Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
Bessere Pillen für weniger Schnitte

Banss-Symposium Bessere Pillen für weniger Schnitte

Zum 25. Symposium der Banss-Stiftung trafen sich 17 leitende Klinikärzte und Grundlagenforscher zu einem Austausch über Herausforderungen der präoperativen Behandlung von Brustkrebs.

Voriger Artikel
Müllverband setzt auf Zukunftskarte
Nächster Artikel
Hunderte Arbeiter wühlen Tunnel

Joachim Treude, Vorstandsmitglied der Banss-Stiftung (links), stellte mit Professor Gunter von Minckwitz, GBG German Breast Group Forschungs-GmbH (Neu Isenburg), Ziele und Ergebnisse des 25. Symposiums vor.

Quelle: Helga Peter

Biedenkopf. Die Banss-Stiftung, die im Jahre 2000 gegründet wurde und zahlreiche Forschungsprojekte in der Human- und Tiermedizin unterstützt, veranstaltete am Wochenende das 25. Symposium und somit eine Jubiläumsveranstaltung. Dazu trafen sich im Parkhotel 17 wissenschaftlich aktive, leitende Klinikärzte und Grundlagenforscher aus Österreich, Italien, Spanien, England, den USA und Deutschland. Die Leiter des Symposium waren Professor Manfred Kaufmann, ehemaliger ärztlicher Leiter des Klinikums der Johann-Wolfgang-Goethe Universität für Gynäkologie und Geburtshilfe in Frankfurt sowie Professor Gunter von Minckwitz von der GBG German Breast Group Forschungs-GmbH in Neu Isenburg.

Das zentrale Thema bildete die präoperative Behandlung von Brustkrebs und die sich in diesem Zusammenhang stellenden Herausforderungen. Von Minckwitz berichtete, dass es darum gehe, Ansätze medikamentöser Therapie vor Brustkrebsoperationen noch effizienter werden zu lassen.

In den vergangenen zwölf Jahren habe sich in den Ansätzen schon eine Routine etabliert. Vor drei Monaten habe die amerikanische Zulassungsbehörde jedoch ein Medikament freigegeben, das möglicherweise einige Operationen ersparen könne und auf der anderen Seite erlaube, die Behandlungsintensität bei einigen Patientinnen zurückzunehmen.

Die Brustkrebserkrankung könne durch eine molekular-genetische Verbesserung heute in 10 bis 15 Brustkrebstypen unterteilt werden, für die es gelte, spezielle Behandlungsansätze zu entwickeln. Dies geschehe durch eine Tumorgewebeentnahme vor der Operation, einer Bestimmung des Brustkrebstyps und einer neuen speziellen Therapie. Bei der folgenden Operation könne festgestellt werden, ob die Therapie gewirkt habe.

Von Minckwitz teilte auf Anfrage mit, dass die Brustkrebserkrankungen zunähmen. Dies hänge eng mit den westlichen Lebensgewohnheiten und auch der Ernährung zusammen. Risikofaktoren seien auch Kinderlosigkeit, Spätgebärende, ­Übergewicht nach den ­Wechseljahren und Bewegungsarmut. ­Statistisch gesehen erkranke in Deutschland jede neunte Frau an Brustkrebs, in Amerika trete hingegen bei jeder achten Frau eine solche Erkrankung auf.

Positiv sei, dass die Sterblichkeit abnehme. Dies sei auf eine bessere Diagnostik mit dem in Deutschland praktizierten Brustkrebs-Screening und eine verbesserte Therapie zurückzuführen. Die Heilungschancen bei Brustkrebs liegen je nach Erkrankungsbild oder des ­Brustkrebstyps bei 65 bis 95 Prozent, sodass im Schnitt von einer 85-prozentigen ­Heilungschance ausgegangen werden könne.

Von Minckwitz stellte auch Studienkonzepte nach dem Fehlschlagen der primären, systemischen Therapie vor. Aus der Sicht eines Pathologen referierten Professor Giuseppe Viale, University of Milano & European Institute of Oncology zu Studienendpunkte bei luminalem Krebs - Ki67 und darüber hinaus und Professor Mitchell Dowsett, Royal Marsden Hospital, London, dazu aus der Sicht eines „cancer biologist“.

von Helga Peter

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr