Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 9 ° Regen

Navigation:
Besetzungskarussell bleibt in Schwung

Streit um Kirschenmarkt Standplätze Besetzungskarussell bleibt in Schwung

Der Entschluss zum Gerichtsbeschluss ist gefallen: Im Verfahren um die Zulassung von Geschäften der Diedenshäuser Familie Kreuser zum Kirschenmarkt zieht die Stadt vor den Verwaltungsgerichtshof.

Voriger Artikel
Wieder Fun & Action in Dautphetal
Nächster Artikel
Verabschiedet: Dekan mit Visionen

Ob die bis zu drei Geschäfte der Diedenshäuser Schaustellerfamilie Kreuser doch noch für den diesjährigen Kirschenmarkt zugelassen werden, steht immer noch nicht fest. Die Stadt Gladenbach wählt den Beschwerdeweg gegen einen Beschluss des Verwaltungsgerichts Gießen. Dieses hatte verkündet, dass die Bewerbung neu bewertet werden muss. Foto: Thorsten Richter

Quelle: Thorsten Richter

Gladenbach. Die Zeit wird knapp: Sowohl für den Kläger, die Schaustellerfamilie Kreuser, als auch für den Verwaltungsgerichtshof in Kassel. Am 3. Juli beginnt der Kirschenmarkt und da wollte die heimische Schaustellerfamilie aus Diedenshausen mit drei Geschäften dabei sein: einem Autoscooter, einem Pizza-Verkaufsstand und einem Stand mit dem Spiel „Enten-Angeln“.

Im Mai zogen Herbert Kreuser und sein Sohn Walter vor das Verwaltungsgericht in Gießen und erreichten eine einstweilige Verordnung gegen die Stadt, weil ihre Bewerbungen laut Gerichtsbeschluss - offenkundig vorsätzlich oder zumindest grob fahrlässig - nicht berücksichtigt wurden. Das Gericht bescheinigt den Antragstellern einen Anspruch auf Neubescheidung ihres Antrages auf Zulassung für den Kirschenmarkt, machte aber auch deutlich, dass die Entscheidung nicht zu Gunsten der Kreusers ausfallen muss.

Gestern legte die Stadt Beschwerde ein

Zu dem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht kam es, weil die Stadt Gladenbach insgesamt 39 Bewerbungen erhielt, die sie nicht innerhalb der vom Generalpächter des Rummelplatzes und der Fressgasse, Konrad Ruppert, gesetzten Frist an diesen weitergab. Ruppert forderte in der Fachzeitung „Komet“, zur Bewerbung für den Kirschenmarkt 2014 bis zum 15. Dezember beim Generalpächter auf, woraufhin rund 110 Bewerbungen für die 40 Plätze bei ihm eingingen.

Die Kreusers richteten ihre Bewerbung aber am 9. Dezember an den Magistrat der Stadt Gladenbach und Bürgermeister Klaus-Dieter Knierim bat Ruppert am 9. Januar bei der schriftlichen Weitergabe darum, die insgesamt 39 Bewerbungen zu berücksichtigen. Das tat Ruppert nicht, weil die Bewerbungen nicht fristgerecht bei ihm eingingen, er sie erst am 13. Januar erhielt und da die Vorschlagsliste zur Abgabe am 15. Januar schon fertig war.

Sowohl diese Begründung als auch die Liste segneten der Aufsichtsrat der stadteigenen Gesellschaft SEB, früher KFG, als auch der Magistrat ab.

Am Dienstag sollte der Magistrat nun über die neue Lage befinden, vertagte diese Entscheidung aber, weil es laut Bürgermeister Knierim noch Klärungsbedarf gab (die OP berichtete). Die offenen Fragen wurden gestern in einem Gespräch mit den Interessenvertretern der Stadt beim hessischen Städte und Gemeindebund besprochen.

Ebenfalls gestern erklärte Knierim auf OP-Anfrage, dass die Stadt noch gestern gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts in Gießen vor dem Verwaltungsgerichtshof in Kassel Beschwerde eingelegt habe. Man erhofft sich einen für die Stadt günstigeren Beschluss zu erreichen erklärte Knierim, ohne selbst auf Nachfrage ins Detail zu gehen.

Dafür sagte der Bürgermeister, dass es durchaus sein könne, dass eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes in diesem Eilverfahren erst vorliegt, wenn der diesjährige Kirschenmarkt schon beendet ist.

Fressgasse bleibt halbseitig von Ständen frei

Neuigkeiten hatte der Rathauschef auch zum Kirschenmarkt selbst, genauer zum neuen Sicherheitskonzept zu verkünden. Da gerade der große Andrang im vergangenen Jahr gezeigt habe, dass im unteren Bereich der Fressgasse ein Nadelöhr entstehen kann, sei nun beschlossen worden, die vom Kreisel aus Richtung Freizeitpark linke Seite von Imbissständen freizuhalten.

Als zweite, „deutlich wahrzunehmende und wirkende Sicherheitsvorkehrung“ wird der ehemalige Posthof als Fluchtmöglichkeit von der Fressgasse aus für den Fall einer Massenpanik „Komplett zur Verfügung stehen“. Entsprechende Vereinbarungen seien mit dem Eigentümer getroffen worden, sodass dass Tor während der Festtage offen sein wird, erklärte Knierim.

Auch zum Thema Public-Viewing der vier Achtelfinalspiele der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien sei eine Lösung gefunden worden, kündigt Knierim an. Näheres soll heute der Presse zur öffentlichen Verbreitung verkündet werden.

von Gianfranco Fain

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hinterland

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr