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Bewaffneter Mann hält ganzes Dorf in Atem

Polizeigroßeinsatz Bewaffneter Mann hält ganzes Dorf in Atem

Für viele Kleingladen­bacher wurde die Nacht von Dienstag auf Mittwoch zum Tag, denn ein Großaufgebot von Polizeikräften hatte das Dorf acht Stunden lang förmlich abgeriegelt.

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Wegen des Drohanrufes eines 56-Jährigen kam es am Mittwoch in den frühen Morgenstunden zu einem Großaufgebot der Polizei an diesem Haus in Kleingladenbach.

Quelle: Foto: Florian Gartner/Fotomontage: Sven Geske

Kleingladenbach. In einem Wohnhaus in der Straße „Kirchgarten“ verschanzte sich acht Stunden lang ein Mann, der gedroht hatte, sich und andere umzubringen.
Gestern Morgen gegen 9 Uhr stellte er sich schließlich widerstandslos der Polizei. Die ganze Nacht über waren die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot in Kleingladenbach. Dazu zählten auch Spezialeinsatzkräfte; unter anderem welche, die in solchen Situationen speziell auf Verhandlungsführung geschult sind.

Nach Informationen der OP wirkte der 56-Jährige bei seinem Anruf bei der Polizei in Biedenkopf alkoholisiert.
Hintergrund seiner Selbstmordabsichten waren familiäre Probleme. Weil es sich um eine unklare Bedrohungslage handelte, ging die Polizei davon aus, dass der Mann im Besitz einer Schusswaffe sein könnte. Sie sperrte deshalb das Gebiet rund um das Haus in der Straße im „Kirchgarten“ weiträumig ab. Dass er eine Waffe besaß, wurde in den weiteren Gesprächen mit ihm deutlich.    
Nach der Festnahme durchsuchten Beamte das Haus, in dem zwei Parteien wohnen.

Der Mann war im Besitz einer Schreckschuss-Handfeuerwaffe. Ob sie „scharf gemacht“ wurde, werde nun geprüft, ­sagte gestern auf Anfrage der OP Ute Sehlbach-Schellenberg, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Marburg.

Bezüglich weiterer Informationen – etwa über den Hintergrund der Selbstmordabsicht und der Gefährdung anderer Personen im Haus – verwies die Oberstaatsanwältin auf die laufenden Ermittlungen. Verletzt wurde bei dem Einsatz niemand.

Illegal „scharf gemacht“ werden Schreckschusspistolen, indem unter anderem der verschlossene Lauf durchbohrt wird. Weil es sich bei Schreckschusspistolen oder -revolvern oft um täuschend echte Nachbauten echter Modelle handelt, lässt sich eine Schreckschusswaffe ohnehin kaum von einer  echten Waffe unterscheiden. Hinzu kommt das Problem der „scharf gemachten“ erlaubnisfreien Schreckschusswaffen.
Etwa die Hälfte aller Straftaten, bei denen eine Waffe im Spiel ist, wird mit erlaubnisfreien Waffen verübt. Und ein Fünftel der Waffen, die von den Experten der Kripo in den Labors untersucht wird, wurde „scharf gemacht“.

von Hartmus Berge

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