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„Dorfplatz“ sorgt bei Anwohnern für Unruhe

Ortsbeirat Schlierbach „Dorfplatz“ sorgt bei Anwohnern für Unruhe

Der geplante Ausbau der Straße und die Neugestaltung des Parkplatzes am Dorfgemeinschaftshaus zum „Dorfplatz“ sorgen für Unruhe unter den Anliegern: Sie befürchten immense Kosten.

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Durch die Gestaltung des Parkplatzes in einen „Dorfplatz“ im Zusammenhang mit der Sanierung der Straße zum Schlierbacher Dorfgemeinschaftshaus befürchten die Anwohner immense Anliegerbeiträge.

Quelle: Helga Peter

Schlierbach. Während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates bezeichnete Ortsvorsteher Rolf Herrmann das Projekt „Dorfplatz“ als sehr zeitaufwendig und nervenaufreibend. Eine Durchfahrung des Kanals „Talbach“ im Bereich „Dorfplatz“ habe ergeben, dass dieser zusammengebrochen sei. Eine abschließende Bewertung liege noch nicht vor, sagte der Ortsvorsteher vor rund einem Dutzend interessierter Bürger. Es zeichne sich aber bereits ab, dass eine Reparatur im sogenannten „Inlinerverfahren“ dort nicht angewendet werden könne.

Acht Varianten zur Gestaltung des „Dorfplatzes“ hat das gemeindliche Bauamt in den vergangenen Wochen ausgearbeitet. Bevor Rolf Herrmann diese zur Ansicht gab, erläuterte er, dass es zum Zeitpunkt des Baus des Dorfgemeinschaftshauses nicht vorgeschrieben war, ­eine entsprechende Anzahl von Stellplätzen vorzuhalten. Demzufolge zähle der Parkplatz als Straßenfläche. Er plädierte aus diesem Grund dafür, einen Antrag auf eine Abweichungssatzung an den Gemeindevorstand zu stellen, die darauf abziele, den Parkplatz separat zu betrachten.

Ein Anlieger machte deutlich, dass die vorliegenden Plan-­entwürfe – sie sehen 13 bis zu 23 Parkplätze vor – nicht akzeptabel seien. Eine von Herrmann vorgeschlagene Freilegung des Talbaches als Renaturierung lehnte er ebenfalls ab. Das Projekt müsse so abgewickelt werden, dass die wenigen Anwohner die Anliegerbeiträge bezahlen könnten. Ein weiterer Bürger wies darauf hin, dass die Gemeinde der größte Anlieger sei. Rolf Herrmann schlug vor, das Projekt in zwei Bauabschnitten abzuwickeln.

Projekt wird in zwei Bauabschnitte geteilt

Ein weiterer Anlieger sah sein Überquerungsrecht durch die Anlage eines Straßenteils vor seinem Grundstück gefährdet, da er sich dann bei der Ausfahrt aus seiner Garage unmittelbar schon auf der Straße befinde. „Wer will diese Straße?“, fragte ein Bürger, der bei einem Wegfall derselben ein Sparpotenzial von einem Drittel sah.

Für Ortsbeiratsmitglied Michael Otto stellte sich die Frage nach den Gesamtkosten des Projektes. 300.000 Euro seien im gemeindlichen Haushalt für dieses Vorhaben eingestellt, antwortete der Ortsvorsteher. Otto schlug daraufhin vor, die Möglichkeit zu prüfen, die Straße als ein Gemeinschaftsprojekt in ­Eigenleistung der Anlieger selbst zu bauen.

Ein anderer Bürger brachte wiederkehrende Straßenbeiträge ins Gespräch, wobei der Ortsvorsteher hier aufgrund der Rechtsunsicherheit starke Bedenken äußerte.

Schließlich beschloss der Ortsbeirat einstimmig, an den Gemeindevorstand einen Antrag auf eine Abweichungssatzung bezüglich des Parkplatzes zu stellen, und ferner das Projekt in zwei Bauabschnitte aufzuteilen.

Zur Dachsanierung des Dorfgemeinschaftshauses (DGH) teilte der Ortsvorsteher mit, dass diese mit dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) umgesetzt werden soll. Zeitgleich könne der Glockenturm einen Neuanstrich erfahren. Der Pavillon benötige ebenfalls einen solchen, wobei Herrmann hierbei auf die Beteiligung der Bürger setzt.

Einstimmig sprach sich das Gremium dafür aus, einen Antrag an die Jagdgenossenschaft auf finanzielle Mittel für eine neue Thekenküche im DGH und für die Anschaffung von Spielgeräten auf dem Spielplatz zu stellen.

Der Ortsvorsteher teilte mit, dass für die „Koutze-Schmiede“ keine Abrissgenehmigung zu erlangen sei, da diese unter Denkmalschutz stehe. Zudem bemängelte er Unmengen von Hundekot im Bereich der Bushaltestelle „Brunnenstraße“ und des dortigen Brunnens.

von Helga Peter

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