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Bad Endbacher findet Drogen und behält sie

Amtsgericht Marburg Bad Endbacher findet Drogen und behält sie

Weil bei ihm verschiedene Drogen in teilweise großer Menge gefunden wurden, musste sich gestern ein Bad Endbacher vor dem Marburger Schöffengericht verantworten.

Marburg. Die Anklage lautete auf illegalen Betäubungsmittel- sowie Waffenbesitz. Die Staatsanwaltschaft ging davon aus, dass der Mann die Drogen zudem verkaufen wollte. Im August vergangenen Jahres wurden während einer Hausdurchsuchung in der Wohnung des Mannes rund drei Gramm Marihuana, zwei Gramm Amphetamine und über 500 Gramm Haschisch gefunden. Zudem besitzt der 31-Jährige eine Luftpistole samt Munition.

Das Haschisch hätte er gefunden, sagte der Angeklagte vor Gericht. Vor fast zwei Jahren habe er es in Marburg in einem Mülleimer entdeckt. Anfangs dachte er in der Tüte sei ein Handy und habe diese eingesteckt. „Ich habe einfach zugegriffen“, gab er vor Gericht zu.

Später fand er jedoch ein dick eingewickeltes Päckchen darin. Er habe es nicht einmal geöffnet, da er aus eigener Erfahrung erkennen konnte, was da eingepackt war. Seit seinem 18. Lebensjahr nimmt er regelmäßig Drogen, erzählte er besonnen vor Gericht. Das Marihuana und die Amphetamine seien Eigenbedarf gewesen. Seit etwa sechs Wochen habe er jedoch seinen Drogenkonsum eingestellt.

Die Polizei fand in dem Päckchen insgesamt fünf Blöcke des aus Pflanzenteilen der Cannabispflanze gewonnenen und gepressten Harzes, umgangssprachlich Haschisch genannt. Die Drogen wurden konfisziert und an ein Labor geschickt.

Der Beschuldigte gab zu, das Haschisch damals eigentlich verkaufen zu wollen, er kannte jedoch keinen Abnehmer, der die Betäubungsmittel in solche großer Menge gekauft hätte. Vom Verkauf kleinerer Mengen sah er ab, da ihm die erhöhte Gefahr erwischt zu werden, bekannt war. Er habe das Haschisch dann einfach behalten.

Die Luftpistole sei zudem nicht funktionstüchtig. Laut Waffengesetz darf er diese Art der Waffe sogar besitzen, sie jedoch nicht mitnehmen wenn er die Wohnung verlässt.

Die Schwere eines Betäubungsmitteldeliktes und damit die zugehörige Strafe richtet sich nicht nach dem Gesamtgewicht der Drogen, sondern nach dem reinen Wirkstoffgehalt. Die Wirkstoffanalyse ergab eine schlechte Qualität der Drogen. Der Befund wurde dem Gericht erst am Tag vor der Verhandlung zugestellt.

Richterin Nadine Bernshausen verurteilte des Angeklagten zu einer Geldstrafe von 1750 Euro. Das Gericht sei heute unter anderen Vorzeichen in die Verhandlung gegangen, erklärte sie. Der Vorwurf des Drogenhandels und damit eines deutlich härteren Verbrechens habe sich nicht bestätigt.

von Ina Tannert

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