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Beim Nähen näher kennenlernen

Integration von Flüchtlingen Beim Nähen näher kennenlernen

Im Auftrag des Diakonischen Werks Marburg-Biedenkopf begleiteten Fachabiturienten der Beruflichen Schulen Biedenkopf den Aufbau einer „Integrativen Nähstube“.

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Fachabiturienten der Beruflichen Schulen Biedenkopf haben im Auftrag des Diakonischen Werks den Aufbau einer „Integrativen ­Nähstube“ begleitet. Über das Ergebnis freuen sich nicht nur die Schüler, sondern auch ihr Lehrer Matthias Kamm (von rechts) und Helmut Kretz vom Diakonischen Werk.

Quelle: Iris Märte

Biedenkopf. Es geht darum, dass sich geflüchtete und einheimische Frauen bei einem gemeinsamen Hobby kennenlernen können, beim Nähen. Das Projekt ist ein Baustein in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe des Diakonischen Werkes. Die „Integrative Nähstube“ gehört zum Hinterländer Netzwerk Nachbarschaftshilfe.

Einige Nähmaschinen waren bereits vorhanden. Die Fachabiturienten der Beruflichen Schulen hatten den Auftrag, nach weiterer Ausstattung für die Nähstube zu suchen. Benötigt wurden beispielsweise Bürodrehstühle für die Arbeitsplätze, aber auch Stoff zum Verarbeiten und eine Schneiderpuppe.

Zudem haben sich die Abiturienten aus dem Bereich Wirtschaft und Verwaltung über den Verkauf der genähten Produkte Gedanken gemacht. Sie regten an, dazu den Laden „Jacke wie Hose“ des Deutschen Roten Kreuzes und des Diakonischen Werks zu nutzen.

Inzwischen findet die „Integrative Nähstube“ montags von 10 bis 11.30 Uhr statt. Entstanden sind schon einige selbstgenähte Taschen, zum Teil aus aussortierter Kleidung des Ladens. Die Schüler stellten während ­ihrer Präsentation fest, dass die Frauen einige Vorkenntnisse haben, selbstständig arbeiten und sich mit der Kursleiterin gut auf Deutsch verständigen können.

Schulen und heimische Firmen kooperieren seit Jahren

Begleitend zum Aufbau der Nähstube haben sich die Schüler auch mit der Situation von Flüchtlingen befasst und einen in Biedenkopf lebenden interviewt. Der Mann war in seiner Heimat als Lehrer tätig.

Inzwischen konnte er seine­ Frau und die beiden Kinder nach Biedenkopf holen. „Man hat ihm angemerkt, dass sie ­eine schwere Vergangenheit hinter sich haben“, berichtete Nora Veseli während ihrer Präsentation.

Die Beruflichen Schulen Biedenkopf kooperieren seit Jahren mit heimischen Firmen, um die Abiturienten lebensnahe Präsentationsaufträge bearbeiten zu lassen. Das Diakonische Werk ist von Anfang an dabei. Helmut Kretz, Koordinator und Fachbereichsleiter im Diakonischen Werk, lobte die Schüler für ihre Anstöße. „Die Arbeit der jungen Leute hilft, ein Projekt voranzubringen, und ihre Ergebnisse ermutigen uns zum Weitermachen“, sagte Kretz.

Nach einigen abschließenden Fragen durch ihren Lehrer Matthias Kamm hatten die Schüler ihre Prüfung geschafft. Die „integrative Nähstube“ hingegen steht noch ganz am Anfang.

  • Am Nähen interessierte Frauen können sich beim Diakonischen Werk melden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Die Teilnahme ist kostenlos. Auch Sachspenden wie Stoffe,­ Knöpfe­ oder Reißverschlüsse­ werden gern angenommen. Ansprechpartnerin ist Juliane­ Ferchland, Telefonnummer 06461/95400, E-Mail: pforte.biedenkopf@ekkw.de

von Iris Märte

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