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Ausflug über Stock und Stein

Grenzgang Kombach Ausflug über Stock und Stein

Wer bislang nicht wusste, dass Kombach einmal ­einen Flugplatz hatte, der staunte bei der zweiten Grenzgangsetappe im Vorfeld der 750-Jahr-Feier nicht schlecht.

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Diesmal führte der Grenzgangsverlauf auch durch unwegsames Gelände und war damit anspruchsvoller als die erste Etappe.

Quelle: Sascha Valentin

Kombach. Die rund zehn Kilo­meter lange Tour führte die Teilnehmer auch auf das Feld am Hange des Hirschsteins, wo vor 80 Jahren einmal Segelflugzeuge gestartet sind. Das sei aber selbst vielen Kombachern nicht bewusst, stellte Norbert Fenner fest. Der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft begleitete den Wandertross mit seiner „Rappel“, hielt an bedeutsamen Punkten immer wieder­ inne und verwies auf deren ­
Geschichte.

1934 sei der Flugplatz von der Biedenkopfer Segelfluggruppe als Startplatz genutzt worden, wobei durchaus Flugzeiten von bis zu zwei Minuten zustande gekommen seien.
Auf dem weiteren Weg erfuhren die Grenzgänger unter anderem, was es mit den verschiedenen Flurnamen – wie etwa der „Kuh“ – auf sich hat, dass der Hirschstein mit 391 Metern­ die höchste Erhebung der ­Gemarkung bildet und welche Geschichte das Tanzplätzchen am Hirschstein hatte.

Dabei war die Grenzbegehung nicht nur für Kombacher interessant. Zu den Teilnehmern gehörten auch einige Wanderer aus Buchenau – darunter etwa Wolfgang Becker, der aus gutem Grund mitlief: Denn die Kombacher liefen bei ihrer Grenzbegehung auch jenes knapp 1,5 Kilometer lange Teilstück entlang der Buchenauer Grenze ab, das die Dautphetaler Nachbarn bei ihrem Grenzgang stets auslassen. „Das ist wirklich das ­erste Mal, dass ich diesen Weg gehe“, gestand Becker.

Unterwegs wird nachgetankt

Gegenüber der ersten Etappe im Frühjahr gestaltete sich der zweite Teil der Wegstrecke ein wenig anspruchsvoller und beschwerlicher. Teilweise führte der Weg querfeldein und steile Berghänge hinauf – wie etwa am Grendswinkel oder vom Schnakenberg auf die Breite Hard. Deshalb gerieten die Wanderer diesmal durchaus ins Schnaufen und Schwitzen. Umso mehr freuten sie sich denn, als sie ­etwa am „Dreiländereck“ zwischen Kombach, Buchenau und Katzenbach von den Katzenbachern mit einer kleinen „Tankstelle“ empfangen wurden, an der sich die Ausflügler etwas hochprozentigen Treibstoff einverleiben konnten.

Mit der Resonanz auf die Einladung zur zweiten Grenzgangsetappe zeigte sich Ortsvorsteher Michael Blöcher-Ortmüller mehr als zufrieden. Zwar hatten sich knapp 100 Wanderer weniger aufgerafft, als im Frühjahr. Mit gut 150 Personen lag der Zuspruch aber doch deutlich über den Erwartungen der Veranstalter, die angesichts der vergangenen Regentage Schlimmeres befürchtet hatten.

Nachdem die Wanderer die rund zehn Kilometer entlang der Gemarkungsgrenze hinter sich gelassen hatten, erwartete sie zum Abschluss des Tages noch ein weiterer Höhepunkt: An der Kombacher Schutzhütte hatte die Dorfgemeinschaft ein Weinfest organisiert, bei dem die Wanderer den Tag in geselliger Runde ausklingen lassen konnten.

von Sascha Valentin

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