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Seit 125 Jahren auf „festem Stamm“

Hartenroder Kirchenchor Seit 125 Jahren auf „festem Stamm“

Seit 125 Jahren singen die Christen aus Hartenrod und Schlierbach gemeinsam. Nun feierte der ­Kirchenchor der evangelischen Gemeinde sein ­Jubiläum mit einem Festgottesdienst.

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Der Kirchenchor Hartenrod feierte sein 125-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst.

Quelle: Peter Piplies

Hartenrod. Zahlreiche Kirchenbesucher kamen in das Gotteshaus, um gemeinsam mit dem Chor zu feiern. Unter ihnen waren Vertreter aus dem Dekanat wie Präses Roland Hartmann, Propsteikantorin Petra Denker und Vertreter des Kirchenvorstands.

Sänger und Chor-Chronist Hermann Bamberger gab den Besuchern des Festgottesdienstes einen historischen Einblick zu den Ursprüngen des Chores. Bamberger hob zwei bedeutende Ereignisse für die evangelische Kirchengemeinde Hartenrod-Schlierbach vor Beginn des 20. Jahrhunderts hervor:

Unter Pfarrer Hamann wurde die neue Kirche erbaut, die als „Dom des Salzbödetals“ gelte. Sein Nachfolger Erwin Gros habe zwar „nur“ sieben Jahre als Pfarrer gewirkt, dabei aber „sichtbare Spuren hinterlassen“. Dazu gehört der Kirchenchor, dessen Anfänge ins Jahr 1890 zurückreichen. Denn bereits in seinem ersten Amtsjahr konnte Gros die Christen in Hartenrod und Schlierbach für das Singen begeistern und hatte gleich „120 Männlein und Weiblein“ für ­einen Auftritt am Weihnachtsabend 1890 zusammen.

Ingeborg Hinterlang führt das Erbe fort

Daraus entwickelte sich ein leistungsfähiger Kirchenchor mit „40 tüchtigen Sängern“, erläuterte Bamberger. Die ersten Chorleiter nach Erwin Gros waren Lehrer oder die Pfarrer selbst – je nach musikalischem Vermögen. In der Folgezeit hatte der Chor „das ganz große Glück, jahrzehntelang von nur zwei ­Dirigenten geprägt zu werden“, betonte der Laudator. Zum ­einen war dies Schreinermeister Karl Schäfer, der nahezu 40 Jahre lang als Organist und als Leiter von Kirchen- und Posaunenchor wirkte.

Als sein Nachfolger übernahm 1968 der junge Hartmut Koch nicht weniger als 42 Jahre den Dirigentenstab. In dieser „Blütezeit des Chores können dessen umfangreichen und hoch qualifizierten musikalischen Aktivitäten in diesem Rahmen kaum gewürdigt werden“, erklärte der Sänger stolz. Nachfolgerin von Koch ist ­Ingeborg Hinterlang. Die Chorleiterin arbeitet bis heute im Sinne von Gründer Gros und ­ihren Vorgängern erfolgreich weiter.

Margarethe Birkholz seit 67 Jahren aktiv

Der evangelische Kirchenchor hatte und habe immer einen treuen und festen Stamm und ein stabiles Fundament. Viele Sänger sind bereits zwischen 30, und 60 Jahren aktiv. Die Kehrseite davon sei jedoch, dass der Chor nun dringend auf neue und junge Sänger angewiesen sei, erläuterte Bamberger und warb für das gemeinschaftliche Singen in einem Kirchenchor. Werbung für das Singen machte­ auch Präses Roland Hartmann. In seiner Predigt ging er auf positive Wirkungen des gemeinschaftlichen Singens und Musizierens ein. Unter anderem verbinde Musik Menschen und Völker miteinander.

Im Festgottesdienst wurden zahlreiche langjährige, treue Sänger mit Urkunden, Abzeichen und Blumen gewürdigt. Zu den langjährigsten Aktiven gehören Margarethe Birkholz (67 aktive Jahre im Kirchenchor), Hartmut Schreiner (63), Ursula­ Arnold und Ingeborg Hinterland (jeweils 61).

In ihrem Jubiläumsgottesdienst bewiesen die Kirchensänger, dass sie noch lange nicht zum „alten Eisen“ gehören und bekamen für ihre Auftritte kräftigen Applaus. Unterstützung erhielt der Chor vom Posaunenchor.

von Peter Piplies

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Hartenroder Kirchenchor
Das Foto entstand 1890 und zeigt Sänger des Kirchenchors mit Gründer Erwin Gros (Mitte). Privatfoto

Am Sonntag feiert der Hartenroder Kirchenchor sein 125-jähriges 
Bestehen mit einem 
Festgottesdienst.

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