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Noch fehlt Genossenschaft das Kapital

Windpark Hemmrain Noch fehlt Genossenschaft das Kapital

Energie aus der Region für die Region: Die im März 2016 gegründete Lahn-Dill-Bergland-Energiegenossenschaft will die Bürger an den Einnahmen durch die Erzeugung regenerativen Stroms beteiligen. Das ehrgeizige Ziel der Mitglieder: die Mehrheitsbeteiligung an der Windpark Hemmrain GmbH.

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Die Lahn-Dill-Bergland-Energiegenossenschaft sucht noch Mitglieder.

Quelle: Thorben Wengert / pixelio.de

Bad Endbach. Die zwei Enercon-Anlagen mit einer Leistung von jeweils drei Megawatt wurden von der Hofmann-Gruppe 2015/2016 bei Manderbach errichtet. „Die Windräder haben unsere Erwartungen mehr als erfüllt“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft, Markus Weiß. Die Wirtschaftlichkeit der Anlagen sei gegeben, wenn sie jährlich 13,3 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugten. Dies sei im ersten Jahr mit 14,8 Millionen ­
Kilowattstunden deutlich überschritten worden. Der bei Manderbach erzeugte Strom reicht, um rund 4600 Haushalte zu versorgen. Eines der beiden Windräder gehöre zu den produktivsten in Hessen.

Bis November hat die ­Genossenschaft Zeit, das nötige ­Kapital einzusammeln. Dabei geht es um 1,1 bis 1,2 Millionen Euro. Zahlreiche Informationsveranstaltungen gab es in den zwölf Mitgliedskommunen der Genossenschaft seit Anfang des Jahres, das nötige Geld kam dabei nicht zusammen. Gegründet von rund 20 Personen, zählt die Genossenschaft 85 Mitglieder.

Verzinsung zwischen 1,25 und 4 Prozent in Aussicht

Wer sein Geld in der Genossenschaft investieren möchte, kann Mitgliedsanteile zu je 100 Euro erwerben. Die eigentliche Finanzierung der Mehrheitsbeteiligung erfolgt dann über die von den Genossen gewährten sogenannten Nachrangdarlehen. Pro Anteil kann ein Darlehen in Höhe von 1000 Euro gewährt werden. Um möglichst viele Bürger die Teilhabe zu ­gewähren, war ursprünglich ein Limit bei 50 Anteilen gesetzt. Da das Interesse der Bürger hinter den Erwartungen zurückblieb, habe der Vorstand diese Regelung gekippt, sagt Weiß. Sollte die Beteiligung nicht zustande kommen, würden die Darlehen zurückgezahlt.
„Die Verzinsung der Darlehen richtet sich nach dem Windertrag des vorherigen Betriebsjahres“, beschreibt Weiß das Modell, aktuell eine Verzinsung zwischen 3 und 3,5 Prozent.

Die Kalkulation gehe von Zinserträgen zwischen 1,25 Prozent (13,5 Million Kilowattstunden/Jahr) und einem Maximalzins von 4 Prozent (15,5 Million Kilowattstunden) aus. Bei einem normalen Geschäftsverlauf, so ist es auf der Internetseite­ der Energiegenossenschaft zu lesen,­ geht der Vorstand von zwei Prozent aus. Die Darlehensverträge laufen über einen Zeitraum von 19 Jahren. Sie werden ab dem 16. Jahr in vier gleichen Raten zurückerstattet.

Aktuell ist der Windpark Hemmrain das einzige Projekt der Genossenschaft. Weitere sollen folgen. Bei Simmersbach ist ein Windpark mit zwei 4,2-Megawatt-Mühlen geplant. Vor der Realisierung stehen noch einige Hürden. Die Gemeinde Eschenburg hat bereits einen Gestattungsvertrag mit der Windpark-Galgenberg GmbH geschlossen. Auf dem „Gaulskopf“ bei Donsbach möchte die EAM Natur GmbH zwei Windräder aufstellen, an denen sich die Genossenschaft ebenfalls beteiligen könnte.

von Holger Kiehl

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