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Berufung erfolgreich: Notorischer Dieb muss zwei Monate weniger in Haft

Aus dem Landgericht Berufung erfolgreich: Notorischer Dieb muss zwei Monate weniger in Haft

Fünf Monate schickt das Marburger Landgericht als zweite Instanz einen mehrfach vorbestraften Hinterländer ins Gefängnis. Ein Diebstahl von 48 Euro brachte das Fass zum Überlaufen.

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Die Berufung eines Diebes fruchtete: Seine Gefängnisstrafe wurde nun verkürzt.

Quelle: Patrick Lux / dpa

Marburg. Anfang des Jahres verurteilte das Amtsgericht den Hinterländer wegen Diebstahls zu sieben Monaten Haft. Dagegen legte der 30-Jährige Berufung ein, die die Strafe um zwei Monate verringert.

Ende 2013 öffnete der Täter in einer Nacht in Gladenbach den Münzautomaten eines Sonnenstudios und erbeutete 48 Euro. Diese an sich geringfügige Tat nahm angesichts der einschlägigen Vorstrafen eine neue Dimension an.

Der Angeklagte wurde schon wegen Raub, Betrug, Einbruch und Diebstahldelikten verurteilt, mit mehreren Bewährungs- und Haftstrafen als Folge. Erst Anfang Dezember kam der 30-Jährige aus der Haft. Seit Mitte März sitzt er erneut hinter Gittern, muss sich demnächst wegen weiterer Straftaten verantworten.

Während des verhandelten Diebstahls galt eine Bewährungsfrist, entsprechend hoch fiel das Urteil der ersten Instanz aus. Während der Berufungsverhandlung am Montag vor dem Landgericht zielte der Angeklagte lediglich auf die Strafhöhe ab, die Tat gab er zu.

Angesichts seiner Vergangenheit empfahl der Vorsitzende Richter Dr. Frank Oehm dem Angeklagten zum Rückzug. Da er bereits in Haft sitze, sei dies für ihn die Gelegenheit unter Einbeziehung der zu erwartenden Urteile „ein großes Paket zu schnüren und die Dinge in einem Rutsch zu bereinigen“, schlug Oehm vor.

Schulden als Motiv

Der Angeklagte lehnte ab. „Das Urteil ist einfach zu hoch, selbst bei der Vorbelastung“, betonte Verteidiger Oliver Staab. Ein geringfügiger Diebstahl von 48 Euro rechtfertige eine mehrmonatige Haftstrafe nicht. Grund für die Einbrüche und Diebstähle seien massive Schulden und Geldmangel, erklärte der arbeitslose Angeklagte. Er wolle sich bessern, um eine Ausbildung bemühen, für seine Familie sorgen, „ich werde mich komplett ändern“, betonte der 30-Jährige.

Dazu habe er zahlreiche Chancen gehabt, lege jedoch nach wie vor eine „erhöhte kriminelle Energie an den Tag“, stellte Staatsanwalt Christian Laubach fest. Der Kern der Sache sei die stete Wiederholung von Straftaten, betonte Laubach und bekräftigte die Forderung seines Kollegen, der in der ersten Instanz eine Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten forderte.

„Er wird noch ganz viel Zeit in Haft verbringen“, prophezeite der Verteidiger. Aufgrund der geringen Straftat sei ein mildes Urteil von drei Monaten gerechtfertigt. Die Kammer sah dies ähnlich, hob das Urteil des Amtsgerichts teilweise auf und wandelte das Strafmaß in eine Freiheitsstrafe von fünf Monaten ohne Bewährung um. Das Urteil ist rechtskräftig.

von Ina Tannert

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