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Angetrunkener überfuhr beinahe Polizisten

Aus dem Amtsgericht Angetrunkener überfuhr beinahe Polizisten

Bei einer Fahrzeugkontrolle im Februar in Biedenkopf war ein Mann aus Hatzfeld ohne zu bremsen auf einen Polizisten zugefahren. Um nicht vom Auto erfasst zu werden, musste der Beamte zur Seite ausweichen. Dafür wurde der Fahrer nun zu einer Strafe von 6800 Euro verurteilt.

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Bei einer Verkehrskontrolle gefährdete ein Autofahrer einen Polizeibeamten.

Quelle: Uli Deck / dpa

Biedenkopf. Der 46-Jährige gab zu, nicht richtig gehandelt zu haben und entschuldigte sich mehrfach für sein Verhalten. „Ich war auf ­einer Faschingsfeier und da kam es irgendwie zu einem Tumult und einer Schlägerei. Da wollte ich einfach nur noch weg“, erzählte der Angeklagte vor dem Amtsgericht Biedenkopf. Dass der Polizist ihn an der Auffahrt zur Umgehungsstraße anhalten wollte, habe er gar nicht richtig mitbekommen, schilderte er weiter. Auf keinen Fall wollte er jemanden verletzen oder sei bewusst auf eine Person zugefahren, ergänzte er.

Doch damit war der Vorfall noch nicht zu Ende: Der betreffende Beamte nahm die Verfolgung des weißen Transporters auf, den der Mann fuhr. Trotz Zeichen, er solle anhalten, sei der Angeklagte weitergefahren, berichtete der Polizist. Erst nach mehr als einer halben Stunde konnte der Mann mithilfe der Polizeikollegen aus Frankenberg durch eine Straßensperre gestoppt werden.

„Es war keine Absicht“

„Das tut mir alles wahnsinnig Leid und es war bestimmt keine Absicht“, sagte der Mann. Schon am Tag nach dem Vorfall hatte er deswegen auch bei der Polizei angerufen und sich entschuldigt, war später sogar auf der Polizeistation, um dies zu tun. Nach der Tat war bei dem Angeklagten eine Alkoholkonzentration von mindestens 1,89 Promille festgestellt worden. „Ich werde mich nie wieder betrunken ans Steuer setzen“, gab der Mann reumütig zu.

Den anfänglichen Vorwurf des Widerstands gegen die Vollstreckungsbeamten wandelte­ Staatsanwalt Christian Laubach­ während der Verhandlung in ­eine Nötigung um. Der Mann habe durch sein Verhalten zwar den Straßenverkehr gefährdet und in Kauf genommen, eine andere Person zu verletzen, er wollte aber niemanden absichtlich überfahren, sagte Laubach.

Neben der Geldstrafe wird der Führerschein des Mannes, den er nach der Trunkenheitsfahrt im Februar abgeben musste, für weitere zwölf Monate einbehalten. Erst dann kann er ihn ­zurückbekommen, die entsprechende medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) vorausgesetzt.

von Sascha Valentin

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