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Bellmänner machen Buchenau unsicher

Jahresendtradition Bellmänner machen Buchenau unsicher

Traditionsgemäß laut und feuchtfröhlich ging es am Silvestertag in Buchenau wieder zu, als die Bellmänner durch den Dautphetaler Ort streiften.

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Die Bellmänner der Burschenschaft Muth zogen am Silvestertag los auf der Suche Proviant für die Neujahrsfeier.

Quelle: Heiko Krause

Buchenau. Der alten Tradition der früher durch den Ort laufenden Bettler folgend zogen die jeweils rund 20 Mitglieder der Burschenschaften Muth und Damm durch das Dorf. In Anlehnung an die Lumpen der armen Leute trugen sie abgewetzte Kleidung, wobei der Phantasie keine Grenzen gesetzt waren. Entsprechend furchteinflößend sahen die Burschen aus, als sie unter lautem Böllerknallen durch die Straßen von Haus zu Haus gingen.

Angst hatten die Buchenauer aber nicht. Sie kennen den Brauch und die meisten öffneten bereitwillig ihre Türen, und gaben den Bellmännern Eier und Speck. Als Dank erhielten sie, wenn sie wollten, einen Schnaps, sowie schwarze Schuhcreme auf die Wangen. Dieses Zeichen, dass die Bellmänner da waren, entwickelte sich als Brauch in den vergangenen Jahren.

Mancherorts warteten die Anwohner bereits im Freien und machten dort ihr kleines Straßenfest. Spaß hatten auch die Kinder, die ihrerseits von den Bellmännern „gejagt“ wurden und ebenfalls schwarze Farbe ins Gesicht bekamen.

„Wir versuchen, alle Häuser abzugehen“, erzählte Lukas Prior, „Häuptling“ der Burschenschaft Muth, die sich ab 10 Uhr auf den Weg machte. Die Körbe mit der „Beute“ waren schnell voll. „Wir haben das teilweise schon abtransportiert“, berichtete Prior am Vormittag nicht ohne Stolz. Nach dem Beutezug bereiteten sich die Burschen mit dem Erbettelten auf die Silvesternacht vor - wie es eben so Tradition ist in Buchenau.

von Heiko Krause

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