Volltextsuche über das Angebot:

18 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
„Hilft mir denn mal jemand?“

Notfallübung in Bad Endbach „Hilft mir denn mal jemand?“

Gleich zweimal rückten Rettungskräfte der Großgemeinde Bad Endbach aus. In beiden Fällen ­handelte es sich um eine Übung.

Voriger Artikel
Bad Endbach darf sich nun Heilbad nennen
Nächster Artikel
Liedermacher trifft auf Kirchenmusik

Auf der Landesstraße zwischen Wommelshausen und Hülshof 
übten Rettungsdienst und Feuerwehr die Zusammenarbeit bei 
einem schweren Verkehrsunfall. Einer der beiden beteiligten 
Wagen lag im Graben auf dem Dach.

Quelle: Edgar Meistrell

Bad Endbach. Um 10.45 Uhr heulen die Sirenen in einigen Bad Endbacher Ortsteilen. Rettungswagen sind mit Blaulicht zu einem Unfall auf der Straße zwischen Wommelshausen und Hülshof unterwegs.

Die Landesstraße zwischen den Bad Endbacher Ortsteilen Wommelshausen und Hülshof war am Samstagvormittag gesperrt, eine Umleitung über Bottenhorn eingerichtet. Nur wenige Eingeweihte bauten auf dem kurvenreichen Straßenstück das Übungsszenario auf: Zwei Autos waren ineinander gekracht. Ein Kleinwagen lag auf dem Dach im Graben, ein Kombi hing auf der Leitplanke. Beide Autos waren mit zwei Verletzten besetzt. Weitere Opfer lagen auf der Straße, im nahen Wald und auch tief eine Böschung hinunter.

Für 22 angehende Notfallsanitäter des DRK-Rettungsdienstes Mittelhessen ist es Teil ihrer Ausbildungsabschlussprüfung. Morgens trafen sie sich mit entsprechenden Fahrzeugen auf der Wache in Gladenbach, der Alarm kam dann gegen 10.20 Uhr nicht überraschend.

Anders sah das für die freiwilligen Feuerwehrleute aus Wommelshausen und Hartenrod aus; die wussten nicht, dass Gemeindebrandinspektor Frank Heck längst vor Ort war und alles mit aufgebaut hatte.

Feuerwehr bringt Schwung in die Szene

Als erstes traf ein Rettungswagen vor Ort ein. Die unter Beobachtung stehenden Prüflinge verfielen nicht in Hektik, ließen sich bei der Inspektion der „Unfallstelle“ Zeit. Mit einem „Guten Tag, hier ist der Rettungsdienst“, wurden die acht Opferdarsteller aufgesucht, eine erste 
Sichtung vorgenommen und dann weitere Kräfte nachge­fordert. Bis dem ersten auf der Straße liegenden „Patienten“ Erste Hilfe zuteil wurde, vergingen gut zehn Minuten. Die Darsteller in den Fahrzeugen wurden schon ungeduldig: „Hilft mir denn mal jemand?“, schallte es durch den Wald.

Deutlich mehr Schwung in die Übung kam, als das erste Feuerwehrfahrzeug aus dem nahen Wommelshausen eintraf. Auch die Hartenroder waren bald zur Stelle. Die beiden Unfallfahrzeuge wurden gesichert, Rettungsspreizer zum Befreien der eingeklemmten Insassen angesetzt. Derweil versorgten die 
angehenden Notfallsanitäter die „Patienten“. Im Einsatz, der unter der Leitung von Dirk Schrey stehenden Übung, waren auch ein Notarztteam und der Leitungsdienst des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Unter­stützung gab es zudem von Feuerwehr-Fachberater Harry Schulz.

Sommerwetter sorgt für Schweißperlen

Um 15.12 Uhr gingen dann die Sirenen wieder los: diesmal in den Ortsteilen Bad Endbach, Bottenhorn und Günterod. Ziel der Blaulichtfahrten war dann die Mittelpunktschule in Hartenrod. Dorthin wurde auch die Drehleiter aus Gladenbach 
gerufen. Und wieder übten die angehenden Notfallsanitäter und die Wehren zusammen.

Die „verletzten“ Personen mussten aus dem Gebäude und vor allem von Vordächern geholt werden. Eine schweißtreibende Angelegenheit für alle Beteiligten bei dem Sommerwetter.

Zu den Beobachtern in Hartenrod gehörten auch Landrätin Kirsten Fründt (SPD) und Kreisbrandinspektor Lars Schäfer.

von Edgar Meistrell

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Auf der Meinungsseite der OP finden Sie Kommentare zu lokalen und regionalen Ereignissen und zum politischen Weltgeschehen. Sportliche "Einwürfe" und lokale Glossen gehören zum meinungsstarken Erscheinungsbild der Oberhessischen Presse. mehr