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Biedenkopf stimmt Verpachtung zu

Windpark Biedenkopf stimmt Verpachtung zu

Die Biedenkopfer Stadtverordnetenversammlung stimmte - indirekt durch die Verpachtung eines Grundstücks in Eckelshausen - dem Bau eines Dautphetaler Windrades in der Gemarkung Eckelshausen mehrheitlich zu.

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Quelle: Norbert_Weiß/Pixelio

Biedenkopf. Die Diskussion am Donnerstagabend war kontrovers, das Abstimmungsergebnis knapp: Bei einer Enthaltung stimmten 17 Stadtverordnete von SPD und UBL dafür, 15 von CDU und BB dagegen. Entschieden wurde über die Frage, ob die Stadt Biedenkopf ein Grundstück auf dem „Kreisberg“ in Eckelshausen für den von der Gemeinde Dautphetal geplanten „Windpark Weißenberg“ bereitstellen soll. Neben einer Anlage in Eckelshausen beinhaltet die Planung bis zu fünf in Wolfgruben.

Zu Beginn der Debatte im März, sprach sich der Magistrat gegen eine Bereitstellung aus. Ende April schlossen sich in einer gemeinsamen Sitzung zwar die Ortsbeiräte von Eckels­hausen und Kombach dieser Meinung an, doch sowohl der Haupt- und Finanzausschuss als auch der Ausschuss für Bauen und Umwelt gaben kein Votum ab (die OP berichtete). Erst in einer erneuten gemeinsamen Sitzung am 13. Mai bildete sich eine Mehrheit für die Bereitstellung - und die setzte sich nun auch in der Stadtverordnetenversammlung durch

"Wir sollten Anlagen nur dort platzieren, wo es sinnvoll ist"

Sozialdemokrat Heinz Funk (SPD) sprach sich dafür aus, denn schließlich profitiere die Stadt durch die Windenergieanlage der Nachbargemeinde in Eckelshausen. Bei einer Verpachtung des Grundstücks sei, so Funk, jährlich ein fünfstelliger Betrag einzunehmen.

Der Eckelshäuser Siegfried Engelbach von der CDU hielt dagegen: „Wir sollten Anlagen nur dort platzieren, wo es sinnvoll ist!“ Er bemerkte, dass das Windrad in seinem Dorf an „exponiertester Stelle“ und von allen geplanten Anlagen am nächsten an der Ortslage stehen würde. Für die UBL-Fraktion bescheinigte Dieter Spieß beiden Seiten gute Argumente, erkannte bei den Gegnern aber schon Anzeichen von „Hysterie“. Wer sich auf die Zerstörung des Landschaftsbildes berufe, dem erklärte Spies, dass Deutschland eine sich seit jeher verändernde Kulturlandschaft sei und: „Das Landschaftsbild ist immer Gewöhnungssache!“

Anstelle bloßer Ablehnung, forderte der Sozialdemokrat Thomas Mayerle von Engelbach auch konstruktive Vorschläge zur Umsetzung der Energiewende vor Ort. Und außerdem solle bedacht werden, dass wenn der Dautphetaler Windpark ohne das Eckelshäuser Windrad realisiert würde, die restlichen Räder näher an die Stadtgrenze heranrückten. „Sie werden dann nur geringfügig kleiner erscheinen und nur wenige Dezibel leiser sein“, betonte Mayerle.

"Für uns ist das ein Beitrag für eine bessere Welt"

Dieses Argument griff auch seine Parteikollegin Britta Schwarz auf. Sie verstehe die Problematik nicht ganz, da das, wovor die Bürger vor Ort Angst hätten, ohnehin vier- oder fünffach geschehen werde. Wie zuvor schon Spieß, sprach sich auch die Sozialdemokratin für die Verpachtung des Areals aus.

Christdemokrat Engelbach unterstrich zum Ende der Debatte, er habe den Eindruck, allenorts werde „um jeden Preis“ ein Windrad errichtet, solange es die Förderung dafür noch gebe. Er wiederholte, dass er kein Gegner der Windkraft sei, sich aber für deren sinnvolle Gewinnung einsetze. Letzter Redner war Christoph Schwarz (SPD). Zur Bereitstellung des Grundstücks und dem daraus resultierenden Bau einer Windkraftanlage sagte er: „Es geht uns nicht um das Geld - für uns ist das ein Beitrag für eine bessere Welt!“ Weiterer Bericht folgt.

von Benedikt Bernshausen

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