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Berufung gescheitert: Einbrecher muss zahlen

Aus dem Landgericht Berufung gescheitert: Einbrecher muss zahlen

Am Mittwoch verhandelte die 9. Strafkammer des Landgerichts Marburg das Berufungsverfahrens eines Hinterländers, der 2014 wegen mehrerer Einbrüchen und Diebstählen vom Amtsgericht Frankenberg zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt worden war.

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Ein verurteilter Einbrecher hatte bei seiner Berufungsverhandlung gegen ein früheres Urteil keinen Erfolg

Quelle: Andreas Gebert / dpa

Marburg. „Dies ist eine völlig unsinnige Verhandlung.“ Weder gebe es neue Zeugen oder neue Beweise, noch sonst irgendetwas, was den Sachverhalt ändern würde, sagte Richter Dr. Thomas Wolf zu Beginn. Der Verteidiger des 22-jährigen Angeklagten, Oliver Staab, sah dies natürlich anders: „Hier müsste eigentlich ein anderer sitzen.“ Gemeint war damit ein mutmaßlicher Komplize seines Mandanten.

An drei Einbrüchen mit Diebstahl im Sommer 2012 war der Angeklagte beteiligt, so sah es jedenfalls das Frankenberger Amtsgericht vergangenes Jahr. In einem Sportheim und zwei Kliniken in Bad Endbach stahl er Elektrogeräte.

Fingerabdrücke und eine DNA-Analyse bestätigten die Schuld des Mannes. Besonders ergiebig seien für die Ermittler die Spuren an Plastikschrauben eines Bewegungsmelders gewesen, an einem Fensterrahmen und an einem Spannungsprüfer. Des Weiteren habe sein „Insiderwissen“, das er durch berufliche Betätigungen vor Ort gesammelt hatte, die Taten erleichtert.

Diese Details verlas der Richter im Berufungsverfahren, ein nötiger Zeitaufwand, wie er befand. Deshalb versuchte er dem Angeklagten zu signalisieren, dass am Ende mit Sicherheit das gleiche Ergebnis wie im Hauptverfahren stehen werde. Zumal der Verurteilte mit einer Strafzahlung von 800 Euro „äußerst glimpflich“ davongekommen sei. Ein Arrest von vier Wochen sei bei Vergehen auf diesem Niveau eher die Regel, sagte der Richter.

Am Ende trat ein, was Richter Wolf bereits zu Beginn äußerte: „Die Berufung wird kostenpflichtig verworfen.“ Die Verhandlung habe nicht einen Gesichtspunkt ergeben, der gegen das Urteil des Amtsgerichtes sprechen würde.

Auch seien die Argumente der Verteidigung nicht schlüssig, etwa dass der Angeklagte ein geregeltes Auskommen habe und ein Verbrechen zur eigenen Bereicherung deshalb nicht nötig gehabt hätte.
Uli Hoeneß habe dies auch nicht nötig gehabt und trotzdem Millionen an Steuern hinterzogen, sagte Richter Wolf.

von Alexander Graf

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