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Sprengungen schüren Ängste

Steinbruch wieder in Betrieb Sprengungen schüren Ängste

Das Thema Steinbruch sorgte für ein volles Haus bei der Ortsbeiratssitzung: 40 Bürger kamen, um sich über den wieder anlaufenden Betrieb und die Folgen für den Ort zu informieren.

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Im Dernbacher Steinbruch wird wieder gearbeitet. 40 Bürger kamen zur Sitzung des Ortsbeirates, um ihre Sorgen vorzubringen.

Quelle: Peter Piplies

Dernbach. Die Dernbacher sorgen sich um Kinder, Straßen und Häuser. Grund ist der wieder eröffnete Betrieb im Steinbruch, der vor dem Bad Endbacher Ortsteil liegt. Daher diskutierte der Ortsbeirat das Thema in der jüngsten Zusammenkunft. Verfolgt wurde die Diskussion von 40 Bürgern, die sich über den aktuellen Stand der Dinge informierten.

Ende Januar führte der jetzige Betreiber des Steinbruchs neue Probebohrungen durch, ohne die Dernbacher vorher zu informieren. Gleich danach seien besorgte Dernbacher durch den Ort gegangen, um ihre Mitbürger über die Wiederaufnahme der Arbeiten im Steinbruch zu informieren, berichtete Ortsvorsteher Thorsten Grob.

Sein Stellvertreter, Frank Lang, hatte daraufhin mit der oberen Naturschutzbehörde gesprochen und auf die ökologisch wertvollen Biotope hingewesen, wo sich zahlreiche Tiere – unter anderem der Uhu – und Pflanzen in dem seit Jahren ruhenden Steinbruchbetrieb wieder angesiedelt hätten. Die Vertreter der Behörde hätten argumentiert, dass der Abbau von Steinen in einem bereits bestehenden Betrieb ein kleinerer Eingriff in die Natur sei, als die Erschließung eines neuen Steinbruchs.

Ein Gespräch mit dem Betreiber habe mehr Informationen zutage gefördert. So laufe der aktuell wieder begonnene Betrieb im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen, die damals beim Erteilen der Abbaugenehmigung vor Jahrzehnten vereinbart worden waren. Dazu gehörten das Verfüllen und der Rückbau nach Ende des ­Abbaus.

Bürger wollen rechtzeitig informiert werden

Das dreiköpfige Gremium will so bald als möglich ein weiteres Gespräch mit dem Betreiber suchen, um offene Fragen zu klären. Denn die Dernbacher machen sich unter anderem Sorgen, dass die Sprengungen im Steinbruch Risse und andere Schäden an ihren Häuser verursachen. Ein Anwohner berichtete bereits von Rissen in seinem Badezimmer. Ob diese aufgrund einer Sprengung verursacht wurden, ließe sich nur klären, wenn die Dernbacher rechtzeitig vor einer ­solchen Sprengung informiert werden würden, hieß es in der ­Diskussion.

Neben den Schäden an den Gebäuden würden durch den nun vermehrten Lkw-Verkehr die Dorfstraßen verschmutzt und beschädigt, so die Kritik der Bürger. Vor allem für die Anlieger an der Hauptstraße sei dies auch eine Lärmbelästigung. Außerdem gefährdeten die Lastwagen auch die spielenden Kinder, die in dem beschaulichen Dörfchen so viel Verkehr nicht gewöhnt seien, hieß es in der Sitzung. Es gehe um 60 Lkw-Fahrten pro Tag, rechneten die Bürger vor.

Außerdem sei das Gelände um den Steinbruch nicht komplett mit einem Zaun geschützt, da dieser umgetreten und weggerostet sei und Pfosten zum Teil herausgerissen wurden, sagte­ der Ortsbeirat. Die Dernbacher möchten keine Konfrontation, sondern Rücksichtnahme. Schließlich waren einige von ihnen einst selbst im Steinbruch beschäftigt. Zu den Forderungen der Bürger gehört vor allem, dass Sprengungen so klein wie möglich gehalten werden, um Beschädigungen von Gebäuden auszuschließen, und dass die Lkw-Fahrer das Tempolimit einhalten oder besser noch freiwillig Tempo 30 fahren.

  • Weitere Informationen will der Ortsbeirat geben, sobald das Gespräch mit dem Betreiber stattgefunden hat.

von Peter Piplies

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