Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Biedenkopf sucht neue Kulturreferentin

Nachfolge Biedenkopf sucht neue Kulturreferentin

Die Biedenkopfer Schlossfestspielsaison 2017 liegt noch in den Händen von Birgit Simmler. Danach wird für die künftige Intendantin der Luisenburg-Festspiele ein geeigneter Nachfolger gesucht

Voriger Artikel
Erfolgskonzept wechselt die Bühne
Nächster Artikel
Christmette in Dautphe

Bürgermeister Joachim Thiemig und Birgit Simmler vor dem Plakat von Simmlers letzten Inszenierung bei den Biedenkopfer Schlossfestspielen.Foto: Silke Pfeifer-Sternke

Biedenkopf. Für Birgit Simmler waren Biedenkopf und der Erfolg der Schlossfestspiele ein vielbeachteter Karriereanschub. Im Herbst 2017 wird sie als Intendantin die Luisenburg-Festspiele leiten, die eine 125-jährige Tradition haben. Überhaupt werden sich für Simmler die Dimensionen völlig verschieben: Während in Biedenkopf 100000 Euro als Budget zur Verfügung standen, sind es in Wunsiedel 4,5 bis fünf Millionen Euro; in Biedenkopf haben zwischen 5000 und 8000 Zuschauer pro Saison die Musicals aus der Feder von Simmler und Komponist Paul Graham Brown gesehen, die Luisenburg-Festspiele sehen jährlich bis zu 130000 Menschen. Gespielt werden dort von Mai bis September vier Eigenkompositionen, in Biedenkopf nur im August.

Simmler wird bestrebt sein, ihr Erfolgskonzept aus Biedenkopf - ein Stück mit regionalem Bezug - in der Luisenburg zu etablieren. Allerdings: „Ein abgelegtes Kleid anzuziehen, ist nicht sinnvoll“, sagt Simmler. Das spricht dafür, dass sie schon neue Ideen hat, was sie auf der großen Bühne als ihre Eigenproduktion aufführen kann und möchte. Eine pro Jahr strebt sie schon an.

Für Bürgermeister Joachim Thiemig ist Simmlers Entscheidung schmerzlich, aber nachvollziebar. Am Montag soll der Magistrat offiziell über Simmlers Weggang informiert werden, dann folgt per Ausschreibung die Suche nach einem geeigneten Nachfolger. „Man muss sehen, was der Markt so hergibt“, sagt Thiemig. Sein Bestreben ist es, an der Marke „Schlossfestspiele“ festzuhalten. Wunsiedel beglückwünscht er für das gute Händchen bei der Entscheidung, Birgit Simmler als Nachfolgerin von Michael Lerchenberg als künstlerische Leiterin einzustellen. Im Herbst bricht Simmler in der Hinterlandkommune ihre Zelte ab und verlässt eine Stadt, mit der sie ein Gefühl von Heimat verbindet. „Mir liegt Biedenkopf am Herzen“, sagt sie, und ihre Worte klingen echt. Wenn sie geht, hinterlässt sie ihrem Nachfolger eine etablierte Kulturarbeit, auf die derjenige aufbauen kann. Die Marke „Schlossfestspiele“ läuft 2017 noch in gewohnter Weise, also unter Simmlers Regie, ab. Außerdem hat sie die Weichen gestellt, dass im Schlosshof die Sitzordnung erweitert wird und sich die Sichtverhältnisse zur Bühne verbessern. Der Kiosk kommt weg. Doch die Umsetzung ist dann die Aufgabe ihres Nachfolgers, der zudem im Folgejahr von ihrer Vorarbeit zum Stück „Die Hatzfeld“ profitieren kann.

In ihrer unnachahmlichen charmanten Art deutet Simmler an, dass ihr Nachfolger bis zur Produktion eines neuen Stücks „Luft“ hat, bis zum Jahr 2019. Denn in 965 Tagen (vom 15. bis 17. August 2019) findet das historische Heimatfest, der Grenzgang, statt. Diese Zeit habe sie 2012 auch genutzt, um die Schlossfestspiele 2013 vorzubereiten. Deshalb ist aus ihrer Sicht ihr Weggang eigentlich ein guter Zeitpunkt. Bürgermeister Thiemig sieht das sicher anders. Er verzichtet nur ungern auf die Zusammenarbeit mit der Kulturreferentin. Ab Januar will er sich intensiv um eine Nachfolgeregelung kümmern. Auf Simmler wartet nun eine große Aufgabe, durch die sie sich „wühlen“ muss. Das bezeichnet sie als Teil vom Spaß.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr