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Bagatellunfall wird zum Verhängnis

Bad Endbach Bagatellunfall wird zum Verhängnis

Eine Bad Endbacherin bangt um die Gesundheit ihres 42-jährigen Sohnes, der in Weil am Rhein von einer 72-jährigen Autofahrerin nach einem Streit überfahren wurde.

Bad Endbach. Am Samstagnachmittag vor zwei Wochen wurde ein Bagatellunfall einem 42-Jährigen zum Verfängnis. Die Mutter des 42-Jährigen und der Stiefvater des Schwerverletzten leben in Bad Endbach und sorgen sich um den Gesundheitszustand des Sohnes.

Dem in Bürgeln aufgewachsene 42-Jährigen, der mit dem Fahrrad unterwegs war, wurde in der Weiler Innenstadt von einer 72-jährigen Autofahrerin die Vorfahrt genommen.Die Unfallverursacherin wollte das Einschalten der Polizei vermeiden und fuhr den Radfahrer zu dessen Wohnung, um sich dort über die Schadenszahlung zu einigen, da das Rad beim Unfall Schaden nahm.

Weil es sich um ein hochwertiges Rad gehandelt hat und die 72-Jährige mit der Forderung des 42-Jährigen nicht einverstanden war, wollte sie mit dem Auto wegfahren. Daran wollte sie der 42-Jährige hindern und stellte sich vor das Auto. Nach den von der Polizei festgestellten Spuren am Unfallort ist die 72-Jährige dem Mann mehrfach gegen die Beine gefahren. Er fiel auf die Motorhaube und schließlich vor das Auto.

Die Frau fuhr weiter, der Mann kam unter das Auto, wurde überrollt und 55 Meter mitgeschleift. Ein Hubschrauber brachte den Schwerverletzten in das Uniklinikum Basel. Wie die Mutter des Geschädigten berichtet, wollte der 42-Jährige zur Seite springen. Seine mit Noppen versehenen Fahrradschuhe nahmen ihm den Halt, deshalb konnte ihm die Autofahrerin mehrmals gegen die Beine fahren. Der 42-Jährige brach sich die linke Schulter, das Steißbein und das Becken. Die Harnröhre ist gerissen, die Lungenflügel und der Brustkorb wurden gequetscht, erhebliche Hautverletzungen hat er am Rücken, am Gesäß und am rechten Arm davongetragen. Zudem zog er sich eine große Wunde am Kopf zu.

Die Bad Endbacherin hat ihren Sohn im Baseler Krankenhaus auf der Intensivstation besucht, als sein Zusand noch äußerst kritisch war. Sie kann das Verhalten der 72-jährigen Autofahrerin nicht verstehen und ist entsetzt über die Brutalität, mit der die Frau vorgegangen ist, nur um eine polizeiliche Unfallaufnahme zu verhindern.

von Silke Pfeifer-Sternke

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