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Mit Böllerschüssen auf zur Grenze

750-Jahr-Feier Kombach Mit Böllerschüssen auf zur Grenze

Ein ordentliches Stück Weg haben sich die Kombacher für den 25. März vorgenommen. Begleitet von Böllerschüssen wollen sie an diesem Samstagmorgen zum ersten Teil ihrer Grenzbegehung starten.

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Die Böllergruppe im Schützenverein Wetter eröffnete im Jahr 2013 von Burgberg bei Buchenau aus den dortigen Grenzgang.

Quelle: Benedikt Bernshausen

Kombach. Der zehn Kilometer lange Marsch ist Auftakt zur 750-Jahr-Feier des Dorfes. Die gemeinsame Tour soll Einblicke in die Ortsgeschichte bringen. Und die begann im Jahr 1268 mit der urkundlichen Ersterwähnung Kombachs und wird 2018 gebührend gefeiert.

Entsprechend hat sich der Verein „Dorfgemeinschaft 750 Jahre Kombach“ bei der Vorbereitung der Grenzbegehung zum Festauftakt viel Mühe gegeben. Um den Verlauf der Grenze nachzuvollziehen, hat sich Vereinschef Norbert Fenner durch alte Quellen gearbeitet. Und Wolfgang Platt ist die komplette Grenze abgelaufen, um die Strecke zu testen und noch vorhandene Grenzsteine zu markieren.

Als Ergebnis dieser Vorarbeiten hat der Verein eine Broschüre erarbeitet, in der die Route beschrieben und die Herkunft vieler Flurnamen entlang der Strecke erläutert wird. Das Heftchen kann während der Grenzbegehung erworben werden.

Abgelaufen wird im ersten Teil des Marsches der südliche Teil der Kombacher Grenze; die Begehung des nördlichen Teils folgt voraussichtlich im Oktober. Treffpunkt ist am kommenden Samstag, 25. März, um 8.30 Uhr am Bürgerhaus, Buchenauer Straße 3. Von dort führt der Weg zunächst über die alte Landstraße Richtung Buchenau bis zur Höhe „Im Langen Loh“. Dort – an der Grenze zu Buchenau – liegt der eigentliche Startpunkt der Grenzbegehung.

Feindschaft wegen Streits um Honigberg beigelegt

Die dort beginnende zehn Kilometer lange Strecke führt die Wanderer unter anderem an der „Appental“ vorbei, die an eine Wüstung namens „Appenhausen“ erinnert, und in der Nähe des Böttig über die Bundesstraße 62. Danach laufen die Kombacher entlang der Lahn, überqueren die B 62 vor Eckels-­hausen erneut, wandern zurück Richtung Kombach, weiter zum Schinnweg und zum Honigberg.

Um den Honigberg gab es um 1877 Streit zwischen Kombach und Eckelshausen, was zu einer lang anhaltenden „Feindschaft“ führte. Der Zwist ist laut Fenner inzwischen zwar belanglos geworden, werde aber in kleinen Kabbeleien durchaus noch gepflegt.

Das letzte Wegstück verläuft dann Richtung Waller Wiese, wo der erste Teil der Grenzbegehung gegen 14.30 Uhr endet. Danach laufen die Kombacher zur Schutzhütte, um dort den Tag gemütlich ausklingen zu lassen. Für Verpflegung ist nicht nur an der Hütte gesorgt. Auch unterwegs ist gegen 12 Uhr eine Rast mit Suppe aus der Gulaschkanone und vegetarischen Speisen vorgesehen.

Damit die Grenzbegehung nicht zur Qual wird, rät Fenner den Teilnehmern zu festen Schuhen. „Es geht über Stock und Stein“, kündigt der Vereinschef an. Die Grenze verlaufe oft nicht auf befestigten Wegen, weshalb die Strecke leider nicht für Kinderwagen geeignet sei.

Polizei sperrt B 62 während 
zwei Überquerungen

Um Familien mit kleinen Kindern und Menschen, die weniger gut zu Fuß sind, die Teilnahme dennoch zu ermöglichen, hat der Jubiläumsverein noch eine Alternativ-Strecke auf festen Wegen ausgearbeitet. Zudem ist eine Kinderbetreuung am Mehrgenerationenplatz vorgesehen.

Ganz exakt können die Kombacher dem Grenzverlauf letztlich allerdings sowieso nicht folgen. Denn zum Teil verläuft die Grenze in der Lahn. Dass der ­Jubiläumsverein aber keine ­Mühe gescheut hat, der Grenze so nahe wie möglich zu kommen, zeigt der Aufwand, mit dem die Mitglieder die Tour vorbereitet haben. Sie haben dafür gesorgt, dass Wege freigeschnitten und Brückengeländer installiert wurden.

Die Polizei wurde kontaktiert, um die B 62 für die zwei Überquerungen – gegen 10.30 und 12 Uhr – für jeweils zehn Minuten sperren zu können. Genehmigungen wurden eingeholt und das Deutsche Rote Kreuz für den Sanitätsdienst gewonnen. Vereinschef Fenner bittet zudem alle Grundstücksbesitzer um Verständnis dafür, dass die Wanderer ihr Land betreten. „Selbstverständlich werden die Felder von eventuell anfallendem Schmutz befreit“, verspricht Fenner.

Wie viele Stunden die ehren­amtlichen Mitglieder der ­Arbeitsgruppen „Historie“ und „Organisation“ im Jubiläumsverein für die Grenzbegehung investiert haben, lässt sich nicht sagen. Als Lohn für die Mühe­ erhoffen sie sich eine gelungene Grenzbegehung mit vielen Teilnehmern. „Wenn die Dorfgemeinschaft durch das Jubiläum enger zusammenwächst, wäre das ein wirklich schönes Ergebnis“, sagt Vereinschef Fenner.

von Susan Abbe

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