Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 1 ° wolkig

Navigation:
Ärztin malt am liebsten Schuhe und Akte

Ausstellung Ärztin malt am liebsten Schuhe und Akte

„Von Kopf bis Fuß“ heißt die neue Ausstellung im Bad Endbacher Kunst- und Kulturhaus „Alte Schule“. Bis Ende Oktober sind dort Aquarell- und ­Tuschebilder zu sehen.

Voriger Artikel
Rauchmelder für „Heidenest“-Kinder
Nächster Artikel
Verein feiert seinen Naturpark

Die Marburger Künstlerin Sabine Schock stellt ihre Bilder in der „Alten Schule“ in Bad Endbach aus.

Quelle: Peter Piplies

Bad Endbach. Die Marburgerin Sabine Schock favorisiert als Motive Menschen – als Porträt oder Aktbild. Und Schuhe. Vor allem ihre gute Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, das „Wesentliche“ herauszuarbeiten, prägen ihre Malerei, wie Laudatorin Karin Gawora während der Vernissage erläuterte. Der Betrachter merke ebenso, dass Schock „die dargestellten Menschen oder Gegenstände aus dem Blickwinkel der Sympathie betrachtet“. Ihre Bilder erzählten eine eigene Geschichte – selbst dann, wenn ganz alltägliche Dinge dargestellt sind.

Die Laudatorin war von ­einem Aquarell besonders angetan, „auf dem in fröhlicher Unordnung ein paar bunte Wäscheklammern zu sehen waren“. Schock machte daraus einen „ästhetischen Anblick“.

Ein wichtiges Motiv für Schock sind Schuhe in den verschiedensten Formen und Farben. Doch erst wenn sie länger an den Füßen einer Person waren und eingetragen sind, werden sie für die freischaffende Künstlerin zu einem interessanten Objekt.

Seit 2010 in Ateliergemeinschaft Schwanhof

In der Ausstellung in Bad Endbach sind einige Beispiele versammelt. Ein knöchelhoher Wanderschuh, der den Betrachter unmittelbar an einen ereignisreichen Wandertag erinnert, oder die Reihe von verschiedenen Schuhen, die eine ganze Familie am Abend nach der Heimkehr abgestreift hat. Zum Zweiten sind in der Werkschau Porträts versammelt, die durch Reduktion auf das Wesentliche noch ausdrucksstärker wirken, erläuterte Gawora.

Schock „arbeitet viel mit deckenden Farben und breiten Pinselstrichen, die es nicht erlauben, filigrane Details herauszustellen“. Auch hat die Malerin einige Aktbilder für ihre Werkschau in der „Alten Schule“ ausgewählt. Die Marburgerin zeige Frauen, die „mitten im Leben stehen, die kraftvoll und selbstbewusst sind, aber auch gezeichnet von den Spuren, die das Leben hinterlässt“, so die Laudatorin weiter. Nichts sei ­geschönt, trotzdem seien die Frauen „schön und strahlen Lebensfreude und Würde aus“.

Sabine Schock wurde 1957 in Berlin geboren. Zwischen 1986 und 1992 war sie Ärztin für Innere Medizin. Seit November 2010 arbeitet sie in einer Ateliergemeinschaft im historischen Schwanhof in Marburg. Zu ihren bevorzugten Techniken gehören kleinformatige Tusche- und Aquarellzeichnungen sowie großformatige Aquarell- und Acrylbilder. Organisiert hat die Werkschau der Kunst- und Kulturverein ­Palette.

  • Die Ausstellung in der „Alten Schule“ im Kirchweg 3 ist jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 15 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

von Peter Piplies

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr