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Betrüger versuchen es am Telefon

Zwei Fälle im Landkreis gemeldet Betrüger versuchen es am Telefon

Mit dubiosen Gewinnversprechen sind derzeit Unbekannte im Landkreis auf der Suche nach schnellem Geld.

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Die Polizei warnt vor Telefonbetrügern. Im Landkreis sind bislang zwei Fälle mit dieser Masche 
bekannt geworden.

Quelle: Julian Stratenschulte / dpa

Marburg. Am 6. Juni berichtete das Bundeskriminalamt (BKA) von gewerbsmäßig organisiertem Betrug aus türkischen Call-Centern. Die Opfer waren 
allesamt ältere Menschen. Nun haben es solche Betrüger in Gladenbach und in Bad Endbach versucht.

In beiden Fällen 
ohne Erfolg, wie die Polizei berichtet. Einmal beendete das ausgesuchte Opfer das Gespräch. Im anderen Fall schöpfte die Angestellte des Geldinstituts Verdacht und bewahrte dadurch seinen Kunden vor finanziellem Verlust.

Die Betrüger bedienen sich folgender Masche: Sie geben sich am Telefon als Rechtsanwälte oder Notare aus und informieren die Angerufenen beispielsweise über den angeblichen 
Gewinn eines hohen Geld- oder Sachpreises. Die Täter geben vor, dass der Gewinn nur ausgezahlt werden kann, wenn der Gewinner in Vorleistung tritt.

Es sollen vom Angerufenen im 
Voraus Gebühren, Steuern oder andere Kosten bezahlt werden. Eine Verrechnung mit dem Gewinn wird mit unterschiedlichen Begründungen abgelehnt. Die Opfer sollen die Beträge beispielsweise überweisen, in bar an einen Abholer übergeben oder per Post ins Ausland versenden.

Was die Betrüger nicht verraten: Auch wenn die Angerufenen der Zahlungsaufforderung nachkommen, erfolgt keinesfalls die Ausschüttung eines Gewinns, sagt Marburgs Polizeisprecher Martin Ahlich.

Polizei: Echte Gewinne sind an keine Zahlung gebunden

Manchmal geben sich die Täter auch als Polizeibeamte oder Staatsanwälte aus. Sie behaupten, dass sich die Angerufenen durch die Erstzahlung strafbar gemacht haben und ein angeblich gegen sie eingeleitetes 
 Ermittlungsverfahren nur gegen eine weitere Zahlung schnell und unkompliziert abwendbar sei.

Die Betrüger setzen die Opfer massiv unter Druck, wenn diese keine weiteren Zahlungen leisten wollen. Selbst wenn Opfer kein Geld mehr haben und alle Ersparnisse bereits aufgebraucht sind, lassen die Täter nicht locker und fordern dazu auf, Geld zu leihen oder 
 einen Kredit aufzunehmen.

Um die eigene Glaubwürdigkeit zu erhöhen, manipulieren die Betrüger gezielt die eigene Rufnummer, die im Telefondisplay des Opfers erscheint. Dort wird eine deutsche Nummer angezeigt, obgleich sich der Täter bei seinem Anruf in einem Call-Center in der Türkei befindet.

Polizeisprecher Ahlich rät: „Schenken Sie telefonischen Gewinnversprechen keinen Glauben – erst recht nicht, wenn diese an finanzielle Bedingungen geknüpft sind.“ Ebenso weist er darauf hin, Angehörige deutscher Strafverfolgungsbehörden würden niemals am Telefon zu einer Geldüberweisung nötigen. „Kommt Ihnen ein 
Anruf verdächtig vor, oder sind Sie bereits Opfer geworden, wenden Sie sich an die Polizei“, rät Ahlich.

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