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Beklemmendes eindrucksvoll inszeniert

Theater Beklemmendes eindrucksvoll inszeniert

Es war kein heiterer Theaterabend, den der Kurs für Darstellendes Spiel der 9. Gymnasialklassen der Europaschule Gladenbach am Montag bot: die Laienschauspieler führten das Drama „Andorra“ auf.

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Der als Jude bezeichnete Andri, gespielt von Hannah Müller (rechts), kann das Wegschauen der Bevölkerung, die sich hinter Zeitungen versteckt, nicht mehr ertragen.

Quelle: Björn-Uwe Klein

Gladenbach. Unter großem Aufwand haben die Europaschüler unter Leitung von Dieter Schneider Max Frischs berühmtes und beklemmendes Antisemitismus-Drama „Andorra“ auf ein Stück von etwa einer Stunde Länge gekürzt.

An zahlreichen Nachmittagen und auch an den Wochenenden haben sie geprobt. Je weiter die Vorbereitungen vorangekommen seien, umso stärker habe der Kurs die Initiative übernommen, berichtete Schneider.

Rund 70 Zuschauer verfolgten die erste von vier Aufführungen und wurden Zeuge einer beeindruckenden Vorstellung, die nicht nur durch das beklemmende und mit viel Symbolik transportierte Thema zu etwas Besonderem wurde, sondern auch durch die beachtliche schauspielerische Leistung der Mitwirkenden.

Im Mittelpunkt der Handlung steht der angebliche Jude Andri, gespielt von Hannah Müller. Dieser bekommt zu spüren, welche Wut sich in der andorranischen Bevölkerung gegen Juden aufgestaut hat, die sich nun, vor dem Hintergrund einer bevorstehenden Invasion, immer mehr entlädt. Er, ein illegitimer Sohn eines braven Andorraners, will nicht anders als sein Umfeld sein, scheitert aber schließlich vollends an den Vorurteilen und der Intoleranz seiner Mitmenschen.

Gerade seine Abgrenzung von Klischees, das krampfhafte Bemühen, diesen nicht zu entsprechen, führt dazu, dass er umso treffender die Erwartungen, seiner Umgebung als „Jud“ erfüllt. Auch seine Liebe zu Barblin (Silvana Hof) bleibt glücklos. In den weiteren Rollen überzeugten Jasmin Assadi, Arne Diehl, Tamara Heck, Franziska Hermann, Jana Kaiser, Kristina Krasikov, Maria Lenz, Tatjana Schneider, Maike Sommer, Alicia Theis, Julius Velte und Theresa Weber, während sich die Schüler Julian Lorenz, Tobias Paul und Jan-Niklas Exner um die Technik kümmerten.

Am Dienstag wird das Stück um 10 Uhr im AV-Raum der unteren Schule zum letzten Mal aufgeführt.Der Eintritt beträgt drei Euro für Erwachsene und zwei Euro für Schüler.

von Björn-Uwe Klein

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