkopf. Auf den Weg gebracht hatten die Stadtverordneten das Thema im Juni vergangenen Jahres. Sie beauftragten den Magistrat, ein Konzept vorzulegen, wie sich die Straßenbeleuchtung in den Nachtstunden verbessern lässt. Zu den Aufgaben gehörte es, all jene Straßen zu erfassen, in denen die Beleuchtung nur unzureichend ist. Darüber hinaus sollte der Magistrat, ebenfalls in Absprache mit den Ortsbeiräten, nach technischen Möglichkeiten Ausschau halten, um nachts für mehr Licht zu sorgen.

Weitere Themen: die durchgehende Straßenbeleuchtung in der Kernstadt und den Stadtteilen sowie als Alternative nur jede zweite Lampe die ganze­
Nacht leuchten zu lassen. Schließlich erging der Auftrag, die Kosten zu ermitteln, die jede dieser Veränderungen mit sich bringen würde.
In den vergangenen Monaten haben sich die Ortsbeiräte der Stadt intensiv mit dem Thema beschäftigt. Sie sammelten Anregungen der Bürger und schauten sich die Situation vor Ort an. All dies floss unter dem Titel „Mehr Licht für Biedenkopf“ in zwei Listen ein. Zehn Seiten umfasst jene Liste, die detailliert aufnimmt, in welchen Straßen eine Lampe fehlt oder wo aus anderen Gründen die Ausleuchtung nur unzureichend ist. Vier Seiten lang ist die Liste mit Überlegungen zur Ganz- oder Halbnachtschaltung.

Auf die größte Crux kam Bürgermeister Joachim Thiemig (SPD) gleich zu Beginn zu sprechen: Sollte die Stadt alle Wünsche umsetzen, würde dies 1,64 Millionen Euro kosten.
Thiemig: Anlieger müssten bis zu 90 Prozent zahlen

Die Liste werfe überdies eine ganze Reihe von Grundsatzfragen auf, erklärte der Rathauschef. So habe man etwa die Verbindungswege in der Kernstadt in den vergangenen Jahrzehnten nie beleuchtet. Sie stünden aber nun in der Liste und würden besonders hohe Kosten verursachen, da dort keine Kabel lägen. „Das ist eine grundsätzliche Frage“, sagte Thiemig, „will man diese Wege beleuchten?“
Die gleiche Frage stelle sich auch andernorts, beispielsweise am Lahnuferweg zwischen der Obermühlsbrücke und dem Breidhof-Parkplatz. Mit 69 000 Euro würde der Ausbau dort zu Buche schlagen. Es gebe noch viele andere Beispiele­ in der Stadt, erklärte Joachim Thiemig, wo eine Lampe gewünscht worden sei, aber noch keine Kabel lägen.

Nicht zuletzt trete in vielen Fällen die Frage der Beitragspflicht auf. Vielfach seien die Anlieger mit 90 Prozent an den Kosten zu beteiligen. Thiemigs Resümee: Angesichts der hohen Kosten müsse man sehr genau überlegen, was man sich leisten kann und will. „Man muss sich über das Thema der Priorisierung unterhalten“, sagte der Bürgermeister. Aus diesem Grund habe der Magistrat das Thema mit der Beschlussvorlage auch an den Bauausschuss gegeben. Der Magistrat wolle den Prozess voranbringen, aber zuvor seien noch viele grundsätzliche Fragen abzuarbeiten.

In der Diskussion ging es jedoch zunächst einmal um ein anderes Thema: nämlich die Frage, welchen Anteil die neuen LED-Lampen an den Klagen der Bürger über mangelnde Beleuchtung tragen. Bürgermeister Thiemig hatte gesagt, die überwiegende Zahl der Wünsche habe gar nichts mit den LEDs zu tun.

Dem widersprach der ­Ausschussvorsitzende Eckhard­ ­Müller. Seiner Meinung nach hat die Umstellung enormen Einfluss auf die Beleuchtung. Man hätte durch die Umstellung mehr und höhere Lampen gebraucht. Dem pflichtete­ Detlef Lang bei: Vorher sei die ­Beleuchtung niemals Thema in der Stadt gewesen. Beispielhaft verwies er auf den oberen Teil der Kottenbachstraße.

Er könne nur den Kopf schütteln, wenn dort der Zusammenhang mit den LED-Lampen verneint werde. Er habe gewiss nichts gegen LED, aber die Umstellung sei teilweise schlecht gemacht worden.
„Der Abstand der Lampen war auch vorher schon zu groß“, konterte Joachim Thiemig. Durch die LED-Lampen sei das erst augenscheinlich geworden. Kritik an der Qualität der Umsetzung wies er zurück. Anfangs habe die Stadt erst einmal eine komplette Bestandsaufnahme machen müssen. Da sei gar keine Zeit gewesen, in jedem Fall die Abstände zu prüfen. Den Handlungsbedarf sehe er auch, sagte Thiemig, aber es sei nicht richtig, die Mängel auf die LED-Umstellung zu schieben.

Nach längerer Diskussion über das weitere Vorgehen beschloss der Bauausschuss, sich am 15. März erneut zu treffen. Dann wollen die Mitglieder überlegen, welche Punkte sie direkt entscheiden können und welche sie sich noch einmal vor Ort anschauen müssen.

von Hartmut Bünger

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