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Die geballte Kraft der Natur

Neunkräuterstärke Die geballte Kraft der Natur

Marianne Atzinger ist Natur-Coach. Sie will die Menschen für die Umwelt und die heilende Kraft der Kräuter begeistern. „Die Natur bietet uns alles, was wir brauchen“, sagt die Expertin.

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Marianne Atzinger hat die Kräuter für die Neunkräutersuppe zusammen: Was nicht in ihrem Garten wächst, hat sie auf den Wiesen rund um Bad Endbach gefunden.

Quelle: Philipp Lauer

Bad Endbach. Viele Menschen beklagen ausgerechnet mit den ersten warmen Tagen eine gewisse Trägheit und Stimmungsschwankungen – die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit. Marianne Atzinger hat ein Rezept dagegen. „Im Winter bewegt man sich weniger und isst etwas fetter. Das macht schwer und müde. Aber die Natur stellt uns alles zur Verfügung, was wir brauchen“, sagt Atzinger. Als Frühjahrskur schlägt Natur-Coach Atzinger aus Bad Endbach die Neunkräuterstärke vor, eine Suppe aus frischen Kräutern.

„Jetzt sprießt alles, und die Kräuter stecken voller wichtiger Nährstoffe, Mineralien und Vitamin C. Ganz wichtig sind auch die Bitterstoffe.“ Allgemein ernähren sich viele Menschen zu süß und nehmen nicht genug Bitterstoffe auf, sagt Atzinger. „Die sind aber sehr wichtig für den Stoffwechsel, für Leber, Nieren und Galle.“

Paradies für Kräuterfrauen

Eine Frühjahrskur mit frischen Kräutern könne den Kreislauf ordentlich in Schwung bringen, erklärt Atzinger. „Die Kräuter sind dieses Jahr wegen der milden Temperaturen früh dran. So langsam könnten sie allerdings etwas Regen vertragen“, sagt Atzinger. Für ihre Suppe sammelt die Kräuterfrau Giersch, Brennnesseln, Scharbockskraut, Spitzwegerich, Vogelmiere, Knoblauchrauke, Gartenschaumkraut, Gundermann und Löwenzahn.

„Man kann je nachdem, was in der Region wächst, auch variieren, gerne auch mehr Kräuter nehmen“, ermutigt Atzinger zum Experimentieren. „Die Wiesen und Wälder um Bad Endbach sind ein kleines Paradies für Kräuterfrauen. Man hat zum einen die nassen Wiesen im Salzbödetal und zum anderen die Trocken- und Magerwiesen.“ Die meisten Heilpflanzen entfalten ihre Wirkstoffe unter kargen und widrigen Bedingungen, erklärt die Expertin.

„Viele kleine Wunder“ 
auf den Wiesen

Die Wiesen rund um ihr Haus mäht die Kräuterfrau ausschließlich mit der Sense. „So bleibt die Vielfalt erhalten“, sagt Atzinger. Der Rasenmäher schneide einfach zu tief ab. Außerdem bleiben so die Samen liegen.

Die „Neunkräuterstärke“ haben die Menschen früher traditionell an Gründonnerstag gekocht. „Die naturnahen Menschen waren früher heilkundig. Sie haben ihr Wissen durch die Beobachtung der Natur gesammelt und weitergegeben“, sagt die Kräuterfrau. Damit dieses alte Wissen nicht verloren geht, bietet Atzinger regelmäßig Kräuterspaziergänge und Workshops an. „Ich möchte die Menschen wieder für die Natur begeistern und ihnen zeigen, wie viele kleine Wunder in den Wiesen stecken.“ Das Interesse an Wildkräutern sei „Gott sei Dank“ groß. Deshalb gehöre es aber auch dazu, die Umwelt zu schützen und nachhaltig Kräuter zu sammeln.

Kräuterspaziergang am 20. April

Ergänzend zur Suppe empfiehlt die Kräuterfrau Smoothies, also Mixgetränke. „Dazu eignen sich alle Kräuter mit großen Blättern, wie etwa Giersch oder Brennnesseln.“ Die Kräuter werden dann mit Wasser gemixt. Wer mag, kann auch Buttermilch oder Joghurt dazugeben. Für Berufstätige hat Atzinger auch einen Tipp. „Ich mache gerne am Anfang der Woche eine große Portion Pesto aus Giersch und Brennesseln.“ Das Pesto könne man dann im Lauf der Woche mal mit Nudeln essen, oder mit Quark und Kartoffeln. Mit Hüttenkäse oder Schafskäse gemischt wird die Paste zum frischen Brotaufstrich.

Der nächste Kräuterspaziergang findet am 20. April ab 17 Uhr statt. Treffpunkt ist am KSF in Bad Endbach. Am 22. April ab zehn Uhr bietet Marianne Atzinger den nächsten Workshop an. Weitere Informationen und Termine finden Sie auf www.marianneatzinger.de

von Philipp Lauer

Rezept
Zutaten
Je eine Handvoll:
- Brennnessel
- Giersch
- Gundermann
- Löwenzahn
- Vogelmiere
- Spitzwegerich
- Knoblauchrauke
- Scharbockskraut
- Gartenschaumkraut
- ein Ei
- Saure Sahne
- Salz und Pfeffer
- Brühe

Das Brennnessel-Pesto mischt die Kräuterfrau gerne mit Hüttenkäse zu einem frischen Brotaufstrich. Foto: Philipp Lauer

Zubereitung
Die Kräuter hacken und mit einer vorbereiteten Brühe aufgießen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, Eigelb und Saure Sahne unterheben.
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