Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Betreutes Wohnen im alten Brauturm

Bauprojekt Betreutes Wohnen im alten Brauturm

Für 900000 Euro wird der erste Bauabschnitt für das Projekt Betreutes Wohnen in der "Alten Brauerei" in Biedenkopf realisiert.

Voriger Artikel
Mehr Lebensqualität für schwerst Behinderte
Nächster Artikel
Familienzentrum und Krippen kommen

Der Abriss der Alten Brauerei ist schon in vollem Gange. Bürgermeister Joachim Thiemig räumte etwas Schutt zur Seite während Bauunternehmer Christoph Scheld die Pläne erläuterte. Der Turm im Hintergrund soll nahezu in seiner ursprünglichen Form erhalten bleiben.Foto: Silke Pfeifer-Sternke

Biedenkopf. Bauunternehmer Christoph Scheld ging mehr als zehn Jahre mit der Idee schwanger, in seiner Liegenschaft „Alte Brauerei“ in der Kottenbachstraße ein barrierefreies Wohnen in Zentrumsnähe zu realisieren. Mit Mitteln aus dem Förderprogramm Stadtumbau West und einer für Hessen einmaligen Sonderregelung kann Scheld seine Idee nun endlich umsetzen.

Am Montag vergangener Woche rückten die Bagger an und sind dabei das Brauereigebäude abzureißen. Der denkmalgeschützte Turm der ehemaligen Brauerei Balbach soll nahezu in seinen Urzustand wieder hergestellt werden. Dort sollen bis zu fünf Wohnungen mit einer Größe von etwa je 90 Quadratmetern entstehen.

An den Turm angegliedert werden ein Treppenhaus mit Aufzug und zur Sonnenseite Balkone gebaut. Der Ausbau des Turms soll zu Weihnachten 2014 fertig gestellt sein. Doch zuerst muss noch ein Bauantrag gestellt werden, der - so hofft Scheld - noch in diesem Jahr positiv beschieden wird. Im Frühjahr 2014 wird dann mit dem Umbau begonnen. Im zweiten Bauabschnitt wird ein „moderner Teil nach hinten in den Berg hineingebaut“, erklärt Scheld. Das Treppenhaus am Brauturm dient als Verbindungsglied. Dort sollen allerdings Eigentumswohnungen entstehen.

Für alle Wohnungen werden Bäder mit Haltegriffen und höhenverstellbaren Waschtischen vorgesehen. Zudem bieten die Wohnungen ausreichend Platz für Rollstuhlfahrer. Jede Wohnung kann mit einer Hausnotruf-Anlage ergänzt werden, es soll einen Hausmeisterservice geben und je nach Bedarf auch eine 24-Stunden-Betreuung.

„Wir müssen flexibel am Bedarf orientiert reagieren“, sagte Scheld. Er hält es für eine wichtige Aufgabe, den Wohnraum so zu gestalten, dass die Menschen sich den Mietzins und das Eigentum auch leisten können. Der Unternehmer musste lange auf die Umsetzung seines Projektes warten. Nur mit den Mitteln aus dem Förderprogramm „Stadtumbau West“ rechnet es sich für ihn. Allein der Abbruch des Traditionsgebäudes ist mit Kosten von 290000 Euro verbunden. Diese Kosten tragen nun je zu einem Drittel der Bund, das Land und die Kommune. Durch eine Sonderregelung zahlt die Stadt Biedenkopf nur noch 29000 Euro, den Rest von 67000 Euro muss der Vorhabenträger, also Scheld, zahlen.

Für Bürgermeister Joachim Thiemig eine gute Lösung. Es freut ihn, dass die Innenstadt weiterentwickelt wird und dass die zukünftigen Mieter auf dem 3400 Quadratmeter großen Grundstücks einen Blick aufs Schloss haben. „Das ist woanders unbezahlbar“, sagt er.

von Silke Pfeifer-Sternke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr