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Projekt „Grenzenlos nah“ startet

„Bid Kultur“ Projekt „Grenzenlos nah“ startet

Als eine von 13 Gruppen in ganz Hessen wird der Verein „Bid Kultur“ vom hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

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Jasmin Schröder steht mit ihrem Projekt „Grenzenlos nah – Weil ich dir etwas zeigen kann“ in den Startlöchern.

Quelle: privat

Biedenkopf. „Grenzenlos nah – Weil ich dir etwas zeigen kann“, heißt das Projekt von „Bid Kultur“. Es knüpft an das Pilotprojekt „Ton und Flammen“ an, bei dem im Herbst vergangenen Jahres ein Dutzend Künstler eine komplette Familienwoche „Auf der Bleiche“ gestaltete, während der die rund 1500 Kinder unter anderem drei große Skulpturen anfertigten.

Auch bei der Neuauflage handelt es sich um einen Skulpturenworkshop für zwölf Jugendliche zwischen 14 und 16 Jahren. Auf Antrag des Vereinsvorstands, erhielt dieses Projekt vom Ministerium eine Förderung in Höhe von 5720 Euro aus der Initiative „Kulturkoffer“.

Innerhalb von drei Wochen sollen zwei Skulpturen entstehen. So unterschiedlich diese letztlich ausfallen können, so sehr gebe es doch ein verbindendes Element, sagt Jasmin Schröder vom „Bid Kultur“-Vorstand: „Beide Figuren sind Mensch, Beschützer, Freund und Vertrauter.“ Dabei werden sie von einem sich durch den Raum ziehenden roten Faden verbunden, beschreibt sie. „Dieser Faden läuft in der Mitte eines Raumes zusammen und verbindet sich dort mit einer Säule als Zeichen der Stabilität.“ Durch diese Installation solle die „Diversität der freien Gedanken, aber auch die Akzeptanz des Anderen“ dargestellt werden.

Jugendliche reflektieren eigenes Körperbewusstsein

Die teilnehmenden Jugendlichen werden eng in den künstlerischen Schaffensprozess eingebunden. Sie arbeiten mit Mull, Gips, Ton, Metall und Porzellan und erleben so haptisch die Entstehung der Skulpturen mit. Außerdem stehen zwei der ­Teilnehmer ganz konkret Modell für das Werkstück: Von ­ihnen werden Abdrücke, sogenannte Mutterformen, erstellt, die dann als Grundlage für die Skulpturen dienen.

So können die Jugendlichen ihr eigenes Körperbewusstsein reflektieren: Wie sendet der Körper Signale? Welche Macht steckt im Ausdruck unserer Hände? Und wie stark wirkt Gestik in erstarrtem Zustand? Fragen wie diese sollen begleitend in dem Kurs besprochen werden, der von Schröder und Dirk Steinhöfel, der auch Porzellanmaler ist, geleitet wird.

Neben dem hautnahen Erleben und der künstlerisch-kreativen Betätigung verfolgt „Grenzenlos nah“ noch ein wichtiges Ziel, wie Schröder sagt: nämlich Kommunikation und Integration. Bei den zwölf teilnehmenden Jugendlichen handelt es sich um eine bunt zusammengewürfelte Gruppe, die zu gleichen Teilen aus Schülern der Hinterlandschule Biedenkopf, minderjährigen Flüchtlingen, die vom Elisabeth-Verein betreut werden sowie Jugendlichen der Berufsvorbereitung des Bildungswerks der hessischen Wirtschaft besteht.

Land fördert Projekte in strukturschwachen Regionen

Geboren wurde die Idee zu „Grenzenlos nah“ aus den Wünschen der Kinder und Jugendlichen heraus. Bereits während „Ton und Flammen“ und in verschiedenen Projektarbeiten an Schulen wurde seitens der Teilnehmer immer wieder angeregt, Kunst- und Kulturprojekte nicht gruppenbezogen durchzuführen – also nicht im Klassenverband oder als Teil einer schulischen Projektwoche.

Da die Möglichkeiten dazu in Biedenkopf derzeit noch begrenzt sind, wird seitens „Bid Kultur“ der Aufbau eines soziokulturellen Zentrums forciert, in dem sich Kinder und Jugendliche kreativ betätigen können.

Genau das ist auch das Ziel, das das Ministerium mit seinem „Kulturkoffer“ verfolgt, wie Kunst- und Kulturminister Boris Rhein (CDU) betont. Dafür werden bis 2018 insgesamt vier Millionen Euro im Landeshaushalt bereitgestellt. Die Initiative­ fördert vor allem Angebote in strukturschwachen Regionen abseits der Ballungsräume.

von Sascha Valentin

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