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Bewohner sollen sich wohlfühlen

AWO-Altenheim Bewohner sollen sich wohlfühlen

Wenige Tage nach dem Einzug der ersten Bewohner präsentierte sich das AWO-Altenzentrums Lohra am Wochenende der Öffentlichkeit.

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Bewohnerin Anna Ruprecht (Zweite von rechts) erhielt am Tag der offenen Tür Besuch von ihrer Familie. Foto: Björn-Uwe Klein

Lohra. Das Interesse am Tag der offenen Tür war groß. Bereits am Samstagmittag freute sich Angelika Plaicher, Leiterin des AWO-Altenzentrums, über „gefühlte“ 100 Besucher. Unter ihnen auch die Lohraer Ortsvorsteherin Elfriede Köhler, die die Eröffnung des Seniorenheims als „Segen” bezeichnete. „Ich bin begeistert, es ist so schön geworden”, sagte sie.

Angelika Plaicher führte interessierte Besucher durch die Räumlichkeiten und gab Einblicke - etwa in die barrierefreie Gestaltung sämtlicher Bewohner-Zimmer. Barrierefrei sind auch die Bäder gebaut, es gibt beispielsweise integrierte Haltegriffe an den Waschbecken oder Spiegel, die in ihrer Anbringung auch der Perspektive von Rollstuhlfahrern angepasst sind.

Alle Zimmer sind mit einer Grundausstattung versehen, die aber - mit Ausnahme der Betten - durch eigene Möbel ersetzt werden kann. Individualität sei schließlich ein wichtiger Aspekt, verdeutlichten Plaicher, und der Geschäftsführer der AWO Nordhessen, Michael Schmidt. Bei den Betten handelt es sich um solche vom Typ „Niederflur“, deren Höhe verstellbar ist.

Neben Einzelzimmern bietet das Altenzentrum auch fünf Ehepaar-Lösungen, die aus jeweils zwei Zimmern bestehen. „Ehepaare können entscheiden, ob sie die Betten getrennt oder zusammen in einem Zimmer haben möchten”, erläuterte Plaicher.

Eine konzeptionell entscheidende Bedeutung kommt im AWO-Altenzentrum den Hausgemeinschaften zu. Vier davon soll es in Lohra geben. Jede Hausgemeinschaft organisiere bestimmte Abläufe selbst. Etwa, indem sich die Bewohner über den Speiseplan abstimmten, wie Angelika Plaicher beispielhaft erklärte.

„Das Konzept zielt darauf ab, dass Menschen selbst mitmachen können”, sagte Michael Schmidt. „Dezentralisierung“ sei in diesem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort. Benannt sind die Hausgemeinschaften nach dem, was aus den Fenstern der jeweiligen Gebäudebereiche zu sehen ist. Beispielsweise der „Esseberg“ oder der „Hemmrich“.

In den Fluren der Hausgemeinschaften sind Sitz-Nischen eingerichtet, die der Kommunikation zugute kommen sollen. Sie weisen zudem eine akustische Besonderheit auf: Durch Lochmuster in den Decken wird in diesen Bereichen der Schall gedämpft.

Raum für Entfaltung und Wohlfühl-Atmosphäre gibt‘s mithilfe weiterer Angebote. Etwa durch eine Wellness-Badewanne. Außerdem sind mit Stefanie Schmidt und Melissa Oynar zwei Friseurmeisterinnen im Haus vertreten.

„Die Gegebenheiten sind hier sehr gut“, sagte eine 82-jährige Bewohnerin des Altenzentrums im Gespräch mit der OP. Sie zählte zu den ersten, die ins Lohraer Altenzentrum einzogen und lebte vorher für einige Monate in einem anderen Seniorenheim. Der Wegzug von zu Hause sei kein leichter Schritt gewesen - „die heimatliche Umgebung fehlt“ -, doch das Mitarbeiterteam im Lohraer Altenzentrum sei sehr bemüht.

Heimleiterin Angelika Plaicher setzt auf eine enge Kooperation mit dem Familien- und Seniorenrat Lohra, der am Tag der offenen Tür mit einem Infostand vertreten war - wie auch mit dem Wirtschaftsforum Lohra. Überhaupt sei es wichtig, dass das Altenzentrum Teil des Lebens in der Gemeinde werde, sagte Plaicher. Dieses Ziel werde allein durch die Lage, etwa die Nachbarschaft zum Lohraer Dorfgemeinschaftshaus, untermauert. Ebenso auch durch die Begegnungsstätte im Altenzentrum. Diese steht nicht nur Bewohnern und Angehörigen, sondern auch Vereinen und Privatpersonen für Veranstaltungen offen. Veranstaltungen für die Bewohner, zum Beispiel Gottesdienste, sind über einen hauseigenen Fernsehkanal in die Zimmer übertragbar.

Die Investitionssumme für das AWO-Altenzentrum belief sich auf rund 4,2 Millionen Euro. Die Einrichtung nahm ihren Betrieb am 1. Dezember auf. Sie bietet 48 Bewohnern Platz. Hinzu kommen acht Tagespflege- und vier Kurzzeitpflegeplätze. „Bis zum Jahresende ziehen etwa 20 Bewohner ein“, sagte Heimleiterin Angelika Plaicher.

Die AWO rechnet bis spätestens Ende 2013 mit einer Vollbelegung. Derzeit zählt das Altenzentrum Lohra 21 Beschäftigte.

von Björn-Uwe Klein

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